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Transphobie
"Emma": "Ganz normale Homosexualität" beim CSD ausgegrenzt
Die Frauenzeitschrift "Emma" arbeitet sich an CSDs ab: Weil dort auch für die Rechte von trans Menschen demonstriert werde, hätten "normale" Schwule und Lesben die Nase voll.

Alice Schwarzer macht mit ihrem Magazin "Emma" seit Jahren Stimmung gegen jede Person, die trans Menschen unterstützt (Bild: Superbass / wikipedia)
- 24. August 2026, 15:41h 3 Min.
In der neuesten Ausgabe der Frauenzeitschrift "Emma" behauptet die langjährige Redakteurin Annika Ross, dass immer mehr Homosexuelle angeblich "keinen Bock mehr auf den CSD" haben. Der größte Teil des Artikels kritisiert dann, dass auf Pride-Veranstaltungen auch die Rechte von trans Menschen verteidigt werden.

Auf Facebook machen einige Nutzer*innen ihre pauschale Abneigung gegenüber trans Menschen deutlich (Bild: Facebook)
Wörtlich heißt es in dem Meinungsbeitrag: "Auf so manchem CSD 2026 wehen mehr Palästinenserflaggen als Regenbogenflaggen. Und die ganz normale Homosexualität gerät in den Schatten von Transflaggen und sexuellen Fetischen, mit denen sie eigentlich so gar nichts zu tun hat. Auf ihrer eigenen Party schlagen Schwulen und Lesben nun Aggression und Hass entgegen." Angeblich, so die "Emma", wollten sich viele Schwule und Lesben "nicht von der Queer-Ideologie vereinnahmen lassen". Angaben, auf welchem CSD die Palästinenserflagge in der Mehrheit gewesen sein soll, werden keine gemacht.
Trans Menschen nur Einzelfälle?
In dem Artikel deutet die "Emma" erneut an, dass es trans Frauen in Wirklichkeit nicht gibt – oder es nur um wenige Einzelfälle gehe. Vielmehr könnten "heterosexuelle Männer sich laut Transideologie durch einen reinen Sprechakt zur 'Lesbe' erklären". Bereits zuvor hatte "Emma"-Chefin Alice Schwarzer behauptet, dass nur 0,01 Prozent der Bevölkerung transgeschlechtlich sei (queer.de berichtete). Dabei bezog sie sich auf fragwürdige Daten aus dem Jahr 1990.
Auch die Verfolgung von trans Menschen durch die Nationalsozialisten wird in dem "Emma"-Artikel bezweifelt. Schließlich sei weitgehend unerforscht, "[w]ie viele Transvestiten oder Transsexuelle in der NS-Zeit verfolgt wurden".
Als zweiter Vorwurf nennt "Emma" am Rande, dass man auf CSDs angeblich nicht über die Gefahr des Islamismus sprechen dürfe. Als Beweis dafür wird nur der AfD-nahe Ex-Muslim Ali Utlu zitiert, der behauptete, dass er wegen "arabischen und afghanischen Muslimen" in Köln "nicht mehr wirklich frei leben" könne. Außerdem rede man auch nicht über den islamistischen Anschlag auf den CSD Berlin, denn: "Der Täter passte nicht ins multikulturelle Wunschbild", heißt es im "Emma"-Artikel. Freilich hat in der wirklichen Welt praktisch jeder CSD den Anschlag verurteilt, wurden viele der dutzenden Mahnwachen im ganzen Land von Prides organisiert.
"Emma"-Artikel verbreitet alternative Fakten
Insgesamt nimmt die Autorin es mit der Wahrheit nicht so genau. So schreibt sie etwa, dass der CSD 1969 durch die Polizeirazzia in der "Schwulen-Bar" Stonewall Inn angestoßen worden sei. "Erstmals setzten sich Homosexuelle zur Wehr gegen die Schlagstöcke der Polizei", heißt es – verschwiegen wird dabei, dass trans Frauen wie Marsha P. Johnson oder Sylvia Rivera an vorderster Front mitkämpften. Die selbe Taktik der Auslöschung von trans Aktivist*innen versucht derzeit auch die Trump-Regierung: Sie tilgte vergangenes Jahr auf der staatlichen Stonewall-Gedenkseite die Erwähnung von trans Personen (queer.de berichtete)
Auch glatte Lügen finden sich im "Emma"-Artikel: So wird berichtet, dass in Großbritannien "eine repräsentative Umfrage unter Lesben, Schwulen und Bisexuellen gemacht [worden ist], wie sie den Begriff 'queer' finden. Ergebnis: 94 % fühlten sich unwohl, unter dem LGBTQ+-Schirm kategorisiert zu werden". In Wirklichkeit war die Umfrage von der transfeindlichen Homosexuellengruppe "LGB Alliance" unter den eigenen Anhänger*innen durchgeführt worden – eine "repräsentative" Umfrage schließt aber freilich nicht nur eine kleine Gruppe ein, die sich über den Hass auf eine andere Gruppe definiert. (cw)














