Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?59293

Kulturkampf in den USA

Frauenliga lässt transphobe Ex-NBA-Spieler nicht zu

In der Frauen-Basketball-Liga WNBA wird über die mögliche Teilnahme von trans Frauen diskutiert. Ein früherer NBA-Profi startete daraufhin eine Kampagne, die an den deutschen Neonazi Sven Liebich erinnert.


Enes Kanter Freedom provozierte am Sonntag bei einem WNBA-Spiel – und wurde aus der Arena geschmissen (Bild: IMAGO / Icon Sportswire)

In der hitzigen Debatte um trans Athletinnen werden die ehemaligen NBA-Spieler Enes Kanter Freedom und Royce White nicht für die Talenteauswahl der amerikanischen Frauen-Basketball-Liga WNBA zugelassen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf eine mit der Entscheidung vertraute Person. Kanter Freedom und White hatten zuletzt ihre Absicht bekundet, am sogenannten Draft teilzunehmen. Der Draft ist eine jährliche Veranstaltung in den nordamerikanischen Profiligen, bei der die Teams nacheinander die besten Nachwuchs- und Collegespieler*innen auswählen, um ihre Mannschaft zu verstärken.

Zuvor war bereits diskutiert worden, ob trans Frauen an der Liga teilnehmen dürfen sollten. Einen aktuellen Anlass dazu gab es nicht – bislang hat noch nie eine trans Frau in der besten Basketballliga der Welt gespielt. Die Debatte reiht sich vielmehr ein in den Kulturkampf der Trump-Regierung gegen trans Menschen. Das Weiße Haus hatte etwa letztes Jahr den Dienst von trans Menschen im Militär sowie ein Verbot von trans Frauen im Militär verfügt. Zudem hat die Regierung angekündigt, gegen angeblich um sich greifenden "pro-transgender" Terrorismus vorzugehen (queer.de berichtete).

- Werbung -

Nationalspielerin: Aussagen von Kanter Freedom "geschmacklos"

Der umstrittene Kanter Freedom hatte jüngst verkündet: "Wenn eine einfache Selbsterklärung bereits ausreicht, dann erfülle ich jede einzelne Voraussetzung, um in der WNBA anzutreten."

Die deutsche Nationalspielerin Luisa Geiselsöder sagte der Deutschen Presse-Agentur dazu: "Diese Aussagen finde ich, um ehrlich zu sein, sehr geschmacklos. Es ist respektlos gegenüber Transgender-Personen." Die 26-Jährige erklärte: "Der Respekt muss immer da sein. Das ist das Wichtigste, was wir gegenüber anderen haben können. Das jetzt ins Lächerliche zu ziehen, was ein sehr ernstes und emotionales Thema für viele Menschen ist, finde ich nicht okay."

Kanter Freedom sorgte am Sonntag erneut für Wirbel. Beim Spiel von Indiana Fever gegen Chicago Sky war er als Zuschauer der Halle verwiesen worden (queer.de berichtete). Der 34-Jährige war zuvor mit Chicago-Spielerin Natasha Cloud aneinandergeraten. Er saß nah am Spielfeld und trug ein in der Debatte provozierendes T-Shirt mit der Aufschrift: "WOMAN noun. adult human female" ("FRAU – Hauptwort. Erwachsene menschliche Frau").

Die Kampagne erinnert an den deutschen Neonazi Sven "Marla Svenja" Liebich, der vor dem Antritt eines Hafttermins seinen Geschlechtseintrag ändern ließ, um in ein Frauengefängnis zu kommen. Nachdem er zunächst nach Tschechien geflohen war, wurde er festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert – hier wurde er dann sofort in ein Männergefängnis verlegt (queer.de berichtete). (dpa/cw)

-w-