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Geschlechtergerechte Sprache
Niemand gendert mehr als die Freiburger*innen
Geschlechtergerechte Sprache fristet in Deutschland noch immer ein Schattendasein. Am meisten gendern laut einer Analyse Firmen in einer badischen Universitätsstadt, am wenigsten in einer Bergbau-Stadt in Thüringen.
- 25. August 2026, 15:41h 2 Min.
Nur 9,2 Prozent der Unternehmen in Deutschland gendern auf ihrer Firmenwebsite. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Datenplattform Listflix. Sie hat 2,3 Millionen Online-Unternehmensauftritte analysiert, ob sie auf ihrer Website geschlechtsinklusiv schreiben. Dabei werden fünf Wege des Genderns berücksichtigt: Neben der auch auf queer.de verwendeten Form Lehrer*innen gibt es die Formen Lehrer:innen, Lehrer/innen, Lehrer(innen) oder LehrerInnen.
Am beliebtesten ist das Gendern bei Großunternehmen: Hier nutzt jede fünfte Firma (20,7 Prozent) geschlechtergerechte Sprache. Je kleiner das Unternehmen, desto geringer ist tendenziell die Genderquote. Bei Kleingewerben oder Freiberufler*innen sind es etwa nur 8,8 Prozent. Besonders beliebt ist das Gendern bei Bildungseinrichtungen (22,7 Prozent), besonders unbeliebt bei Gastronomiebetrieben (3,3 Prozent).
Krankenhäuser gendern gerne, aber nicht Arztpraxen
Interessante Zahlen ergeben sich auch bei der Analyse von bestimmten Teilbranchen. So beträgt die Gender-Quote bei Krankenhäusern in Deutschland etwa 70,3 Prozent – so hoch wie nirgends sonst. Bei ärztlichen Praxen sind es hingegen nur 15,6 Prozent.
Auch regional gibt es riesige Unterschiede. Besonders populär ist das Gendern in Universitätsstädten, die in den Top Ten von kreisfreien Städten und Landkreisen neunmal vertreten sind. Auf Platz eins liegt Freiburg im Breisgau (15,7 Prozent), knapp gefolgt von Münster (15,1 Prozent), Osnabrück (14,8 Prozent), sowie Köln und Kiel (je 14,5 Prozent). Die einzige Nicht-Universitätsstadt in der Liste ist der Landkreis Lüchow-Dannenberg auf Platz sechs (13,9 Prozent). Der dünn besiedelte Kreis in Niedersachsen ist bundesweit vor allem durch die Anti-Atomkraft-Bewegung bekannt.
Am wenigsten gegendert wird dagegen in der Thüringer Stadt Suhl (4,5 Prozent), sowie im Landkreis Vorpommern-Rügen (4,6 Prozent) und im bayerischen Landkreis Regen (4,7 Prozent). Die beiden Kreisen und die Stadt haben eine Gemeinsamkeit, obwohl sie sich in drei unterschiedlichen Bundesländern befinden: Dort ist die rechtsextreme AfD überdurchschnittlich stark.
Stadtstaaten führen Länder-Ranking an
Bei der Auswertung der Bundesländer liegen die drei Stadtstaaten vorne bei geschlechtergerechter Sprache: Platz eins belegt die Bundeshauptstadt (13,5 Prozent), dicht gefolgt von Bremen (13,3 Prozent) und Hamburg (12,9 Prozent). Niedersachsen (10,0 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (9,8 Prozent) sind die größten Gender-Flächenländer.
Am Ende der Liste liegen drei neue Länder: Ganz unten liegt Mecklenburg-Vorpommern (6,5 Prozent), gefolgt von Thüringen (6,8 Prozent) und Sachsen (7,7 Prozent). (dk)
















