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Die Country-Legende wurde 80 Jahre alt
Trauer um Dolly Parton: "Eine Welt ohne Dolly fühlt sich nicht möglich an"
Mit entwaffnender Selbstironie und bedingungsloser Empathie gab Dolly Parton jedem – vom konservativen Heartland bis zur queeren Großstadt-Community – das Gefühl, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. Die Trauer über ihren Tod ist groß.

Dolly Parton im März 2024 in ihrem Freizeitpark "Dollywood" (Bild: IMAGO / AFF-USA)
- 26. August 2026, 09:41h 11 Min.
Dolly Parton (1946-2026) ist an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Das bestätigte das Team der Sängerin am Dienstagabend dem US-Magazin "People". Die 80-Jährige sei nach einem kurzen Kampf gegen die Erkrankung im Vanderbilt-Ingram Cancer Center in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee) gestorben, umgeben von ihren Liebsten. Um welche Krebsart es sich handelte, teilte das Management nicht mit.
Eingeliefert worden war Parton dem Magazin zufolge bereits am Freitag (21. August). Vier Tage später starb sie in der Klinik. Schon zuvor hatte die Künstlerin demnach mit Nieren- und Autoimmunproblemen zu kämpfen.
Das Team erinnert an ihr Lebenswerk
In der Mitteilung an das US-Magazin würdigt ihr Team die Sängerin als Menschen, der Freude, Lachen und Hoffnung in alles gebracht habe, was er berührte. Ihre Großzügigkeit habe unzählige Menschen erreicht, denen sie nie begegnet sei.
Zwei Beispiele nennt das Team ausdrücklich: die hunderten Millionen Bücher, die Parton über ihre Imagination Library verschenkte, und die von ihr finanzierte Forschung, die zur Entwicklung eines weltweit eingesetzten lebensrettenden Impfstoffs beitrug – nämlich eines Corona-Impfstoffes (queer.de berichtete).
Bekannt gegeben hatte den Tod am selben Tag ihr Neffe Bryan Seaver, in einem Video auf Instagram (queer.de berichtete). Er sprach darin nach eigenen Angaben im Namen der Familien Parton und Owens. Seaver war mehr als zwei Jahrzehnte lang Partons Sicherheitschef, eine Aufgabe, die zuvor sein Vater Larry innehatte.
Trauerfeier im kleinen Kreis
Dolly Partons Trauerfeier soll auf ihren eigenen Wunsch hin klein und privat ausfallen. Das geht aus dem Nachruf hervor, der auf Partons Instagram-Kanal veröffentlicht wurde. Freunde und Fans in aller Welt werden dazu aufgerufen, in den sozialen Netzwerken Abschied zu nehmen oder eine Nachricht auf Partons Internetseite zu hinterlassen. Statt Blumen bittet die Familie um Spenden für die Imagination Library, das von Parton gegründete Leseförderprogramm, das Kindern monatlich ein Buch nach Hause schickt.
Der Nachruf würdigt Parton als globale Ikone und Menschenfreundin, als Sängerin, Songschreiberin, Philanthropin, Schauspielerin, Theaterautorin und Buchautorin. Ihr Vermächtnis sei eines von Liebe, Mitgefühl und Widerstandskraft, heißt es weiter. Über eine Karriere von sieben Jahrzehnten habe sie mehrere Generationen von Künstlern und Fans geprägt, nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit Witz, Wärme und einer Freundlichkeit, die jeden zum Teil der Familie gemacht habe. Ihre Lieder würden weiter Menschen jeden Alters erreichen, ihre wohltätige Arbeit dauerhaft nachwirken.
Zu dem Beitrag wurde ein Schwarz-Weiß-Porträt veröffentlicht, versehen mit Partons Unterschrift und dem Titel eines ihrer bekanntesten Lieder: "I Will Always Love You".
Musik-Kolleg*innen trauern um Dolly
Nach Partons Tod haben sich zahlreiche Musikerinnen und Musiker zu Wort gemeldet. Taylor Swift (36) schickte etwa Dem US-Magazin "People" ein berührendes Statement: "Eine Welt ohne Dolly fühlt sich nicht möglich an, nicht echt und nicht richtig", heißt es darin.
Von Parton bleibe weit mehr als deren Musik, ist Swift überzeugt. Wegen der großzügigen Art, mit der die Country-Sängerin ihre Zeit verbracht habe, und wegen der unzähligen Leben, die sie zum Besseren verändert habe, werde ihr Vermächtnis ewig Bestand haben. "Dolly hat uns jemanden gegeben, zu dem wir aufschauen konnten, und uns gleichzeitig ermutigt, wir selbst zu sein." Weiter schrieb Swift: "Sie besaß das weichste Herz, wenn es um die Nöte anderer ging, und ein Rückgrat aus Stahl, wenn sie ihren eigenen Wert als Künstlerin verteidigte."
Dankbar sei Swift für die Melodien, die selbst die kältesten Herzen aufgetaut hätten, und für die Millionen Bücher, die Parton Kindern in aller Welt zugänglich gemacht habe. Und für die Seiltänze, die sie absolviert habe, "damit junge Mädchen wie ich davon träumen konnten, auch beim Zirkus mitzumachen".
Miley Cyrus, die Patentochter von Dolly Parton, postete auf X ein Video von einem gemeinsamen Auftritt. Dazu schrieb sie: "Ich möchte daran erinnern, dass Dolly Parton nicht als zerbrechliche Dame die Welt verlassen hat. Sondern als heißer Rockstar in High Heels und Lederoutfit."
/ MileyCyrusBzReminder that Dolly Parton didn't leave this world as some fragile lady, she left like a hot rockstar in heels & leather. pic.twitter.com/JICqAvp9u7
Miley Official (@MileyCyrusBz) August 25, 2026
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Cindy Lauper meldete sich auf Instagram mit einer bewegenden Nachricht: "Es fällt mir schwer, mir die Welt ohne Dolly vorzustellen. Dollys Herz war so groß wie ihr Talent", schrieb die 73-Jährige. "Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich mich gefragt habe: 'Was würde Dolly tun?' Sie war ein großartiges Vorbild für uns alle."
Elton John äußerte sich in einer Instagram-Story zum Tod seiner Kollegin: "Zutiefst schockiert und erschüttert über die Nachricht von Dollys Tod. Eine gigantische Künstlerin – einzigartig und unersetzlich, mit dem gütigsten Herzen", schrieb der 79-jährige Brite.
Auch Cher zeigte sich entsetzt: Im Gespräch mit "CBS News" erklärte die 80-Jährige, dass sie bei der Nachricht geweint habe. Cher sprach über die Wärme, die Parton ausstrahlte: "Sie verstand es, über sich selbst zu lachen, und jeder Mensch spürte, dass sie ihn liebte, und jeder hatte das Gefühl: 'Sie ist eine von uns'", so Cher. "Dolly gab einem immer das Gefühl, dass wir alle zusammengehören."
Mick Jagger nannte Parton bei Instagram eine wunderbare Songschreiberin und Interpretin, die viele Menschen zusammengebracht habe. Alle würden sie sehr vermissen.
Paul McCartney betonte in seinem Beitrag: "Ihr Songwriting, ihr Gesang und ihr philanthropisches Engagement waren in der Welt der Country-Musik unübertroffen, und es ist schwer vorstellbar, in einer Welt ohne Dolly zu leben. [...] Danke, Dolly, für die wunderschöne Musik, die du mir und der ganzen Welt geschenkt hast. Wir werden dich immer lieben, Gott segne dich und ruhe in Frieden. Du warst die Beste."
Queere Community verneigt vor Dolly
Auch aus der queeren Community gibt es viele Reaktionen auf den Tod Dolly Partons. Dabei wird stets betont, dass sie sich selbst im konservativen Country-Business stets für queere Rechte engagiert habe. Die LGBTI-Organisation GLAAD erinnerte etwa mit einem Video daran, dass Parton 2011 erstmals bei ihren Media Awards aufgetreten sei. Damals erklärte Parton: "Ich denke, ich stehe dafür, stolz zu sein auf das, was man ist. Und sich nicht darum zu scheren, was andere denken."
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"RuPaul's Drag Race" ehrte die verstorbene Sängerin mit einem Video, das eine Dolly-Parton-Challenge zeigte. Dazu hieß es: "Ruhe in Frieden, Dolly Parton. Danke, dass du dein Talent mit uns geteilt und uns alle inspiriert hast. We will always love you."
Auch Hollywood trauert um Dolly Parton
Auch aus der Schauspielwelt kamen rührende Zeilen zum Tod der Musik-Ikone. Jane Fonda schrieb bei Instagram: "Dolly wird immer bei uns sein, denn sie war so präsent, so kraftvoll, so großzügig und verspielt, dass sie für immer in unser aller Leben und unsere Herzen eingewoben ist."
Jamie Lee Curtis kommentierte ein gemeinsames Bild mit: "Man sagt, man solle seine Helden nicht persönlich kennenlernen. Was sie betrifft, lagen sie falsch. [...] Sie ist ein großartiges Vorbild für uns alle."
Trauerbeflaggung für eine Woche
US-Präsident Donald Trump ordnete an, die amerikanischen Flaggen im ganzen Land eine Woche lang auf halbmast zu setzen. Der Verlust treffe Millionen von Menschen, schrieb er nach Angaben von "People" auf Truth Social. Es habe nie jemanden wie Parton gegeben und werde auch nie wieder jemanden geben.
Selten vereint zeigte sich dabei die eigentlich zersplittete politische Landschaft in den USA. Auch die früheren Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton, die sonst wenig mit Trump übereinstimmen, drückten ihrer Trauer über den Tod von Parton aus. Obama schrieb auf X: "Es fällt schwer, sich viele Menschen vorzustellen, die einen größeren Einfluss hatten als Dolly Parton. In einer Einzimmerhütte geboren, gewann sie 11 Grammys sowie einen Emmy, baute ein Geschäftsimperium auf, half Millionen von Kindern beim Lesenlernen und trug – als ob das noch nicht genug wäre – dazu bei, die Forschung zu beschleunigen, die zum Moderna-Corona-Impfstoff führte. Was für ein Leben. Michelle und ich sind in Gedanken bei Dollys Familie und ihren vielen, vielen Fans."
/ BarackObamaIts hard to imagine many people having a bigger impact than Dolly Parton. Born in a one-room cabin, she earned 11 Grammys and an Emmy, built a business empire, helped millions of kids learn to read, and as if that wasnt enough helped accelerate the research that led to the https://t.co/gl4KGm4vnk
Barack Obama (@BarackObama) August 25, 2026
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Ex-Präsident Bill Clinton würdigte die Sängerin als Songschreiberin, "die mit Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Herz die Geschichten ganz normaler Amerikaner erzählte", Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton verwies auf die Imagination Library, über die monatlich eine Million Bücher an Kinder verschickt wurden.
Dolly Parton wuchs in armen Verhältnissen auf
Aufgewachsen ist Parton in Armut, mit elf Geschwistern in einer Ein-Raum-Hütte an der Ostgrenze des US-Bundesstaats Tennessee. Das sprach zunächst nicht gerade für eine große Zukunft. Doch die Musik brachte die Kinder nach vorne, allen voran Dolly, die es zu Weltruhm brachte.
Trotz des Sprungs nach oben hat sie ihre Herkunft nie vergessen. "Wir waren arm wie Dreck", erzählte sie immer wieder. Eine Hommage an ihre Kindheit kam mit dem Song "Coat of Many Colors", in dem sie sich an einen von ihrer Mutter aus vielen Stoffresten genähten Mantel erinnerte. Der Hit wurde dann auch 2015 als Dolly-Biografie verfilmt.
Schon mit 13 nahm die Sängerin und Songwriterin ihre erste Platte auf und trat sogar in Nashville, der Welthauptstadt der Countrymusik, auf. Doch so ganz überzeugt war sie noch nicht. Aber ein Herr mit Gitarre empfahl ihr, einfach ihrem Herzen zu folgen und Musik zu machen. Es war Johnny Cash. Also sang sie am liebsten von ihrem Zuhause: Von der "Guten alten Zeit, als es uns schlecht ging".
Erster großer Erfolg mit "Dumb Blonde"
Nach dem Schulabschluss zog sie nach Nashville. Dort nahm sie Country-Star Porter Wagoner unter seine Fittiche. Der erste große Erfolg stellte sich nach ihrem 21. Geburtstag mit dem Album "Hello, I'm Dolly" ein. Der erste Titel "Dumb Blonde" (Dumme Blondine) war dann wegweisend. Denn genau mit diesem Image feierte sie Jahrzehnte lang Erfolge – das blonde, üppige Mädchen in Jeans und Flanellhemd, mit der Gitarre in der Hand. Die Kritik an dem Image störte sie nie: "Ich weiß ja selbst am besten, dass ich nicht dumm bin. Und nicht blond." Die Mähne war eines ihrer Markenzeichen.
Einem Chirurgen vertraute sie sich schon an, als Brustoperationen noch etwas Besonderes waren. "Ich kannte Dolly schon, als sie noch flachbrüstig war", sagte ihr Manager Lee Solters einmal. Parton stand zu ihren Operationen: "Warum soll ich aussehen wie ein alter Hofhund, wenn ich nicht muss?" Bei ihrem Publikum bedankte sie sich immer wieder für das Geld, das die Fans für Konzertkarten ausgeben mussten: "Es kostet schließlich viel Geld, so billig auszusehen."
Mehr als 100 Millionen Plattenverkäufe
Sie stieg schnell zur Königin der Country Music auf. Insgesamt nahm Parton, die gut ein Dutzend Instrumente beherrschte, über 80 Alben auf, hatte mehr als zwei Dutzend Nummer-Eins-Hits. Über 100 Millionen verkaufter Alben stehen auf ihrer Haben-Seite, ebenso wie eine Reihe von Grammys und zahlreiche weitere Auszeichnungen.
Dolly Parton war auch eine knallharte Geschäftsfrau. Sie besaß Restaurants, einen Vergnügungspark namens "Dollywood" und verkaufte sogar Perücken. Doch Parton war auch großzügig: Sie spendete jährlich Millionen für Bildung. Mehr als 2,5 Millionen Bücher bezahlte sie Jahr für Jahr mit ihrer Organisation "Imagination Library".
1966 heiratete sie den Bauunternehmer Carl Dean, den sie in einem Waschsalon kennengelernt hatte ("Das war der Tag, an dem mein Leben begann"). Das Paar blieb kinderlos. "Es sollte einfach nicht sein", sagte sie dazu später. Dean mied von Anfang an die Öffentlichkeit und blieb der unauffällige Mann an ihrer Seite.
Aufsehen erregte allerdings Partons Welthit "Jolene" von 1973: Darin appelliert sie an eine andere Frau, ihr nicht den Mann wegzunehmen. Angeblich hatte Carl Dean damals häufig eine Bank besucht, weil er eine Angestellte dort attraktiv fand.
Der Verlust ihres Mannes trifft sie tief
Nach fast 60 Jahren Ehe starb ihr Mann im März 2025 (queer.de berichtete). Der Verlust traf die Musikerin tief, so tief, dass sie monatelang keine Texte mehr schreiben konnte, wie sie öffentlich gestand. "Vielleicht später", verriet sie in einem NBC-Interview. Dennoch veröffentlichte sie nur wenige Tage nach seinem Tod den Song "If you hadn't been there", um an ihren Mann zu erinnern. Darin fragt sie sich, wer und wo sie ohne ihn wäre. "I thank God and you, Oh, for your loving care."
Ende September 2025 musste Parton aus gesundheitlichen Gründen mehrere für Dezember geplante Konzerte in Las Vegas absagen. Wenige Tage später sorgte ihre Schwester Freida für Aufregung bei den Fans des Country-Stars, als sie darum bat, für Dolly zu beten (queer.de berichtete). "Viele von euch wissen, dass sie sich in letzter Zeit nicht besonders gut gefühlt hat", schrieb sie auf Facebook. Kurz darauf relativierte sie ihre Aussage und sagte, sie habe niemanden erschrecken wollen.
Doch bei Parton mehrten sich die gesundheitlichen Probleme. Sogar ihren Ehren-Oscar holte sie sich im vergangenen November nicht persönlich in Los Angeles ab. Im Mai sagte sie dann die für September geplante Konzertreihe in Las Vegas ab.
Vier Tage vor ihrem Tod sprach sie selbst über ihre Gesundheit
Wie angeschlagen sie war, hatte Parton vier Tage vor ihrem Tod selbst angedeutet. Am Freitag sagte sie "People", sie habe gesundheitliche Probleme, um die sie sich nicht gekümmert habe, während sie ihren Mann gepflegt habe. Ans Aufhören dachte sie nicht: Sie heile noch immer, arbeite aber auch noch immer. Sie habe sich in eine Ecke geträumt und wolle noch so vieles erreichen, deshalb werde sie weitermachen, solange es gehe. (dpa/spot/dk)















