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Preisverleihung Anfang September

Deutscher Fernsehpreis: Zwei Nominierungen für "Olivia"

Die Fachjury des Deutschen Fernsehpreises hat entschieden: In 27 Kategorien stehen die Anwärter*innen auf die Trophäen fest. Mit dabei: ein ZDF-Fernsehfilm über Olivia Jones – und "Princess Charming".


Johannes Hegemann spielte in "Olivia" die titelgebende Dragqueen – und hat jetzt Chancen, beim Deutschen Fernsehpreis als bester Schauspieler ausgezeichnet zu werden (Bild: ZDF / Thomas Leidig / Florida Film)

Der Deutschen Fernsehpreis 2026 geht in die heiße Runde: Die unabhängige Fachjury unter Vorsitz von Stephan Lamby hat in Nominierungen für 27 Kategorien benannt. Zur Auswahl standen Programme aus Fiktion, Unterhaltung, Information und Sport, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 30. Juni 2026 in Deutschland zu sehen waren. Das teilte der Deutsche Fernsehpreis am Mittwoch in Köln mit.

An der Spitze steht ein Trio mit jeweils vier Nennungen: die ZDFneo-Serie "Chabos", das ARD-Drama "Hundertdreizehn" und der ARD-Film "Die Nichte des Polizisten". Dahinter folgen "Die Nibelungen – Kampf der Königreiche" (RTL+) und "Sturm kommt auf" (ZDF) mit je drei Nominierungen. In der Unterhaltung kommen "Let's Dance" (RTL) sowie der "Eurovision Song Contest – Das deutsche Finale 2026" (ARD) auf je zwei. Der ESC-Vorentscheid ist nominiert in den Kategorien "Bestes Buch Unterhaltung" und "Beste Ausstattung Unterhaltung".

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Die Jury sieht das Land im Programm gespiegelt

Für Juryvorsitzenden Lamby lässt sich am Jahrgang 2025/26 ablesen, wie sich die Stimmung im Land verändert hat. "Man merkt, dass die Spannungen im Land zunehmen und dass die Sender die veränderte Grundstimmung abbilden", wird der Journalist und Produzent in der Mitteilung zitiert. Meinungsfreiheit und Toleranz, soziale Medien, Rechtsextremismus, Terrorismus und Kriege tauchten quer durch fast alle Genres auf.

Bei der Fiktion fiel der Jury nach Lambys Worten auf, wie viel in einzelne Stoffe investiert wurde, "nicht nur Budget, sondern auch Leidenschaft, Liebe zum Handwerk und zur Teamarbeit". Am schwersten fiel dem Gremium die Entscheidung bei Information und Sport. Die Auswahl sei riesig gewesen, sagt Lamby, was er als Beleg für das wachsende Publikumsinteresse an journalistischen Formaten wertet.

"Olivia" als bester Fernsehfilm nominiert

Freude dürfte bei den Macher*innen des Primetime-Films "Olivia" herrschen. Die ZDF-Produktion ist in der Kategorie "Bester Fernsehfilm/Mehrteiler" nominiert (der Film ist kostenlos auf ZDF.de streambar). Ebenfalls Chancen auf diesen Preis haben zwei ARD-Produktionen: Zum einen "Die Nichte des Polizisten", die den Mord der Neonazi-Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) an einer Polizistin thematisiert. Zum anderen der Krimi "Tatort: Dunkelheit", der den Einstand des neuen Frankfurter Ermittlerduos Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanović) markiert; im Mittelpunkt steht die Aufarbeitung ungelöster Altfälle (Cold Cases). Bei einer Nachlassauflösung werden in Fässern Leichenteile entdeckt, die den Weg zu einer Serie von Verbrechen freilegen.

Um den Preis als bester Schauspieler geht Johannes Hegemann, der in "Olivia" die titelgebende Rolle spielt. Er tritt an gegen Josef Hader ("Sturm kommt auf"), Edin Hasanović ("Tatort: Dunkelheit"), Johannes Hegemann ("Olivia"), Johannes Kienast ("Chabos") und Tom Schilling ("Achtsam Morden") ins Rennen.

Als beste Schauspielerin ist Derya Akyol für ihre Rolle in der sehr queeren Serie "Euphorie" nominiert, dem RTL-Ableger der US-Serie "Euphoria". Sie verkörpert die 16-jährige Mila. Außerdem Chancen auf einen Preis haben Samirah Breuer ("Schattenseite"), Annette Frier ("Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage"), Karin Hanczewski ("Call My Agent Berlin") und Magdalena Laubisch ("Die Nichte des Polizisten").

Auch "Princess Charming" kann sich Hoffnung auf einen Fernsehpreis machen. Die RTL+-Serie ist als beste Realityshow nominiert – neben "Villa der Versuchung" (Sat.1) und "Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung" (ARD-Mediathek). Die nominierte Staffel von "Princess Charming" war mit einem Knall zu Ende gegangen: Weil sich Princess Nessi unglücklich verliebt hat, schickt sie alle verbliebenen Kandidatinnen nach Hause (queer.de berichtete).

Schöneberger moderiert die TV-Gala

Vergeben werden die Preise an zwei Abenden. Am 8. September führt Jan Köppen (43) durch die "Nacht der Kreativen" in der Kölner Flora, einen Tag später übernimmt Barbara Schöneberger (52) die TV-Gala im Confex-Center Köln. RTL zeigt die Show am 9. September ab 20:15 Uhr, die Gesamtverantwortung für den Preis liegt turnusgemäß beim Kölner Privatsender.

Im Gesamtvergleich aller Werk- und Personenkategorien sammelt die ARD 32 Nennungen, das ZDF kommt auf 23, RTL auf 15 und ProSiebenSat.1 auf elf. Netflix zählt sieben Nominierungen. Wer die nominierten Titel vorab sichten will, kann das vom 2. bis 16. September tun: MagentaTV stellt viele der Produktionen kostenlos bereit, bei Serien jeweils die erste Folge. (spot/cw)

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