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Frauenfußball
Lesbische Weltmeisterin Esther González wechselt nach Saudi-Arabien
Die spanische Fußball-Weltmeisterin Esther González sorgt mit ihrem Wechsel zum saudi-arabischen Klub Al-Qadsiah für massive Kritik. Die Stürmerin stellt sich bereits auf ihren neuen Arbeitgeber ein: Sie löschte queere Inhalte von ihrem Social-Media-Profil.

Esther González spielt nun in Saudi-Arabien – ein Land, das Homosexuelle gerne mal zum Tode verurteilt (Bild: IMAGO / Sports Press Photo)
- 26. August 2026, 13:30h 2 Min.
Die spanische Fußball-Nationalspielerin und Weltmeisterin von 2023, Esther González (33), steht im Zentrum scharfer Kritik aus der queeren Community. Wenige Tage nachdem sie ihren Vertrag beim US-Klub Gotham FC mit der Begründung aufgelöst hatte, sich vorübergehend aus dem Fußball zurückzuziehen, um sich in Spanien um private Angelegenheiten zu kümmern, gab sie überraschend ihren Wechsel in die saudi-arabische Frauenliga bekannt.
Der Wechsel zum Klub Al-Qadsiah löste in den sozialen Medien und unter Fans Enttäuschung und Unverständnis aus. Neben den fragwürdigen Umständen des abrupten Wechsels wiegt vor allem die katastrophale Menschenrechtslage schwer: In Saudi-Arabien sind gleichgeschlechtliche Beziehungen sowie alle sexuellen Handlungen außerhalb einer heterosexuellen Ehe streng verboten. Für Homosexualität drohen drakonische Strafen, Auspeitschungen bis hin zur Todesstrafe.
González lebt seit Jahren offen lesbisch und machte 2023 ihre Beziehung zu ihrer Partnerin Estefania Cruz öffentlich. Im Januar dieses Jahres brachte das Paar ein gemeinsames Kind zur Welt. Beobachter*innen stellten fest, dass zeitgleich mit der Wechselankündigung gemeinsame Fotos und Einblicke in ihr Familienleben von González' Instagram-Profil entfernt wurden.
Kritiker*innen werfen González Heuchelei vor
Kritiker*innen werfen der Spielerin Heuchelei vor. Während Saudi-Arabien mit enormen Summen versucht, sein internationales Image über den Sport aufzupolieren, müssen queere Menschen im Land weiterhin in ständiger Angst vor Verfolgung leben. In ihrem Instagram-Profil beklagen User*innen etwa: "Also, Geld ist für dich wichtiger als deine Überzeugungen? Schäm dich." Eine andere Nutzerin schrieb: "Ich weiß, dass Geld sehr wichtig ist, aber als queer Frau mit einer Ehefrau und einem Kind dort hin zu gehen, ist völlig unverständlich. Ich habe allen Respekt für Esther verloren."
Die FIFA hatte letztes Jahr für Empörung gesorgt, weil sie die Männer-Weltmeisterschaft 2034 an Saudi-Arabien vergeben hatte (queer.de berichtete). Auch der DFB stimmte der WM im Verfolgerland zu.
Der Frauenfußball galt historisch als einer der Vorreiter für queere Sichtbarkeit und Akzeptanz im Leistungssport. Kritiker*innen befürchten nach dem Wechsel von González nun, dass dieser Fortschritt wieder in Frage gestellt werden könnte. (cw)














