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Entscheidung vertagt
Vorerst kein Olivia-Jones-Platz in Springe
Das südwestlich von Hannover gelegene Springe ist Jones' Heimatstadt. Mit der Umbenennung eines Platzes wollte der Bürgermeister nicht nur die Dragqueen würdigen, sondern auch queere Menschen sichtbarer machen. Daraus wird jetzt erstmal nichts.

Den geplanten Olivia-Jones-Platz in Springe wird es erstmal nicht geben (Bild: ProSieben / Nikola Milatovic, KI-Bild von Gemini)
- 27. August 2026, 10:33h 2 Min.
Die Stadt Springe in Niedersachsen bekommt vorerst keinen Olivia-Jones-Platz. Der Ortsrat vertagte seine Entscheidung darüber am Mittwochabend, wie Bürgermeister Christian Springfeld (parteilos) bestätigte. "Ob und wann ein neuer Ortsrat nach der Kommunalwahl das Thema wieder aufgreift, steht in den Sternen." Die nächste Sitzung des Stadtparlaments findet erst im November statt.
Neun der elf Mitglieder des Ortsrates stimmten am Ende laut der "Neuen Deister-Zeitung" (Bezahlartikel) für die Verschiebung. Dagegen votierten nur Bastian Reinhardt (parteilos) und Antje Retzlaff (Grüne). Reinhardt bezeichnete den Schritt als "unfassbar", Retzlaff erinnerte ihre Kolleg*innen daran, "dass wir gewählt wurden, um Entscheidungen zu treffen". Andere Mitglieder des Ortsrats wollten jedoch die Umgestaltung des Platzes abwarten, bevor sie eine Entscheidung über den Namen treffen.
Der Bürgermeister hatte sich für die Umbenennung eines bisher namenlosen Platzes vor dem Alten Rathaus starkgemacht. Er wollte damit die aus der Stadt stammende Dragqueen würdigen und Sichtbarkeit für sexuelle Minderheiten schaffen. Meist wird Olivia Jones (56) mit Hamburg in Verbindung gebracht, wo sie lebt und mehrere Lokale auf der Reeperbahn betreibt. Jones ist zudem Ehrenbotschafterin der Stadt Springe im Südwesten von Hannover.
Jones und Bürgermeister bedauern Entscheidung
Einen Tag vor der Abstimmung hatte Jones sich erstmals zu der möglichen Umbenennung geäußert. In einem offenen Brief schrieb sie von einer einmaligen "Gelegenheit, ein wahrscheinlich weltweit historisch beispielloses Zeichen für Vielfalt zu setzen". Sie hatte zudem den alternativen Namen "Olivia-Jones-Platz der Vielfalt" als Kompromiss ins Spiel gebracht (queer.de berichtete).
"Ich hoffe nur, aufgeschoben ist nicht aufgehoben", sagte Jones nun nach der vertagten Abstimmung in einer Stellungnahme. Sie erklärte weiter, die negative Entscheidung habe sie nicht überrascht. Bürgermeister Springfeld sagte: "Die Entscheidung, nicht zu entscheiden, ist möglich, aber sinnlos. Ich muss sie respektieren, aber nicht gut finden."
Bei einer Umfrage unter rund 350 Menschen, die hauptsächlich aus Springe stammen, hatte sich fast die Hälfte für die Umbenennung des Platzes in "Olivia-Jones-Platz" ausgesprochen (queer.de berichtete). Mehr als jede zehnte Stimme ging zudem an "Platz der Vielfalt" oder "Platz der Gleichstellung". (dpa/cw)















