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Große Trauer
Avantgarde-Künstlerin Yayoi Kusama ist mit 97 Jahren gestorben
Die Kunstwelt trauert um Yayoi Kusama. Die Japanerin ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Sie war für ihre farbenfrohen Installationen bekannt, aber auch für ihre Performance "Homosexual Wedding" aus dem Jahr 1968.

Yayoi Kusama 2013 bei einem Treffen mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe (Bild: IMAGO / Kyodo News)
- 27. August 2026, 11:38h 3 Min.
Trauer um die japanische Avantgarde-Künstlerin Yayoi Kusama: Sie starb bereits am 14. August im Alter von 97 Jahren in einem Krankenhaus in Tokio, wie ihr Unternehmen Yayoi Kusama Inc. am Donnerstag in einer Erklärung mitteilte.
"Während ihres außergewöhnlichen Lebens, das ganz dem künstlerischen Schaffen gewidmet war, verfolgte Kusama eine international gefeierte Karriere als wegweisende Avantgarde-Künstlerin, deren kreatives Schaffen bildende Kunst, Performance, Belletristik und Lyrik umfasste", hieß es in dem Statement.
Kusama war in der Präfektur Nagano aufgewachsen, lebte und arbeitete zwischen 1958 und 1973 in New York und zog dann aus gesundheitlichen Gründen nach Tokio um. Seit 1977 lebte sie auf eigenen Wunsch dauerhaft im psychiatrischen Seiwa-Krankenhaus im Tokioter Stadtteil Shinjuku.
Enge Verbindung mit der queeren Community
Die Künstlerin hatte eine enge Verbindung zur queeren Community. Dieser basiert sowohl auf ihrem frühen Aktivismus im New York der 1960er-Jahre als auch auf ihren künstlerischen Themen und ihrer eigenen Identität. Kusama hatte in ihren Memoiren ("Infinity Net") und Interviews offen dargelegt, dass sie asexuell ist.
Besonders bekannt ist ihre Performance "Homosexual Wedding" aus dem Jahr 1968: Ein Jahr vor den Stonewall-Aufständen inszenierte Kusama in New York eine Performance-Hochzeit zweier schwuler Männer. Sie trat selbst als "Hohepriesterin der Polka Dots" auf, nutzte ein Telefonbuch anstelle einer Bibel und entwarf für das Paar ein gemeinsames Hochzeitskleid für zwei Personen. Das Event war ein früher, provokativer Protest für die Gleichberechtigung von gleichgeschlechtlicher Liebe. Damals schrieb sie, dass nicht Schwule abnormal seien, sondern: "Es ist die abnormale Reaktion vieler Menschen auf Homosexualität, durch die Homosexualität abnormal wird."
In Manhattan eröffnete Kusama außerdem einen queeren Treffpunkt bzw. Social Club und formierte das "Kusama Dancing Team", eine Gruppe junger schwuler Performer, die an ihren Kunst-Happenings teilnahmen. Für ihr Modelabel schuf sie Stücke wie das "Homo Dress" mit gezielten Aussparungen und Schnitten, die traditionelle Vorstellungen von Körpern, Kleidung und Begehren unterliefen.
Bis zum Schluss war sie aktiv
"Sie malte bis in ihre letzten Tage hinein, legte ihren Pinsel nie beiseite und setzte ihre Auseinandersetzung mit der ewigen Liebe und der unsterblichen Seele fort." Weiter erklärt das Unternehmen: "Wir werden Kusamas Wünsche weiterführen und den Menschen auf der ganzen Welt durch die Kunst auch weiterhin Hoffnung und Kraft für die Zukunft schenken."
Yayoi Kusama galt als eine der bedeutendsten japanischen Künstlerinnen der Nachkriegszeit und als Superstar der Szene. Ihr Markenzeichen waren farbige Punkte, die sie auf Leinwände, Skulpturen und Menschen malte. Auch ihre mit Spiegeln und Lichtinstallationen ausgestatteten Infinity Rooms sorgten für große Aufmerksamkeit. (spot/dk)















