Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?59324

"Harry Potter"-Franchise

Rupert Grint kehrt als Ron Weasley zurück – queere Fans irritiert

Rupert Grint schlüpft nach langer Zeit wieder in seine "Harry Potter"-Rolle. Dabei hatte er sich eigentlich von Autorin J.K. Rowling distanziert, nachdem diese trans Menschen als Sündenböcke entdeckt hatte.


Rupert Grint – hier im Februar bei der Berlinale – wird wieder zu Ron Weasley (Bild: IMAGO / Bestimage)

Knapp 15 Jahre nach dem Ende der "Harry Potter"-Filmreihe schlüpft der inzwischen 38-jährige Rupert Grint wieder in seine Paraderolle als Ron Weasley. Sein anstehendes Debüt im Broadway-Stück "Harry Potter und das verwunschene Kind" sorgt jedoch nicht nur für Nostalgie, sondern wirft unter queeren Fans auch Fragen zu seiner Haltung gegenüber der transphoben Autorin J.K. Rowling auf.

Grint soll ab dem 2. Februar 2027 für 17 Wochen im "Lyric Theatre" in New York auf der Bühne stehen. Das Stück "Harry Potter und das verwunschene Kind" setzt rund zwei Jahrzehnte nach den Ereignissen im siebten und letzten "Potter"-Roman an. Nach Tom Felton (Draco Malfoy), der das Stück Anfang Januar 2027 verlässt, ist Grint das zweite prominente Gesicht aus den Originalfilmen, das der Broadway-Produktion beitritt.

- Werbung -

Der britische Schauspieler bezeichnete die Rückkehr als einen einen "Moment, in dem sich ein Kreis schließt" – die Rolle habe ihn seit seinem elften Lebensjahr begleitet, und es fühle sich besonders an, Ron nun in einer Lebensphase zu spielen, in der beide Väter sind.

Rowling mutierte vor einigen Jahren zu einer transfeindlichen Aktivistin

Die Rückkehr sorgt unter queeren Fans für einige Verstimmung. Schließlich ist "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling seit einigen Jahren vor allem für ihre transphoben Ausbrüche bekannt. Rowling hatte in den letzten Jahren die Existenz von trans Menschen angezweifelt und trans Frauen etwa als "Männer" oder "Verbrecher" verunglimpft. Sie outete sich auch als Fan von US-Präsident Donald Trump wegen dessen Politik gegen trans Menschen. Zudem warf sie "Linken" vor, wegen ihrer transfreundlichen Politik "Frauen- und Mädchenrechte" vernichten zu wollen (queer.de berichtete).

Auf Instagram beklagen queere Fans, dass Grint sie mit dem Engagement verraten würde. "Trans-Rechte sind Menschenrechte und so viel mehr wert als ein Gehaltsscheck", schrieb eine Nutzerin. Eine andere merkte an: "Trans-Leben sind mehr wert als Harry Potter." Eine trans Frau merkte zudem an: "Daniel Radcliffe würde mich niemals so enttäuschen. Nostalgie und Geld sollten niemals über Menschenrechten stehen, es sei denn, man hungert buchstäblich und braucht die Rolle zum Überleben." Radcliffe hatte in den acht "Harry Potter"-Filmen die Hauptfigur verkörpert.

Grint im Jahr 2020: "Trans Frauen sind Frauen"

Eigentlich hatte sich Grint – ebenso wie Radcliffe – gegen Rowling gestellt, nachdem sie zu einer transfeindlichen Aktivistin geworden war. "Trans Frauen sind Frauen. Trans Männer sind Männer. Wir alle sollten das Recht haben, in Liebe und ohne Verurteilung zu leben", sagte er 2020 der Zeitung "The Times". Ein Jahr später erklärte er gegenüber dem Magazin "Esquire", warum er zum Thema etwas öffentlich gesagt hatte: "Ich glaube, zu schweigen hätte auch eine Sprache gesprochen – manchmal ist Schweigen sogar noch lauter. Ich hatte das Gefühl, ich musste mich äußern, weil es wichtig war", so Grint damals. "Ich bin keine Autorität auf diesem Gebiet. Es geht einfach um Menschlichkeit und darum, Menschen zu respektieren. Das ist eine wichtige Gruppe, für die man einstehen muss."

2022 beschrieb er sein Verhältnis mit Rowling gegenüber "The Times" so: "Ich vergleiche J.K. Rowling mit einer Tante. Ich bin nicht unbedingt mit allem einverstanden, was meine Tante sagt, aber sie ist trotzdem meine Tante. Es ist eine vertrackte Sache."

Rowling wütete dagegen gegen alle drei Hauptdarsteller der "Harry Potter"-Filme, weil sie ihre Transphobie kritisiert hatten. 2024 schrieb die Autorin etwa auf X, dass sich Prominente, "die sich einer Bewegung angeschlossen haben, die hart erkämpfte Frauenrechte aushöhlen will", bei cisgeschlechtlichen Frauen entschuldigen sollten. (cw)

-w-