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Kulturkampf am Wörthersee

Wegen geschlechter­gerechter Sprache: Heino droht mit Abbruch bei TV-Dreh

Heino spielt in einer österreichischen Mockumentary-Serie mit – doch als er erfuhr, dass der Arbeitstitel Gendersprache enthält, drohte er der Produzentin: Entweder der Titel wird geändert oder er sei raus.


Heino, hier bei einem Auftritt letzten Monat in den Niederlanden, besteht auf das generische Maskulinum, sonst will er seine Szenen nicht freigeben (Bild: IMAGO / NL Beeld)

Schlagersänger Heino sorgt erneut mit einer Schimpftirade gegen geschlechter­gerechte Sprache für Schlagzeilen: Am Set des TV-Pilotprojekts "Die Rettungsschwimmer vom Wörthersee" drohte der 87-Jährige laut "Bild"-Zeitung (Bezahlartikel) mit dem sofortigen Ausstieg, weil die Produktion den Arbeitstitel mit einem Gender-Doppelpunkt versehen hat ("Die Rettungsschwimmer:­innen vom Wörthersee").

"Es ist bekannt, dass ich vom Gendern nichts halte, weil es meiner Meinung nach unsere schöne deutsche Sprache verhunzt", erklärte Heino gegenüber "Bild". "Deshalb würde ich nie bei einem Projekt mitmachen, bei dem gegendert wird. Geschweige denn, wo man sogar den Filmtitel in Gendersprache hält."

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Heino: Wenn gegendert wird, dürfen meine Szenen nicht verwendet werden

Der "Schwarzbraun ist die Haselnuss"-Interpret konnte zwar zunächst besänftigt werden, als ihm gesagt wurde, dass es sich um einen Arbeitstitel handelt. Er stellte aber eine Bedingung: "Sollte er so bleiben, bestehe ich darauf, dass meine bereits gedrehte Szene in dem Film keine Verwendung findet." Außerdem werde er nicht wie geplant den Titelsong singen. "Das hat die Produzentin hoffentlich zur Einsicht gebracht", so der Schlagersänger.

Produzentin Stefanie Mayer erklärte gegenüber dem Boulevardblatt, sie verstehe zwar Heinos Meinung, "aber in meinem Film spielen auch Frauen und queere Menschen mit". Aus diesem Grund habe sie den Arbeitstitel geändert. Sie deutete an, dass sie das letzte Wort haben wolle: "Für welchen Titel ich mich am Ende entscheide, möchte ich noch offen lassen."

Serie mit Julian F.M. Stoeckel in der Hauptrolle

Bei "Die Rettungsschwimmer(:innen) vom Wörthersee" handelt es sich um eine österreichische Mockumentary- und Workplace-Comedy-Serie, die den chaotischen Alltag einer Wasserrettungsstation am Wörthersee im Stil einer pseudo-dokumentarischen Begleitung erzählt. Dabei handelt es sich um eine Persiflage und Hommage an die 34-teilige RTL-Serie "Ein Schloss am Wörthersee" mit Roy Black und Uschi Glas (1990-1993).

Im Mittelpunkt der "Rettungschwimmer:innen" steht der exzentrische und ehrgeizige Leiter der Rettungsstation (gespielt von Julian F. M. Stoeckel), der dazu neigt, selbst aus kleinsten Missgeschicken dramatische, spektakuläre Großeinsätze zu inszenieren. Bislang ist noch nicht bekannt, auf welchem Sender oder welchem Streamingportal die Serie gezeigt werden soll.

Heino hatte bereits zuvor seine Abneigung gegenüber geschlechtergerechter Sprache deutlich gemacht. 2023 sagte er etwa im Sat.1-Frühstücksfernsehen, als er auf das Thema angesprochen wurde: "Denen haben sie ins Gehirn geschissen, so wie wir im Rheinland sagen. Ich stehe da überhaupt gar nicht zu" (queer.de berichtete). (dk)

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