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USA

ICE nimmt rechtsextremen Aktivisten Milo Yiannopoulos fest

Der britische Blogger, der sich zuletzt als "Ex-Gay" bezeichnete, ist von der US-Migrationsbehörde aufgegriffen worden. Er soll nun abgeschoben werden.


Yiannopoulos vor zehn Jahren bei einer Veranstaltung der "Gays for Trump" und am Freitag in einem Mugshot der US-Einwanderungsbehörde

Der rechtsextreme Blogger Milo Yiannopoulos ist von der US-Migrationsbehörde ICE in Gewahrsam genommen worden. Die Beamten hätten Yiannopoulos, "einen illegalen Einwanderer aus dem Vereinigten Königreich", am Flughafen in Louisiana festgenommen, wie das Heimatschutzministerium auf der Plattform X mitteilte. Demnach hatte Yiannopoulos seine Aufenthaltsdauer überschritten.

Zuvor sei Yiannopoulos am 22. Juli von einem Einwanderungsrichter eine endgültige Ausweisungsverfügung erteilt worden, nachdem er nicht zu seiner Anhörung erschienen war. Bis zu seiner Abschiebung bleibe er nun in ICE-Gewahrsam, so die Behörde, die soziale Netzwerke häufig nutzt, um an konkreten Personen Exempel zu statuieren und ihre Politik zu bewerben. In der Botschaft verweist sie etwa auf "Selbst-Deportationen", für die Betroffene gar einen Zuschuss erhalten könnten.

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Prominentes Gesicht amerikanischer Rechtsextremisten

Der in Athen geborene Yiannopoulos hatte in Großbritannien eine Karriere in katholischen Medien gemacht und war, zunächst noch recht brav und bieder, in Talkshows aufgetreten, um sich etwa gegen eine Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare auszusprechen.

Mit einer inhaltlichen Radikalisierung und zugleich einem offensiveren, schrillen und vulgären Auftreten mit hetzenden Aussagen entwickelte er sich dann vor rund zehn Jahren nach einer prominenten Beteiligung am frauenfeindlichen Gamergate zu einem prominenten Gesicht des amerikanischen Rechtsextremismus.

Der Brite verbreitete konstant Hetze gegen Frauen, Schwarze, vermeintliche Eliten und Linke – und auch gegen queere Menschen und speziell trans Personen. Etwa im Rahmen einer Tour unter dem Titel "Dangerous Faggot" ("gefährliche Schwuchtel") stellte der Trump-Unterstützer das wie viele seiner Mitstreiter unter anderem als Kampf für Meinungsfreiheit dar (queer.de berichtete).

Direktlink | "Vice"-Bericht 2016 über "The world's biggest asshole"
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Erst als 2017 ein Interview kursierte, in dem er Sex zwischen Männern und Jungen verteidigte, kehrte ihm die rechte Szene großteils den Rücken: Yiannopoulos verlor seinen Buchvertrag mit dem Verlag Simon & Schuster, die Conservative Political Action Conference (CPAC-Konferenz) strich ihn von der Rednerliste und das rechte Onlinemedium Breitbart News kündigte Yiannopoulos.

Befürworter von "Homo-Heilung"

Seit rund fünf Jahren bezeichnet sich Yiannopoulos als "Ex-Gay", also als ehemaligen Schwulen, und bewirbt die sogenannte Konversionstherapie, also von der Wissenschaft abgelehnte und in einigen Staaten verbotene "Behandlungen" zur "Heilung" oder zum Nicht-Ausleben von Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit. (queer.de berichtete)

Yiannopoulos war zuletzt vor allem für seine Verbindungen zum US-Rapper Ye (zuvor Kanye West), bekannt, wie das Promi-Portal TMZ zu dem Fall berichtete. Er habe fast zwei Jahre lang für ihn gearbeitet, bevor die beiden 2024 ihre Zusammenarbeit aufkündigten.

Im vergangenen Jahr hatte Yiannopoulos sich auf X positiv zur Migrationsbehörde ICE geäußert: "Kalifornien braucht ICE-Kontrollpunkte an den Eingängen von Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren, Kreuzungen und Regierungsgebäuden", schrieb er damals. Jeder, der an den Kontrollpunkten nicht nachweisen könne, dass er sich rechtmäßig in den USA aufhält, solle "sofort abgeschoben" werden. (cw/dpa)

Update Yiannopoulos abgeschoben (30.08.2026)

Der rechtsextreme Blogger Milo Yiannopoulos ist von der US-Migrationsbehörde ICE außer Landes gebracht worden. Er sei am Freitag in sein Heimatland, das Vereinigte Königreich, abgeschoben worden, teilte ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums der Deutschen Presse-Agentur mit.

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