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Rund einen Monat nach dem Berliner CSD-Anschlag haben Hunderte Menschen beim ersten Christopher Street Day in Königs Wusterhausen für mehr Vielfalt geworben. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) lobte den Mut der Teilnehmer*­innen. Ein bunter Zug zog unter dem Motto "Liebe statt Hass" durch die Stadt nahe Berlin. Die Polizei sprach von bis zu 700 Besucher*­innen. Trotz einer rechten Gegendemonstration blieb es laut Polizei friedlich. Die beiden Kundgebungen liefen räumlich getrennt.

"Dass ihr euch alle nicht einschüchtern lasst, dass ihr trotzdem kommt, dass ihr von eurem Versammlungsrecht Gebrauch macht, Gesicht zeigt und sagt: Ja, wir sind hier, wir treten für unsere Rechte ein – das ist ein ganz großartiges Zeichen", sagte der CDU-Politiker Redmann, der schwul ist und offen mit seiner Homosexualität umgeht.

"Ich glaube, gerade in diesem Jahr braucht es vielleicht auch noch ein bisschen mehr Mut, weil es diesen schrecklichen Anschlag gab, islamistischen Anschlag in Berlin", sagte Redmann. In Brandenburg gebe es seit einiger Zeit Gegendemonstrationen gegen die CSDs, wozu auch aus dem gewaltbereiten, rechtsextremen Milieu aufgerufen werde. "Die Polizei in Brandenburg steht für eure Sicherheit ein", sagte der Minister zu.

Der CSD will ein Zeichen gegen Queer­feindlichkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung setzen. Die Mitorganisatorin Sophie Awe sprach von einer "Super-Stimmung".

Die rechtsextremistische Jugendgruppierung "Jägertruppe Berlin-Brandenburg" hatte Protest angekündigt. Sie wird im Verfassungs­schutz­bericht 2025 für Brandenburg als neues rechtsextremistisches Jugendphänomen bezeichnet.

Während der CSD in Königs Wusterhausen Premiere hatte, war es in Ludwigsfelde im Landkreis Teltow-Fläming am selben Tag die zweite Ausgabe des CSD. Unter dem Motto "Brandenburg bleibt bunt" startete in Potsdam die Lesbi-Schwule-Tour des Landesverbands Andersartig, die für die Akzeptanz queerer Lebensweisen wirbt. In diesem Jahr tourt sie durch die Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. (dpa/cw)

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