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Bühne frei für queere Männlichkeit

Thailand startet Schönheitswettbewerb für trans Männer und Toms

Thailand gilt weltweit als Hochburg für glamouröse Pageants – doch transmaskuline Personen standen bislang selten im Scheinwerferlicht. Mit "The Tom Thailand 2026" ändert sich das jetzt.


"Tom Thailand" beim CSD Pattaya (Bild: Instagram / Tom Thailand)

"Miss Tiffany's Universe", ein Schönheitswettbewerb für trans Frauen, wird in Thailand bereits seit 1998 ausgetragen. Für transmaskuline Personen und sogenannte "Toms" – ein in Thailand etablierter Begriff für maskulin auftretende Lesben bzw. butch-queere Identitäten – gab es bisher jedoch keine vergleichbare nationale Plattform.

Mit dem Start der offiziellen Bewerbungsphase für "The Tom Thailand 2026" soll das jetzt anders werden. Das Finale soll am 3. Oktober in Bangkok stattfinden. Hinter dem Projekt steht Bunnada Thippibal, weithin bekannt als Phi Lek. Sie erklärte, dass die Idee aus der Überzeugung heraus entstanden sei, dass jede Person die Chance verdiene zu zeigen, wozu sie fähig ist, und dass der Schönheitswettbewerb darauf ausgelegt sei, eine neue Generation dazu zu ermutigen, selbstbewusst in die Öffentlichkeit zu treten.

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Andere Bewertungskriterien als bei traditionellen Schönheitswettbewerben

Anders als klassische Schönheitswettbewerbe, die sich primär auf standardisierte Körpermaße und Abendkleider konzentrieren, soll bei "Tom Thailand" ein ganzheitlicherer Ansatz im Vordergrund stehen. Nach Angaben der Veranstalter*innen werden die Teilnehmenden vor allem nach Kriterien bewertet wie Selbstbewusstsein, Authentizität, Talent oder Repräsentation im Alltag. Bewerben können sich Personen zwischen 18 und 40 Jahren, die sich als trans Mann oder als Tom identifizieren.

Der Begriff Tom (abgeleitet vom englischen Tomboy) beschreibt in Thailand eine eigenständige queere Identität für bei der Geburt weiblich zugewiesene Personen mit maskuliner Geschlechtspräsentation. Traditionell bilden sie häufig Paare mit Dees (femininen Frauen, abgeleitet vom englischen "Lady"). In der modernen thailändischen Queer-Community überschneiden sich die Grenzen zwischen Tom-Identitäten und transmaskulinen/nichtbinären Erfahrungen zunehmend.

Die Etablierung von "The Tom Thailand 2026" fügt sich in einen breiteren gesellschaftlichen Wandel ein: Thailand hatte Anfang 2025 als erstes Land Südostasiens die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare legalisiert (queer.de berichtete).

Trotz der sichtbaren Präsenz gibt es im Alltag für trans Menschen weiterhin strukturelle Diskriminierung. Konservative Familienstrukturen, Hürden beim Aufstieg in traditionellen Berufsfeldern sowie Klischees und Vorurteile belasten auch in Thailand viele trans Personen weiterhin. Zudem werden trans Menschen weiterhin nicht rechtlich anerkannt – anders als in Deutschland können sie etwa auf offiziellen Dokumenten wie Personalausweis, Reisepass oder Geburtsurkunde ihren Geschlechtsantrag nicht ändern lassen, selbst nach geschlechtsangleichenden Operationen. Trans Aktivist*innen fordern daher schon seit Jahren ein Selbstbestimmungsgesetz. (cw)

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