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Nach heftiger Kritik

Met Gala 2027 verliert Thema: Ausstellung von John Galliano abgesagt

Der schwule Designer John Galliano sollte bei der Met Gala 2027 gewürdigt werden. Wegen früherer antisemitischer und rassistischer Äußerungen wurde die geplante Ausstellung nun abgesagt. Damit steht das Mode-Event ohne Thema da.


Auch Anna Wintour (l.) äußerte sich zur Absage der Galliano-Ausstellung (Bild: IMAGO / Bestimage)

Das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art muss sich nach einem neuen Thema für die Met Gala 2027 umsehen. Eigentlich sollte der schwule Designer John Galliano (65) geehrt werden. Dazu hatte das Institut die Frühjahrsausstellung mit dem Titel "John Galliano: Horizons" angekündigt. Die ist jetzt Geschichte.

Wie das Museum und Galliano in einer Pressemitteilung bekannt gaben, wurde die Ausstellung abgesagt. Grund dafür ist der öffentliche Druck, der sich aufgrund antisemitischer und rassistischer Äußerungen von 2010 und 2011 entzündet hat (queer.de berichtete).

Galliano entschuldigt sich erneut

Der britische designer schrieb auf Instagram: "Nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit dem Met und allen Beteiligten bin ich mit großer Trauer zu dem Entschluss gekommen, dass es für die Ausstellung das Beste ist, sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattfinden zu lassen." Galliano erklärte, dass er weiterhin "volle Verantwortung" für jene Aussagen übernehme, und entschuldigte sich erneut.

"Ich verstehe, dass eine sinnvolle Wiedergutmachung nicht durch eine Ausstellung, institutionelle Anerkennung oder eine einzelne öffentliche Geste erreicht wird", führte er aus. "Es ist eine fortwährende Verantwortung, die sich durch Zuhören, Lernen und das eigene Verhalten im Laufe der Zeit zeigt." Weiter betonte er, dass er das Museum nicht in eine schwierige Lage bringen oder von der Arbeit des Costume Institute ablenken wolle.

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Anna Wintour spricht von mutiger Entscheidung

Museumsdirektor Max Hollein (57) teilte in einem Statement auf der Website des Museums mit: "Nach eingehenden Gesprächen mit John Galliano haben wir gemeinsam beschlossen, die Ausstellung nicht durchzuführen." Die langjährige Met-Gala-Gastgeberin Anna Wintour (76) erklärte, dass die Entscheidung "sehr mutig" sei. "Ich halte dies für die richtige Entscheidung, und sowohl er als auch das Museum haben meine volle Unterstützung", wird sie zitiert. Andrew Bolton, der Kurator des Costume Institute, sprach von einer Verantwortung, "schwierige historische Themen mit Sorgfalt, Offenheit und Bedacht zu betrachten".

Dem Museum zufolge werden eine neue Frühjahrsausstellung sowie das Motto der Met Gala 2027 zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Skandal und Rückkehr des Designers

Seit der Ankündigung der Ausstellung Ende Juli hatte es öffentliche Diskussionen gegeben (queer.de berichtete). Grund dafür war ein Antisemitismus-Skandal, der auf Video festgehalten wurde: Im Dezember 2010 pöbelte der betrunkene Dior-Chefdesigner in einem Pariser Café Personen an, die er für jüdisch hielt. "Ich liebe Hitler", sagte er. Einen asiatischstämmigen Franzosen beschimpfte er dabei als "fucking Asian bastard". Dior trennte sich danach von ihm, ein französisches Gericht verurteilte ihn wegen antisemitischer und rassistischer Beleidigungen.

/ sabra_the

Der 1960 in Gibraltar geborene Galliano arbeitete jahrelang an seiner Rückkehr, entschuldigte sich und suchte das Gespräch mit jüdischen Vertreter*innen. 2014 holte ihn Maison Margiela zurück, Kate Moss ließ sich von ihm ihr Hochzeitskleid entwerfen, 2023 erschien die Dokumentation "High & Low" (queer.de berichtete).

In der Modewelt gilt John Galliano längst wieder als Genie. Im März 2026 wurde eine zweijährige Partnerschaft mit der Marke Zara angekündigt. Die erste Kollektion soll im September erscheinen. (cw/spot)

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