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Besonders hohes Risiko beim Sex

Studie: Spermien begünstigen Mpox-Infektion

Die Viruserkrankung wird bei engem Körperkontakt übertragen. Expert*innen haben untersucht, welche Rolle Samenflüssigkeit dabei spielt.


Mpox-Viren unter dem Elektronenmikroskop (Bild: NIAID / wikipedia)

Spermien begünstigen nach Erkenntnissen eines Frankfurter Forschungsteamss eine Infektion mit Mpox. "Unsere Ergebnisse liefern eine Erklärung dafür, warum sexuelle Kontakte ein besonders hohes Übertragungsrisiko bergen", sagte die Doktorandin Emma Torbica, die die Experimente durchgeführt hat. "So kann Samenflüssigkeit die Infektion fördern, wenn sie zum Beispiel mit analen oder genitalen Schleimhäuten in Kontakt kommt, wo sich bereits Pocken gebildet haben, die noch nicht bemerkt wurden."

Mpox wird überwiegend von Tieren auf Menschen übertragen, die neueren Varianten können aber auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Die Krankheit verläuft laut den Wissenschaftlerinnen meist mild mit eher unspezifischen Symptomen. "Erst im weiteren Verlauf zeigen sich die typischen Pocken auf der Haut", hieß es. "Mit dem Auftreten der ersten Symptome sind die Infizierten ansteckend, es braucht zur Übertragung allerdings einen engen Körperkontakt, etwa wenn eine Mutter ihr Kind umarmt, oder durch sexuelle Kontakte."

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Samenflüssigkeit fördert die Aufnahme des Erregers

Das Forschungsteam von der Goethe-Universität und der Universitätsmedizin Frankfurt hat untersucht, welche Faktoren eine Ausbreitung begünstigen können. Dazu infizierten die Expertinnen Bindegewebszellen und Oberhautzellen mit Mpox-Viren. "Waren die Viren zuvor mit Samenflüssigkeit vermischt worden, förderte dies die Aufnahme des Erregers in die Zellen", hieß es in der Mitteilung.

Ursache sind demnach natürlich vorkommende Eiweißbruchstücke in der Samenflüssigkeit, die Fasern bilden und dadurch dem Mpox-Virus das Andocken an menschliche Zellen erleichtern. Die Ergebnisse seien für die medizinische Praxis wichtig, sagte Studienleiterin Denisa Bojkova. Ein experimenteller Wirkstoff könnte die Strukturen stören und das Virus zusätzlich direkt hemmen. "Langfristig könnte dies neue Ansätze zur Prävention eröffnen."

Stetig Fälle auch in Deutschland

In Deutschland treten – auf vergleichsweise niedrigem Niveau – kontinuierlich neue Mpox-Fälle auf. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin hatte kürzlich mitgeteilt, dass die Krankheit Mpox zunehmend auch bei Sex zwischen Männern und Frauen übertragen wird (queer.de berichtete). Dem Amt seien zuletzt einige Fälle im Umfeld von sexpositiven Veranstaltungen für heterosexuelle und queere Menschen gemeldet worden.

Eigentlich infizieren sich vor allem Männer, die Sex mit Männern haben und häufig den Sexualpartner wechseln. Für diese Gruppe empfiehlt das Lageso Impfungen (queer.de berichtete). Die Impfung ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sehr effektiv und gut verträglich. Wer sich trotz der Impfung infiziere, habe meist einen deutlich leichteren Krankheitsverlauf. (dpa/cw)

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