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Nach 15 Jahren

Tim Cook ist nicht mehr Apple-Chef

Der US-Manager Tim Cook war der erste offen schwule Chef eines großen amerikanischen Konzerns. Apple galt unter seiner Führung als queerfreundlich – allerdings mit Einschränkungen.


Tim Cook beim Besuch im Weißen Haus im August 2025 (Bild: IMAGO / MediaPunch)

Nach 15 Jahren an der Spitze des wertvollsten Unternehmens der Welt hat Tim Cook am Dienstag den CEO-Posten bei Apple geräumt. Damit endet eine historische Ära: Cook war nach seinem Coming-out im Jahr 2014 der erste offen schwule Chef eines Fortune-500-Unternehmens, also den 500 umsatzstärksten US-Unternehmen.

Nun leitet der bisherige Hardware-Chef John Ternus die Geschicke von Apple. Cook wechselt in den Aufsichtsrat als Executive Chairman, also als geschäftsführender Verwaltungsratsvorsitzender. Damit zieht sich Cook aus dem kleinteiligen operativen Tagesgeschäft zurück, behält aber maßgeblichen strategischen Einfluss und übernimmt spezialisierte Kernaufgaben.

Erfolgreiche Amtszeit

Cook gilt als erfolgreicher Manager: Während seiner Zeit an der Spitze des Technologieunternehmens steigerte sich die Marktkapitalisierung von Apple von rund 350 Milliarden auf über 4,5 Billionen Dollar. Auch die Aktionär*innen machte er glücklich: Inklusive der reinvestierten Dividenden stieg die Aktie um 2.700 Prozent.

Der 65-Jährige hinterlässt aber auch in der queeren Community ein Vermächtnis. Sein Coming-out vor zwölf Jahren – also in einer Zeit, als im größten Teil der USA noch ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben galt – zeigte, dass sexuelle Minderheiten auch in diesem Segment angekommen sind. Sein legendärer Coming-out-Satz wird noch heute gerne zitiert. Er hatte damals gesagt: "Ich bin stolz, schwul zu sein. Ich denke, dass mein Schwulsein zu den größten Geschenken gehört, die Gott mir gegeben hat." Cook, der sein Privatleben bis heute rigoros vor der Öffentlichkeit schützt, begründete seinen Schritt damals nicht mit persönlicher Profilierung, sondern mit Verantwortung gegenüber Jugendlichen, die mit Mobbing oder Ablehnung kämpften.

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Aktivismus auf Vorstandsebene – zumindest bis zu einem gewissen Grad

Unter Cooks Führung wandelte sich Apple zu einem der progressivsten Akteure der großen Konzerne. So trat der CEO mit Mitarbeitenden bei CSDs auf. Apple spendete auch regelmäßig Millionen an queere Hilfsorganisationen wie "The Trevor Project", brachte jährlich prominente Pride-Editionen der Apple Watch heraus und engagierte sich juristisch im Kampf gegen queerfeindliche Gesetze (queer.de berichtete). Immer wieder kritisierte Apple US-Präsident Donald Trump in dessen erster Amtszeit (queer.de berichtete).

Insbesondere in Trumps zweiter Amtszeit suchte er aber – wie auch andere Tech-Unternehmer – die strategische Nähe zum US-Präsidenten. So nutzte Cook die persönliche Beziehung, um Sonderregelungen und Ausnahmen bei Zollsätzen für wichtige Apple-Produkte zu erwirken, die in China produziert werden. Cook betonte bei Kritik an seiner Haltung wiederholt, dass er im Sinne des Unternehmens und der Arbeitsplätze handele.

Apple akzeptierte queerfeindliche Einschränkungen

Apple stand unter Cooks Regentschaft auch in der Kritik, weil das Unternehmen in queerfeindlichen Ländern wie Russland, China oder den Vereinigten Arabischen Emiraten Apple lokalen Zensurgesetzen beugte: Queere Inhalte, VPN-Dienste und queere Dating-Apps wurden etwa im regionalen App Store gesperrt oder unzugänglich gemacht (queer.de berichtete).

Mit John Ternus übernimmt nun ein Apple-Veteran und Ingenieur die Führung, der als pragmatischer Produktentwickler gilt. Seine Hauptherausforderung dürfte nun der Umgang mit KI-Technologie werden. (cw)

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