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USA
Polizei: Attentat auf Schwulenbar in Arizona war Hassverbrechen
Zwei Menschen starben bei einem nächtlichen Angriff auf eine Schwulenbar in Tucson. Jetzt erklärt die Polizei, dass der mutmaßliche Täter wohl aus Hass gehandelt hat.

Das Venture-N in Tucscon wurde Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens (Bild: Google Maps)
- 3. September 2026, 12:50h 3 Min.
Nach den tödlichen Schüssen auf zwei queere Männer vor einer traditionsreichen Schwulenbar in Tucson hat die örtliche Polizei die Tat offiziell als gezieltes Hassverbrechen gegen die queere Community eingestuft. Der Täter handelte laut den Ermittler*innen allein und nahm sich im Anschluss selbst das Leben.
Die Tat ereignete sich in der Nacht zum Montag: Gegen 0:30 Uhr wurden ein 33-Jähriger und ein 42-Jähriger auf dem Parkplatz der seit den Achtzigerjahren betriebenen Schwulenbar "Venture-N" von einem Unbekannten konfrontiert und unvermittelt niedergeschossen. Beide Opfer erlagen noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. Der Schütze richtete die Waffe – eine 9-mm-Pistole – anschließend gegen sich selbst und verstarb kurz darauf in einem Krankenhaus. In das Innere der Bar hatte er laut Polizei zu keinem Zeitpunkt vordringen können.
Die Polizei von Tucson identifizierte den Schützen als den 44-jährigen Ousman C., der erst vor Kurzem aus Oklahoma in die Stadt gezogen war und in keiner persönlichen Beziehung zu den beiden Opfern stand.
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellten Ermittler*innen eine handschriftliche Notiz sicher. Aus dieser geht unmissverständlich hervor, dass der Täter aus tief sitzendem Hass auf die queere Community handelte und den Entschluss gefasst hatte, diesen Angriff gezielt auszuführen. Zudem führte der Täter eine Liste weiterer queerer Bars und Begegnungsorte in der Region mit sich. Die Polizei kontaktierte daraufhin vorsorglich alle dort aufgeführten Betriebe, betonte jedoch, dass nach derzeitigem Ermittlungsstand keine fortdauernde akute Bedrohungslage mehr für die Community bestehe.
Sorgen um Safe Spaces
Die Nachricht löste in der amerikanischen Community Schockwellen aus. Tucson gilt traditionell als progressiv und als queerer Zufluchtsort im Bundesstaat Arizona, der als queerfeindlich gilt – so ist in der Landesverfassung von Arizona die gleichgeschlechtliche Ehe noch immer verboten, obwohl das Verbot seit einer Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs aus dem Jahr 2015 nicht mehr angewandt werden darf (queer.de berichtete).
"Das 'Venture-N' war für Tucsons queere Community über Generationen hinweg ein unerschütterlicher Safe Space. Dass dieser Geschichte nun ein weiteres Hassverbrechen hinzugefügt wird, bricht uns das Herz und macht uns zutiefst wütend", erklärte die lokale LGBTI-Organisation Tucson Queerstory. Tucsons Bürgermeisterin Regina Romero verurteilte die Tat scharf als verheerenden Angriff auf die gesamte Stadtgesellschaft und forderte angesichts der anhaltenden Waffengewalt strengere Waffengesetze.
Freund*innen und Angehörige erinnerten an die beiden Getöteten als lebensfrohe und engagierte Stützen der Community. Vor der Fassade des Lokals entstand eine Gedenkstätte aus regenbogenfarbenen Kerzen, Blumen und Porträts der Opfer, begleitet von einer Mahnwache im örtlichen Park.
Für viele queere Menschen ruft der Fall schmerzhafte Erinnerungen an vorangegangene Angriffe wie das Attentat auf das "Pulse" in Orlando (2016) oder den Anschlag auf den "Club Q" in Colorado Springs (2022) wach. Anders als damals – als die damaligen Präsidenten Barack Obama bzw. Joe Biden sich direkt an die queere Community wandten und ihre Trauer ausdrückten – schwieg das Weiße Haus von Präsident Donald Trump dieses Mal zu dem Attentat. (cw)












