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Symbolbild: Das Urteil ist rechtskräftig (Bild: freepic)

Ein 22-Jähriger ist nach einer brutalen Attacke auf eine trans Frau in Lübeck zu drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Lübeck sprach ihn wegen Körper­ver­letzung, Beleidigung und Bedrohung schuldig. Zudem muss er an einem Anti-Aggressions-Training teilnehmen und dem Opfer 500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das berichtete der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (Bezahlartikel).

Der Mann hatte die Tat zu Beginn des Prozesses weitgehend eingeräumt. Er habe die Frau im vergangenen Jahr auf offener Straße verfolgt, an den Haaren gezogen, geschlagen und mit dem Tod bedroht. Ein gezielter Angriff wegen ihrer Geschlechts­identität sei dies nach seiner Darstellung jedoch nicht gewesen. Er habe aus "blinder Wut" gehandelt und nach eigenen Angaben nicht gewusst, dass es sich bei dem Opfer um eine trans Frau handelte. Er habe "nichts gegen diese Menschen".

Die Staatsanwaltschaft war hingegen von einem transfeindlichen Motiv überzeugt. Sie hatte eine viermonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung gefordert. Der Angeklagte ist bereits wegen Körper­ver­letzung vorbestraft. In seinem letzten Wort verwies er auf eigene Gewalterfahrungen in seiner Jugend und erklärte sich bereit, eine Therapie zu machen.

Die Beweislage im Prozess war schwierig. Ein Zeuge hatte die Attacke teilweise aus seiner Wohnung beobachtet, konnte jedoch keine konkreten Verletzungen bestätigen. Die Geschädigte selbst erschien trotz Vorladung nicht vor Gericht. Zudem lagen keine Beweisfotos vor. Die Richterin stützte ihre Entscheidung daher insbesondere auf Aussagen von Zeug*­innen und das Geständnis des Angeklagten. Das Urteil ist nach Angaben des Gerichts rechtskräftig. (cw)

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