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Brandenburg

CSD Rathenow: Mini-Gegenprotest von Neonazis vorzeitig beendet

Mehrere Hundert Menschen zogen am Samstag beim Christopher Street Day durch Rathenow. Zur angekündigten Gegendemo der rechtsextremen Gruppe "Deutsche Patrioten Voran" kamen weniger als 40 Personen.


Demoaufruf der Neonazis (Bild: Instagram)

Beim Christopher Street Day (CSD) haben sich am Samstag in Rathenow (Landkreis Havelland) nach Polizeiangaben rund 350 Menschen versammelt. Die Veranstaltung sei störungsfrei verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizei. Bei der angekündigten rechtsextremen Gegendemo waren es laut Polizei weniger als 40 Teilnehmende Der Gegenprotest wurde frühzeitig beendet.

In den sozialen Netzwerken rief die Gruppe "Deutsche Patrioten Voran" (DPV) zu dem Gegenprotest auf. Man wolle "gemeinsam friedlich gegen den "CSD" in Rathenow" protestieren, hieß es in einem Instagram-Post. "Schwarz Rot Gold ist bunt genug."

Dem "gewaltorientierten subkulturellen Neonationalsozialismus" zugeordnet

Die Gruppe ist seit 2024 insbesondere gegen CSDs in Ostdeutschland aktiv. Damals organisierten sie etwa Demonstrationen in Bautzen, Leipzig, Zwickau, Görlitz, Döbeln und Berlin. Sie wird im Brandenburger Verfassungsschutzbericht 2025 erwähnt. Die meist jungen Mitglieder werden dabei dem "gewaltorientierten subkulturellen Neonationalsozialismus" zugeordnet. Queerfeindlichkeit wird als eine Art "Brückenthema" genutzt, um junge Menschen über antiqueere Rhetorik an offene Neonazi-Strukturen heranzuführen. Durch geschlossenes Auftreten und Überzahl im ländlichen Raum will die Gruppe gezielt Angst bei Teilnehmenden und Veranstaltenden von CSDs erzeugen.

Inzwischen gibt es auch Überschneidungen zur AfD, dem parlamentarischen Arm des Rechtsextremismus. In der brandenburgischen Kleinstadt Müncheberg beteiligten sich erst im Juli prominente Kommunalpolitiker der AfD bei der Neonazi-Demo, bei der die Rechtsextremen auch die Polizei angriffen (queer.de berichtete). Bei der Neonazi-Demo wurden Sprüche wie "Deutsch, sozial und national" oder auch die Drohung "Ohne Polizeischutz wärt ihr nicht hier" skandiert. Die CSD-Teilnehmenden reagierten mit Sprüchen wie "Eure Kinder werden so wie wir, werden alle queer" (queer.de berichtete).

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Der CSD Rathenow erfuhr auch Widerstand aus der Bundesregierung: Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hatte dem Pride erst kürzlich die Förderung gestrichen (queer.de berichtete). Spenden aus der Bevölkerung retteten die queere Demonstration. (cw/dpa)

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