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Designer der Stars
Trauer um Bob Mackie
Der Kostümdesigner machte Cher, Diana Ross und Elton John zu funkelnden Bühnenerscheinungen – und lebte selbst lange im Verborgenen als schwuler Mann. Nun ist Bob Mackie gestorben.

Bob Mackie wurde 87 Jahre alt (Bild: IMAGO / AFF-USA / Lisa O'Connor)
- 15. September 2026, 05:24h 3 Min.
Der für seine Arbeit mit Stars wie Cher, Tina Turner und vielen weiteren Musik-Größen bekannte US-Modedesigner Bob Mackie ist tot. Er sei im Alter von 87 Jahren gestorben, hieß es in einer Mitteilung auf seinem Instagram- und Facebook-Profil. Mackie habe zuvor eine Lungenentzündung gehabt und sei im Krankenhaus gestorben, zitierte die "New York Times" Mackies langjährigen Designchef.
Mackie galt als einer der bekanntesten Kostümdesigner der US-Unterhaltungsbranche. Besonders eng war seine Karriere mit Sängerin Cher verbunden, für die er zahlreiche Bühnen- und Fernsehoutfits entwarf. Seine häufig mit Pailletten, Federn und Strass besetzten Kreationen prägten das Erscheinungsbild der Sängerin maßgeblich. Auch Stars wie Diana Ross, Tina Turner, Elton John, Taylor Swift, Beyoncé, Sabrina Carpenter und Carol Burnett trugen seine Entwürfe.
Mehrfach mit einem Emmy ausgezeichnet
Seine Karriere begann Mackie Anfang der 1960er Jahre als Zeichner für Kostümdesigner in Hollywood. Dabei fertigte er auch eine Entwurfsskizze für das berühmte Kleid an, das Marilyn Monroe 1962 bei ihrem "Happy Birthday, Mr. President"-Auftritt für US-Präsident John F. Kennedy trug.
Für seine Arbeit wurde Mackie mehrfach mit einem Emmy ausgezeichnet, laut dem Magazin "Variety" insgesamt neun Mal bei über 30 Nominierungen. Für Kostümdesigns erhielt er zudem drei Oscar-Nominierungen. 2019 gewann er für das Broadway-Musical "The Cher Show" einen Tony Award. 2002 wurde er als erster Kostümdesigner in die Hall of Fame der Television Academy aufgenommen.
Spätes Coming-out, langjährige Partnerschaft
Mackies Privatleben war lange von der Öffentlichkeit abgeschirmt. In jungen Jahren heiratete er die Sängerin und Schauspielerin Lulu Porter; die Ehe hielt allerdings nur wenige Jahre. Aus ihr ging ein Sohn hervor, Robin, der 1993 an einer Aids-bedingten Erkrankung starb. Sowohl sein Coming-out als schwuler Mann während dieser Ehe als auch der Tod seines Sohnes zählten zu den Themen, über die der als sehr zurückhaltend geltende Mackie nur schwer öffentlich sprach, wie es in der 2025 erschienenen Dokumentation "Bob Mackie: Naked Illusion" heißt.
Mackies langjähriger Lebenspartner war der ebenfalls als Kostümdesigner tätige Ray Aghayan, mit dem er seit den 1970er Jahren zusammenarbeitete und bis zu dessen Tod 2011 liiert war.
Pionier der queeren Popkultur
Über sein Werk hinaus wurde Mackie in der queeren Community gewürdigt: 2025 nahm ihn das US-Magazin "Out" in seine "Out100"-Liste bedeutender LGBTI-Persönlichkeiten des Jahres auf. In einem Interview aus diesem Anlass richtete Mackie Worte an queere Menschen in schwierigen Zeiten: Man solle ehrlich zu sich selbst sein, das tun, was man am besten könne, und sein Leben so einrichten, dass es für einen selbst funktioniere.
Seine campen, opulenten Bühnenlooks – oft für weibliche Popikonen entworfen – gelten zudem seit Jahrzehnten als fester Bezugspunkt queerer Ästhetik, etwa in Drag- und Ballroom-Kulturen, die sich an seinen Cher- und Burnett-Kostümen orientierten. (cw/dpa)















