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Berlin
Vermisster Mann nach "Folsom"-Fetischfestival wieder aufgetaucht
Ein 31-Jähriger, der nur mit Unterhose bekleidet nach dem queeren Berliner Fetischfestival "Folsom" vermisst wurde, ist wohlbehalten wieder aufgetaucht. Zuvor hatten hämische Kommentare unter der Vermisstenmeldung scharfe Kritik ausgelöst.

Die Berliner Polizei hatte mit mehreren Fotos, darunter auch Tattoo-Bilder, nach dem vermissten Touristen Gabriel R. G. gesucht (Bild: Polizei Berlin)
- 15. September 2026, 08:24h 2 Min.
Ein 31-jähriger Tourist, der seit Sonntag in Berlin vermisst wurde, ist wieder wohlbehalten aufgefunden worden. Wie die Polizei Berlin mitteilte, konnte im Rahmen einer Foto-Fahndung ermittelt werden, dass der Mann am Sonntag in hilflosem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden war. Von dort sei er am Montagnachmittag wieder entlassen worden und habe sich seitdem bei Freund*innen aufgehalten.
Gabriel R. G. war zuletzt gesehen worden, als er gegen 6 Uhr am Sonntagmorgen den Club "Alte Münze" am Molkenmarkt verließ. Danach fehlte von ihm jede Spur. Die Polizei hatte daraufhin mit Fotos nach dem Mann gesucht und ihn unter anderem anhand zweier Tattoos an den Beinen sowie Ohrringen an beiden Ohren beschrieben. Zuletzt sei er nur mit einer Unterhose und Sneakern bekleidet gewesen, wie es in der Vermisstenmeldung hieß. Der 31-Jährige hatte zuvor an der Abschlussparty des mehrtägigen queeren Fetischfestivals "Folsom" teilgenommen.
Hämische Kommentare auf Facebook
Die Vermisstenmeldung hatte in sozialen Netzwerken teils queerfeindliche Reaktionen ausgelöst. Unter dem Facebook-Beitrag der Tageszeitung "B.Z." zu dem Fall fanden sich Kommentare, die den Vermissten verhöhnten und seine Teilnahme an der Fetischparty zum Anlass für abwertende Bemerkungen nahmen. "Vielleicht liegt der irgendwo in einer Hundebabykippe und wartet auf sein Herrchen", schrieb ein User. In einem anderen Kommentar hieß es: "Vielleicht wurde er ja im Tierheim abgegeben."
Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano kritisierte die Kommentare scharf. "Was für eine menschliche Niedertracht!", schrieb der SPD-Politiker auf Instagram. "Ein Mensch wird vermisst. Vielleicht ist er in Gefahr. Vielleicht braucht er dringend Hilfe. Wir wissen nicht, was ihm passiert ist. Und das Erste, was manchen von euch dazu einfällt, ist Häme."
Ob jemand auf einer Fetischparty gewesen sei, dürfe nicht darüber entscheiden, wie viel Mitgefühl und Würde ein Mensch verdiene, so Pantisano. "Gabriel ist kein Gegenstand für eure Häme. Er ist ein Mensch. Jemandes Sohn. Jemandes Freund. Vielleicht jemandes Bruder. Und irgendwo sitzen Menschen, die ihn lieben und auf ein Lebenszeichen warten." (cw)













