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Robert Geisendörfer Preis

Doku über trans Aktivistin Efrat Tilma ausgezeichnet

Der NDR-Dokumentarfilm "I Am What I Am – Stolz, eine Frau zu sein" über die israelische trans Ikone Efrat Tilma ist mit dem Robert Geisendörfer Preis 2026 ausgezeichnet worden. Die Jury würdigt ein Porträt voller Nähe und Respekt.


Szene aus "I Am What I Am – Stolz, eine Frau zu sein" (Bild: Efrat Tilma / beetz brothers film production / UVS Films)

Ein Leben zwischen Flucht, Neuanfang und Widerstand: Für das Porträt der israelischen trans Aktivistin Efrat Tilma ist der NDR-Dokumentarfilm "I Am What I Am – Stolz, eine Frau zu sein" am 16. September in Mainz mit dem Robert Geisendörfer Preis 2026 ausgezeichnet worden. Bei der Gala beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) kürte die Jury "Allgemeine Programme" unter Vorsitz von Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst den Film in der Kategorie Fernsehen.

Den Preis nehmen die Produzenten Christian Beetz und Georg Tschurtschenthaler sowie die Autoren und Regisseure Sagi Bornstein und Udi Nir entgegen. Entstanden ist der Film 2025 in Zusammenarbeit von NDR und Arte, verantwortliche Redakteurinnen sind Claudia Cellarius (NDR) und Catherine Le Goff (Arte).

Die Jury zeigte sich sichtlich beeindruckt: Der Film porträtiere Efrat Tilma, wie es in der Begründung heißt, "aus großer Nähe und mit tiefem Respekt" – ohne sie zur Heldin oder zum Symbol zu stilisieren. Stattdessen zeige die Kamera, stets nah, aber nie aufdringlich, einen Menschen mit Wunden, Humor und Lebensklugheit, und lasse dessen Widersprüche bewusst stehen. So erinnere der Film daran, dass Identität kein Etikett sei, sondern das Recht jedes Menschen, ein Leben zu führen, das ihm entspricht.

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Tilmas eigene Geschichte liest sich wie ein Drama in mehreren Akten: Als sie in den 1960er Jahren in Israel mehrfach vergewaltigt und von der Polizei verfolgt wird, flieht sie – über Paris, wo sie im legendären Cabaret-Milieu unterkommt, bis nach Casablanca, wo sie sich einer Geschlechtsangleichung unterzieht. Schließlich baut sie sich in Berlin ein neues Leben auf. Erst nach mehr als 35 Jahren im Exil kehrt sie nach Israel zurück – und wird dort zur ersten ehrenamtlichen trans Mitarbeiterin der israelischen Polizei. 2022 setzte die BBC sie auf ihre Liste der 100 einflussreichsten Frauen des Jahres.

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In der ARD-Mediathek verfügbar

Ihre deutsche Kinopremiere feierte die Doku bereits am 15. November 2025 auf Arte, seither ist sie in der ARD-Mediathek abrufbar. International hatte der Film da schon Furore gemacht: mit dem Weil Bloch Award als bester Film und einer Nominierung für den Israeli Documentary Film Award.

Der Robert Geisendörfer Preis wird jährlich von der Evangelischen Kirche in Deutschland für herausragende Hörfunk- und Fernsehproduktionen vergeben. Insgesamt vergab die Jury in diesem Jahr acht Auszeichnungen – jede davon dotiert mit 5.000 Euro. (cw)

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