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- 17. November 2006 1 Min.
Washington (queer.de) - In einem Papier des US-Verteidigungsministeriums wird Homosexualität nicht mehr als Geisteskrankheit bezeichnet, aber in einer Liste von "Umständen" wie Fettsucht, Schlafwandeln oder Bettnässen genannt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Vor einem knappen halben Jahr hatte die Klassifizierung als Geistesstörung für Aufregung gesorgt (queer.de berichtete). Kurze Zeit später gab das Pentagon bekannt, es werde die Dokumente ändern (queer.de berichtete). Die neue Bewertung stieß bei führenden Psychologen wieder auf Kritik: "Wir schätzen Ihre Versuche, unsere Einwände in diesem Bereich in Ihre Dokumente einzuarbeiten", so James H. Schully, Chef der American Psychological Association (APA) in einem diplomatischen Brief an das Verteidigungsministerium. "Aber dem neuen Papier fehlt es unserer Meinung nach an Klarheit." Auch der demokratische Parlamentsabgeordnete Marty Meehan zeigte sich enttäuscht über das Verteidigungsministerium: "Mehr als 30 Jahre, nachdem Homosexualität von der Liste der Geistesstörungen gestrichen wurde, wird sie vom Pentagon fälschlicherweise immer noch als 'Defekt' charakterisiert", so das Mitglied im Verteidigungsausschuss. Im US-Militär werden offen schwule und lesbische Angestellte nach wie vor gefeuert - in den ersten drei Quartalen 2006 waren 726 Menschen von dieser Regelung betroffen. (dk)














