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Oktoberfest
"Bier, Boobs, Brezn": Wiesn feiert erste Lesben-Party
Am Montag gab es auf dem Oktoberfest erstmals eine eigene Party für Frauen und Flinta-Personen. Unter dem Motto "Bier, Boobs, Brezn" feierten rund 700 Gäste im Festzelt Bräurosl – einen Tag nach dem überwiegend schwulen Gay Sunday.

Unter dem Motto "Bier, Boobs, Brezn" feierten rund 700 Gäste im Festzelt Bräurosl (Bild: IMAGO / imagebroker / Fabian von Poser)
- 22. September 2026, 05:41h 3 Min.
Ein paar Hundert Besucher*innen haben auf dem Oktoberfest das erste explizit lesbische Wiesn-Event gefeiert. Unter dem Motto "Bier, Boobs, Brezn" gab es im Festzelt "Bräurosl" eine queere Party nur für Frauen und Flinta-Personen. Einhorn-Luftballons schwebten über den Gästen, auf der Bühne wehte die Regenbogen-Flagge.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Sina Scherer und Silke Völling von der Partyreihe "Lost Girls" sowie von Ricarda Hofmann vom Podcast "Busenfreundin". Nach Angaben der Veranstalterinnen hatten sich rund 700 Gäste angemeldet, das Interesse sei aber deutlich größer gewesen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, war ursprünglich von 170 Plätzen die Rede, zuletzt habe es mehr als 1.000 Anfragen gegeben.
"Layla" durfte nicht gespielt werden
Das Event fand einen Tag nach dem traditionellen Gay Sunday statt, dem Rosa Sonntag, der schon seit 1977 in der Bräurosl gefeiert wird und laut den Wirtsleuten Franziska und Peter Reichert zu 90 Prozent von Männern besucht wird. "Wo sind eigentlich die lesbischen Frauen?", fragte Veranstalterin Scherer. In München habe es früher mehr Orte gegeben, an denen sich lesbische Frauen sichtbar treffen konnten, viele davon seien verschwunden. "Da haben wir irgendwann gesagt: Dann warten wir nicht darauf, dass jemand einen Raum für uns schafft. Dann schaffen wir ihn selbst", so Scherer.
Die Gründe für den Männerüberschuss bei queeren Partys sieht Berti Gammenthaler vom Forum Queeres Archiv München unter anderem im unterschiedlichen Konsumverhalten und im Einkommensgefälle zwischen Männern und Frauen. Auch Veranstalterin Scherer verwies laut "Süddeutscher Zeitung" auf finanzielle Gründe: Frauen arbeiteten häufig in Berufen, in denen sie weniger verdienten. Ricarda Hofmann brachte zudem den gesellschaftlichen Rechtsruck ins Spiel: "Jeder, der hier ist, setzt ein Statement".
Für die Veranstaltung gab es ein eigenes Sicherheitskonzept: Unter den Gästen befanden sich auch Polizistinnen in Zivil, zudem wurden die Bands gebeten, an diesem Tag nicht den von den Organisatorinnen als frauenverachtend eingestuften Song "Layla" zu spielen.
"Wir schreiben hier heute auch ein Stück History, oder besser 'Herstory'"
Auch Bräurosl-Wirtin Franziska Reichert äußerte sich laut "Süddeutscher Zeitung" zur Tradition des Rosa Sonntags: An diesem Tag und nun auch am Rosa Montag würden "das Leben und die Liebe gefeiert". Gästin Franziska Zacher beschrieb der Zeitung zufolge das besondere Gefühl der Veranstaltung: Es habe ihr viel bedeutet zu sehen, "dass wir viele sind".
Angezapft wurde das Fass von der Zweiten Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne), die laut "Abendzeitung" den Gästen zurief: "Wie toll, dass ihr heute die Bräurosl füllt!" Bräurosl-Wirtin Franziska Reichert hisste anschließend die Regenbogenflagge. "Ich hoffe, dass sich das etabliert und auch hier eine Tradition draus wird – möglichst im ganzen Zelt!", sagte Fuchs zufolge nach dem Anzapfen. Auch Wirt Peter Reichert zeigte sich begeistert: "Das ist Frauen-Power! Fast das ganze Zelt ist voller Frauen, das ist doch sensationell."
Mitveranstalterin Sina Scherer sprach der "Abendzeitung" gegenüber von einem historischen Moment: "Wir schreiben hier heute auch ein Stück History, oder besser 'Herstory'." Sie betonte zudem die politische Dimension der Veranstaltung: "Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, sichtbar zu bleiben." Mit Blick auf die aktuellen Landtagswahlen sei es wichtig, zusammenzuhalten. (cw/dpa)














