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Neue Kampagne stellt BI+-Leben in den Vordergrund

Zum internationalen Bi Visibility Day am 23. September starten IWWIT und Bi+-Organisationen eine Kampagne mit persönlichen Geschichten, Wissen und Aufklärung.


Die Kampagne will BI+-Identitäten in den Vordergrund stellen (Bild: IWWIT)

Sichtbarkeit und Empowerment von Bi+ sowie sexuelle Gesundheit, die unterschiedliche Lebensrealitäten mitdenkt: Diese Themen stehen im Mittelpunkt der neuen Kooperationskampagne "BICONIC", die zum internationalen Bi Visibility Day am 23. September gestartet ist.

Trotz einer Vielfalt von Bi+-Identitäten erlebten viele Menschen noch immer, dass ihre Identität infrage gestellt, unsichtbar gemacht oder auf stereotype Vorstellungen reduziert wird. Mit "BICONIC" möchte IWWIT, das Präventionsprojekt der Deutschen Aids-Hilfe, gemeinsam mit der Fachstelle Bi+ von BiBerlin, Bi+Pride Deutschland und dem Bisexuellen Netzwerk genau das ändern: Die Kampagne schaffe Raum für Bi+-Perspektiven, persönliche Geschichten und Wissen rund um sexuelle Gesundheit.

"Wir machen das Bi+-Leben sichtbar und schaffen mit der Kampagne einen Ort, wo Bi+-Menschen sich und ihre Themen wiederfinden", betont Jonathan Gregory von IWWIT: "So vermitteln wir auch Wissen rund um sexuelle Gesundheit, wobei Selbstbestimmung und informierte Entscheidungen im Mittelpunkt stehen. Lasst uns die Vielfalt feiern und füreinander da sein. Let's be BICONIC!"

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Bi+-Vielfalt sichtbar machen

Zum Kampagnenstart von BICONIC erscheint unter anderem ein Leporello (PDF) mit persönlichen Geschichten, Wissen und unterschiedliche Perspektiven: Erfahrungen beim Dating und Sex, Fragen rund um Safer Sex und sexuelle Gesundheit, Beziehungen und Coming-outs – und all die ganz unterschiedlichen Lebensentwürfe, die Bi+ ausmachen. "Bi+-Menschen müssen sich noch immer viel zu häufig erklären, rechtfertigen oder gegen falsche Vorstellungen behaupten. Dabei gibt es nicht den einen Weg, Bi+ zu sein. Sichtbarkeit bedeutet auch, diese Vielfalt sichtbar zu machen und Menschen darin zu bestärken, ihre eigene Identität selbst zu definieren und zu leben", so Dana Wetzel von der Fachstelle Bi+ von BiBerlin e.V..

Die Kampagnenwebseite bietet viele Infos, darunter auch zur Emanzipationsgeschichte. Bi+-Menschen waren und sind Teil queerer Bewegungen – auch wenn ihre Geschichten oft weniger erzählt werden. So war die bisexuelle Aktivistin Brenda Howard maßgeblich an der Organisation des ersten Pride Marchs 1970 beteiligt und gilt als "Mother of Pride". "Bi+-Sichtbarkeit ist keine Randnotiz queerer Geschichte", so "Biconic". "Bi+-Menschen haben queere Communitys, politische Bewegungen und Kämpfe um Selbstbestimmung von Beginn an mitgestaltet."

Sichtbarkeit sei mehr als ein Symbol oder ein Aktionstag. "Sie bedeutet, unsere Geschichten, Erfahrungen und Perspektiven als selbstverständlichen Teil queerer Communitys anzuerkennen", so Frank Thies von BiPlus Hamburg e.V., der den jährliche Bi+ Pride organisiert. "Bi+-Menschen waren immer da – und sie gehören selbstverständlich zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft queerer Bewegungen."

Sichtbarkeit schafft Zugang zu sexueller Gesundheit

Die Sichtbarkeit ist auch in der Prävention entscheidend, betont die Kampagne. Denn Menschen lebten Beziehungen, Begehren und Sexualität unterschiedlich – und bräuchen deshalb Informationen und Angebote, die ihren Lebensrealitäten entsprechen, statt sie auf vermeintliche Risiken oder Kategorien zu reduzieren.

"Es gibt nicht die eine Bi+-Lebensrealität – und deshalb bringen wir Bi+ Menschen zusammen – in persönlicher Begegnung, in geschützten Räumen, jenseits digitaler Anonymität", so Lisa Myriel von BiNe – Bisexuelles Netzwerk. "Gerade weil wir wissen, wie sehr Sichtbarkeit und Zugehörigkeit das Selbstverständnis von Bi+-Menschen stärken, sehen wir auch: Wer sich in einer Community aufgehoben fühlt, kann offener über die eigene Sexualität sprechen – auch über Schutz, Tests oder Therapie. Diese Offenheit entsteht nicht als Programmpunkt eines Treffens, sondern als Konsequenz echter Gemeinschaft".

Die Kampagne setzt auf Wissen, Kommunikation und individuelle Handlungsmöglichkeiten – von Lust, Wünschen und persönlichen Grenzen über Kondome, PrEP, Tests auf HIV und sexuell übertragbare Infektionen bis hin zur HIV-Therapie. (cw/pm)

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