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Kinostart

Aaron Sorkin rechnet mit der Macht von Facebook ab

Im Mittelpunkt des Thrillers "The Social Reckoning" steht ein Whistleblower und dessen Enthüllung über die Auswirkungen von Facebooks Algorithmen.


Jeff Horwitz (Jeremy Allen White) und Frances Haugen (Mikey Madison) in "The Social Reckoning" (Bild: Sony Pictures Entertainment)

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Gründung von Facebook ist aus der Plattform ein globaler Machtapparat geworden. Milliarden Menschen nutzen das Netzwerk, während seine Algorithmen persönliche Beziehungen, öffentliche Debatten und politische Entscheidungen beeinflussen. Diese Realität bildet den Hintergrund von Aaron Sorkins neuem Film "The Social Reckoning".

Der Thriller erzählt von einer brüchigen Zusammenarbeit zwischen dem Journalisten Jeff Horwitz und der Facebook Mitarbeiterin Frances Haugen. Gemeinsam versuchen sie, die am strengsten gehüteten Geheimnisse des Konzerns offenzulegen. Hinter der Geschichte steht eine der entscheidenden Fragen der Gegenwart: Was geschieht, wenn menschliche Aufmerksamkeit zu einer Ware wird?

Sorkin schrieb bereits das Drehbuch zu David Finchers "The Social Network" aus dem Jahr 2010 und erhielt dafür einen Oscar. Der Film schilderte den Aufstieg von Facebook und seines Gründers Mark Zuckerberg als Geschichte über Ehrgeiz, Größenwahn, Verrat und die chaotischen Bedingungen technologischer Innovation. "The Social Reckoning" setzt später an und beschäftigt sich mit den Folgen dieses Erfolgs.

Facebook ist nun kein junges Unternehmen mehr, sondern eine Institution mit kaum überschaubarer Reichweite. Die Plattform kann Menschen auf der ganzen Welt miteinander verbinden, verbreitet zugleich aber Spaltung, Extremismus und Desinformation. Aus einer Gruppe selbst ernannter Erneuerer*innen ist ein abgeschotteter Konzern geworden, der Entscheidungen von globaler Tragweite trifft.

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Vom sozialen Versprechen zum Machtapparat


"The Social Reckoning" startet am 8. Oktober 2026 bundesweit in den Kinos

Horwitz arbeitet in der Handlung als neuer Technologiereporter beim "Wall Street Journal" und verfügt zunächst nur über begrenzte Kenntnisse der Branche. Das ändert sich, als Haugen Kontakt zu ihm aufnimmt. Die Ingenieurin glaubt weiterhin an die ursprünglichen Ideale von Facebook, fürchtet jedoch, dass der Konzern seinen Algorithmus bewusst in eine gefährliche Richtung lenkt.

Interne Untersuchungen sollen zeigen, dass Verantwortliche mögliche Schäden für Kinder, die psychische Gesundheit und demokratische Gesellschaften kennen. Trotzdem hält Facebook an einem System fest, das besonders emotionale und empörende Inhalte belohnt. Horwitz und Haugen bringen einander an ihre Grenzen und riskieren ihre berufliche Zukunft für eine Recherche, die später als "The Facebook Files" bekannt wird.

"The Social Network" habe davon gehandelt, wie Facebook erfunden wurde, erklärt Sorkin. "The Social Reckoning" erzähle dagegen davon, was aus sozialen Medien geworden sei. Der neue Film ist als eigenständige Geschichte angelegt, zugleich aber als Gegenstück zu Sorkins früherem Drehbuch.

Als "The Social Network" erschien, hatte Facebook rund 500 Millionen Mitglieder. Heute sind es laut Sorkin etwa 2,9 Milliarden. Damit habe sich die Plattform grundlegend verändert. Ein großer Teil der Bevölkerung beziehe Nachrichten inzwischen über Facebook, obwohl dort massenhaft falsche und irreführende Informationen verbreitet würden. Besonders erfolgreich seien Beiträge, die Wut und Empörung auslösen und deshalb häufiger geteilt werden.

Die Geschichte führt durch Anhörungen im US Kongress, interne Konflikte und internationale Nachrichtenereignisse. Dennoch will Sorkin den Stoff nicht als Auseinandersetzung zwischen politischen Lagern verstanden wissen. Es gehe nicht um Rot oder Blau, sondern um ein gemeinsames gesellschaftliches Problem.

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Soziale Netzwerke präsentierten sich anfangs als neutrale Räume für freie Meinungsäußerung. Doch mit dem wachsenden Einfluss der Algorithmen änderten sich die Bedingungen. Diese Systeme entscheiden, welche Botschaften verstärkt und welche unterdrückt werden. Je genauer sie auf intensive menschliche Reaktionen abgestimmt wurden, desto stärker formten sie die Inhalte persönlicher Feeds und damit auch die Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Mikey Madison verkörpert Frances Haugen. Für die Schauspielerin zeigt der Film, wie schnell Algorithmen Menschen auf einen verzerrten Weg führen können. Jeremy Allen White spielt Jeff Horwitz als überforderten Reporter, der zunehmend begreift, welche Dimension seine Recherche annimmt. Jeremy Strong übernimmt die Rolle von Mark Zuckerberg, nun nicht mehr als jugendlicher Erfinder, sondern als Mann, der mit dem Ausmaß seiner Macht konfrontiert wird.

Zur Besetzung gehören außerdem Wunmi Mosaku, Betty Gilpin, Billy Magnussen und Bill Burr. Sorkin schrieb das Drehbuch und führte Regie. Die Kamera verantwortet Jeff Cronenweth, das Szenenbild stammt von Jon Hutman, den Schnitt übernahm Alan Baumgarten. Susan Lyall entwarf die Kostüme, Alexandre Desplat komponierte die Musik. (dd/pm)

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