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Er wurde 60 Jahre alt

Pornostar Kevin Williams ist tot

Wer sich im späten 20. Jahrhundert für schwule Pornofilme interessiert hat, wird Kevin Williams begegnet sein. Der erste "Super Bottom" starb jetzt in Südkalifornien.


Kevin Williams (li.), wie ihn seine Fans kennen – rechts ist er nach seinem Ausstieg aus der Pornoindustrie zu sehen (Bild: Catalina Video, Facebook / Kevin Williams)

Der amerikanische Darsteller Kevin Williams (bürgerlich: Ted Currall), eine der prägenden Ikonen des schwulen Pornofilms der späten 1980er- und 1990er-Jahre, ist im Alter von 60 Jahren in San Diego gestorben. Sein plötzlicher Tod am 22. September löste in der queeren Community sowie unter Weggefährten und Fans große Anteilnahme aus.

Erste Berichte über seinen Tod wurden durch persönliche Freunde auf Social Media sowie durch den Journalisten und Chronisten Matthew Rettenmund ("Boy Culture") öffentlich gemacht. Williams lebte zuletzt in Südkalifornien. Die Todesumstände sind noch unklar, angeblich soll ein Bekannter bei ihm gewesen sein, als es offenbar einen medizinischen Notfall bei Williams gab. Nähere Details zur genauen Todesursache wurden bislang nicht veröffentlicht.

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Der Aufstieg zum "Super-Bottom" der VHS-Ära

Kevin Williams begann seine Filmkarriere Ende der 1980er-Jahre – einer Ära, die tief von den Verwerfungen und Ängsten der HIV/Aids-Krise geprägt war. Mit seinem blondierten Surfer-Look, athletischen Körperbau und einer spürbaren, unkomplizierten Spielfreude vor der Kamera avancierte er rasch zu einem der bekanntesten Gesichter der großen Studios wie Catalina Video und Falcon Studios. Williams arbeitete regelmäßig mit Regiegrößen wie Chi Chi LaRue zusammen und spielte in Klassikern des Genres mit, darunter "Big Guns", "In Your Wildest Dreams", "Betrayed" oder "FULLfilled".

Zu einer Zeit, in der das Genre oft von maskulinen Tops dominiert wurde, etablierte sich Williams als einer der ersten echten "Super-Bottoms". Seine selbstbewusste, leidenschaftliche Performance und sein unbefangenes Charisma führten damals zu hohen Verkaufszahlen.

Williams wurde auch mit Preisen überschüttet. Das australische Magazin "OutRage" kürte ihn etwa rückblickend zum "Best Bottom of All Time". 2001 wurde er in die GayVN Hall of Fame aufgenommen als Anerkennung für sein Lebenswerk und seinen prägenden Einfluss auf das schwule Erotikkino des späten 20. Jahrhunderts.

Rückzug ins Privatleben

Nach seinem Ausstieg aus der Erotikfilmbranche um die Jahrtausendwende zog sich Williams aus der breiten Öffentlichkeit zurück und lebte abseits des Rampenlichts in Kalifornien. Bekannte und Weggefährten beschrieben ihn in den Nachrufen als bodenständig und nahbar, hielten sich jedoch mit Einzelheiten zu seinem bürgerlichen Berufs- und Privatleben abseits der Filmwelt zurück. (cw)

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