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  • 21. November 2006 11 2 Min.

...zumindest bei Fruchtfliegen. Das haben Forscher aus Wien und Harvard herausgefunden.

Von Dennis Klein

Ein Darkroom in der Fliegenwelt: In einem Labor in Harvard laufen sich männliche Fliegen hinterher, um ohne großen Vorspiel mit dem hemmungslosen Balzen anzufangen. Mehr und mehr Artgenossen schließen sich an, es entsteht eine regelrechte Kette höchst aktiver Männchen - diese kann sich sogar zu Ringen schließen. Das Weibchen kann da nur vom Rand aus fassungslos zuschauen. Sie wird nicht beachtet. Kommt sie den schwulen Männchen aber bei der Futtersuche in die Quere, drängeln diese ungentleman-like ihre Konkurrentinnen weg, auch mit nicht sehr zarten Kopfstößen. Und das, obwohl eigentlich nur Fliegen des gleichen Geschlechts gegeneinander kämpfen.

Diese Reaktionen haben die Forscher des Wiener Instituts für Pathologie und der Harvard Medical School mit nur einer genetischen Manipulation erreicht: Sie haben das Unfruchtbarkeitsgen (kurz: Fru) der Fruchtfliege Drosophila melanogaster verändert. Das ist bei weiblichen und männlichen Fliegen fast gleich - beim Weibchen ist lediglich am Ende des Gens eine DNS-Sequenz ausgeschaltet. Das bewirkt, dass die Proteine, deren Bauanleitung sich in dem Fru-Gen befindet, leicht verändert werden. Diese Eiweiße sind wiederrum in ungefähr 500 Neuronen des Fliegenhirns aktiv und bestimmen das Sexualverhalten.

Die Forscher haben nun die Weibchen mit einem männlichen Fru-Gen beglückt und umgekehrt. Das überraschende Ergebnis: Durch diese eine Manipulation stehen die Fliegen nur auf gleichgeschlechtliche Sex-Partner und richten sie ihre Aggression nur auf andersgeschlechtliche Fliegen aus. Männliche Fliegen kämpfen zudem wie Weibchen: Sie schubsen ihre Gegnerinnen, anstatt sich auf die Hinterbeine zu stellen in mit den Vorderbeinen zu attackieren, wie es ihre heterosexuellen Artgenossen tun. Die Weibchen raufen sich dagegen wie Kerle.

Trotz der Verhaltensänderung lief die Organentwicklung und der Körperaufbau der Fliegen normal ab. Männchen hatten nach wie vor männliche Sexualorgane, Weibchen blieben Weibchen.

Das Experiment zeige nach Angaben der Forscher, dass Aggressions- und Geschlechtsverhalten nahe beisammen liegen. Sie glauben, dass das auch bei Säugetieren - inklusive der Menschen - der Fall sein kann. Allerdings gebe es bei der "Krone der Schöpfung" kein entsprechendes Fru-Gen. Der Neurobiologist Edward Kravitz, einer der Autoren der Studie, glaubt jedoch, dass einige menschlichen Gene ähnliche Funktionen ausüben könnten.

Die Studie "Fruitless Regulates Aggression and Dominance in Drosophila" ist im Fachmagazin Nature Neuroscience veröffentlicht worden.

21. November 2006

#1 hwAnonym
  • 21.11.2006, 16:32h
  • ...ja das waren jetzt die warmen tierchen.
    setzt man die larven dieser tierchen einem hitzschock aus, bekommen sie weisse augen und vererben diese an die nächste generation weiter.....

    schwule und lesben sind notwendige produkte der evolution.
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#2 seb1983
  • 21.11.2006, 16:40h
  • @ hw

    und worin besteht die Notwendigkeit?
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#3 hwAnonym
  • 21.11.2006, 17:07h
  • @seb1983

    das es dich noch gibt, nachdem du nicht
    vom weinberg gesprungen bist, ist aber ok.

    es gibt da ein schönes werk eines ehemaligen generals der badisch-pfälzischen befreiungskriege.
    der mann hiess friedrich engels.
    das schöne ist, dass er sich um ehe, sexualität, rollenverteilung und den ursprung der ersten menschenhorden und ihrer sexualität
    einen ziemlich schlüssigen kopf machte.
    keine angst du mußt nicht kaufen, dafür gibt´s ja i-net.

    www.mlwerke.de/me/me21/me21_025.htm

    die strattegie der homosexualität auch bei anderen spezies ist meiner meinung nach
    notwendig, bzw "sinnvoll".
    ich hoffe es grenzt nicht an körperverletzung dir vorzustellen, dass unsere gene noch aus einer zeit kommen, in der dem hordenführer alle weibchen zur verfügung standen (physische reprosuktion), aber nur eine horde in der gesamtheit ihrer eigenschaften als netzwerk überlebensfähig war. kravitz hat nun einen weiteren von millionen ein- und ausschaltern entdeckt. die schaltkombinationen und der zusammenhang von aussen-, gruppen-, umwelteinflüssen im allerweitesten sinne auf die aktivierung und sogar neuschaffung von genen liegen noch weitgehend im dunkeln. stichwort: epigenetik.
    der umschlag von information auf genetisch
    übermittelte information ist riesig komplexer als bisher gedacht. homosexualität ist kein zufall.
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