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Mode-Missgriff
Zara zieht Halloween-Kostüm mit KZ-Optik zurück
Streifen, Stacheldraht-Optik, Aufnäher, die an Häftlingsnummern erinnern: Ein Halloween-Outfit von Zara für Kinder stieß auf scharfe Kritik. Die Modekette hat es inzwischen zurückgezogen und bedauert "jedes Missverständnis".

Das missglückte Kinderkostüm wird nicht mehr verkauft (Bild: Zara)
- 3. Oktober 2026, 15:54h 2 Min.
Die spanische Modekette Zara hat ein Halloween-Kostüm für Kinder aus dem Verkauf genommen, nachdem Kritiker*innen Ähnlichkeiten zur Kluft von KZ-Häftlingen während der Nazi-Diktatur kritisiert hatten.
Das Kostüm mit blauen und weißen Längsstreifen bestand aus einer Jacke und einer Hose, die beide extra wie abgetragen wirkten. Zudem waren Aufdrucke zu sehen, die an Stacheldraht erinnern könnten. Aufnäher an den Ärmeln erweckten den Eindruck von Häftlingsnummern. Auf der linken Brust wurde eine rosarote Stoffblume angebracht.
Das Kostüm ist nicht mehr erhältlich
"Die spanische Modekette Zara entsetzt ihre Kunden in Europa mit einer weiteren ihrer albtraumhaften Ideen – einem Kostüm im Stil der nationalsozialistischen Konzentrationslager", schrieb zum Beispiel der israelische Journalist Dov Gil-Har auf der Plattform X.
/ DovGilHar– . , . pic.twitter.com/Db0y55VDIl
Dov Gil-Har (@DovGilHar) September 30, 2026
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Im Online-Angebot des Moderiesen ist das Kostüm inzwischen nicht mehr zu finden. "Zara Home bedauert jedes Missverständnis, das dieses Halloween-Bräutigam-Kinderkostüm verursacht haben könnte. Es ist weder in unseren Filialen noch online weiterhin erhältlich", antwortete die Zara-Pressestelle auf eine Anfrage. Die Frage, wieso die Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung bei internen Kontrollen nicht auffiel, ließ das Unternehmen unbeantwortet.
Zara verkaufte auch schon ein Kinderhemd mit Judenstern
Es ist nicht das erste Mal, dass Zara mit Produkten auffällt, die mit dem Nationalsozialismus assoziiert werden. 2014 musste Zara ein blau-weiß gestreiftes Kinderhemd zurückziehen, das einen gelben sechszackigen Stern auf der linken Brust hatte. Es erinnerte an die sogenannten Judensterne, die die Nazis jüdischen Menschen in Deutschland aufzwangen, um sie öffentlich sichtbar zu stigmatisieren. 2007 wurde eine Stofftasche in Zara-Filialen angeboten, die neben Blumenmustern auch mit Hakenkreuzen dekoriert war.
Auch andere Modeketten griffen daneben: 2015 verkaufte etwa Urban Outfitters einen Wandteppich, der an die Kleidung erinnerte, die schwule Männer in Konzentrationslagern tragen mussten (queer.de berichtete).
Homosexuelle KZ-Insassen wurden von den Nationalsozialisten mit einem rosa Winkel gekennzeichnet. Die Stoffaufnäher mussten an der Häftlingskleidung auf der linken Brust getragen werden. Nach Angaben des Deutschen Historischen Museums verurteilte die NS-Justiz mehr als 50.000 Männer nach Paragraf 175, 10.000 bis 15.000 kamen in Konzentrationslager. Viele überlebten die Haft nicht. In den 1970er Jahren wurde der rosa Winkel zum Symbol der queeren Emanzipationsbewegung. (cw/dpa)












