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- 01. Dezember 2006 1 Min.
Berlin (queer.de) - Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion, hat sich heute im Plenum gegen strafrechtliche Maßnahmen bei der Aids-Bekämpfung ausgesprochen, die derzeit von der Großen Koalition geprüft werden würden. "Da Teile der Aids-Prävention sogar durch Eingriffe behindert werden und man sich weigert wider besseres Wissen, die Heroinabgabe an Schwerstabhängige in die Regelversorgung zu übernehmen, ist die Debatte um Strafrecht besonders perfide", so Beck. "Die deutsche Aids-Bekämpfungsstrategie war erfolgreich, weil sie auf Aufklärung, Information und verantwortliches Handeln der Bürger setzte. Das sollte man nicht auf das Spiel setzen." Die Bündnisgrünen fordern daher Bund, Länder und Kommunen auf, wegen der steigenden Zahlen von Erstinfizierten mehr Geld für die HIV-Prävention zur Verfügung zu stellen. Außerdem verlangte die Ökopartei in ihrem Antrag "Gemeinsam gegen Aids - Verantwortung und Solidarität stärken", dass bei Hartz-IV-Empfängern der Mehrbedarf von Menschen mit HIV und Aids berücksichtigt werden müsse. Ferner dürften positive Flüchtlinge nicht in Länder ohne Behandlungsmöglichkeiten abgeschoben werden. (pm/dk)















Koalitionsfraktionen im Bundestag nun auch
strafrechtliches Geschütz gegen HIV auffahren. Gauweiler
und DDR lassen grüßen.
Wer zuviel über "Verantwortung" (der Positiven - für ihre
Sexpartner) redet, kann die Verantwortung für solche
Reaktionen kaum abweisen.
Die erfolgreiche Aids-Prävention in der Bundesrepublik
Deutschland basiert auf anderen Prämissen: auf der
Verantwortung, die jeder für sich selbst zu übernehmen
hat. und darauf, dass sich niemand auf ein vermeintlich
negatives Testergebnis von vorgestern verlassen sollte.
Und auf der akzeptierenden Präventionsarbeit, die
staatlich gefördert von Aids-Hilfen und den Netzwerken der
dem Risiko ausgesetzten Gruppen geleistet wird. Nur dass
diese Gruppen leider nicht mehr in ausreichendem Maß in
ihrer Arbeit gefördert werden.
Trotz eines insgesamt liberaleren Klimas als in Gauweilers
Blütezeit ist die Wirksamkeit der Gesundheitsämter in der
Präventionsarbeit für die dem Risiko ausgesetzten
Gruppen begrenzt.