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- 14. Dezember 2006 2 Min.
Kopenhagen (queer.de) - Das europäische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einem Report die deutsche Sexualerziehung kritisiert. In "Sexualerziehung in Europa" analysiert die WHO die Verhältnisse in 26 Ländern. Zwar sei die Atmosphäre in der Bundesrepublik "liberal" und Sexualerziehung "generell akzeptiert und von Bundesgesetzen anerkannt". Allerdings schwanke die Qualität zwischen den Bundesländern stark: "In vielen Fällen ist das Angebot völlig unzureichend", so der Report. "Als Ergebnis wird Sexualität nur in Form des Biologieunterrichtes behandelt. Gefühle, Geschlechtsaspekte, Diskussionen mit Schülern und geschlechtsgetrennte Übungen kommen dabei zu kurz. Das Konzept sexueller Gesundheit und das Behandeln von sexuellen Rechten ist noch nicht in den Unterricht integriert." In den letzten Jahren hätten Kürzungen bei gemeinnützigen Vereinen die Infrarstruktur für Sexualerziehung gerade in ländlichen Gebieten erheblich beschädigt, so die WHO. Insbesondere für gefährdete Gruppen müsste mehr getan werden.
Zu großer religiöser Einfluss in Österreich
Noch heftigere Kritik gab es an Österreich: "Insgesamt ist der religiöse Einfluss in den Schulen stark", erklärt der Report. "Sexualerziehung war und ist ein kontroverses Thema. Generell glaub man, dass die jungen Leute zu früh sexuell aktiv werden und Sexualerziehung wegen des vermehrten Wissens über die Schwangerschaftsverhütung weniger wichtig bis unnötig wird." Ausdrückliches Lob gab es dagegen für Schweden. Die WHO hob hervor, dass auch Schwule, Lesben und Transsexuelle in dem skandinavischen Land in die Aufklärung mit eingeschlossen werden.
Vize-Europameister: Deutsche haben früh Sex
Laut dem Report haben die Deutschen weit früher Sex als die meisten anderen Europäer: Durchschnittlich mit 16,2 Jahren. Nur die Isländer sind mit 15,7 Jahren noch frühreifer. Am meisten Zeit lassen sich diesen Zahlen nach die Polen (17,9 Jahre) und die Slowaken (18,0 Jahre). (dk)
Links zum Thema:
» Der WHO-Report (liegt nur auf Englisch vor)












Bei mir gab es überhaupt kein Sexualkunde, weil der Lehrer in der 6. meinte, es käme in der 7., der in der 7. meinte, es reicht noch in der 8. und der in der 8. sagte, das hättet ihr in 7 machen müssen.
Das hat auch kein Mensch kontrolliert. Nach viel Druck von Schülerseite wurde dann 45 min "lang" über Kondome gesprochen und ein 10 minütiger Film gezeigt, das wars und das war nicht etwas vor fünfzig Jahren, sondern ist jetzt gerade mal 7 Jahre her.
Homosexualität wurde nicht mal erwähnt (ich bezweifle auch, dass der Lehrer wusste, dass es so etwas überhaupt gibt). Ich wusste bis ich selbst an mir akzeptiert habe, dass ich anders bin, lange Zeit nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. Das habe ich erst über Recherchen im Internet selbst herausfinden müssen. Und lernte erst mit 17 Jahren, obwohl ich mir mit 13 Jahren sicher war schwul zu sein, die Szene überhaupt kennen bzw. wusste überhaupt, dass es so etwas gibt.
Tja, wie mag es da Schülern ergehen, die vielleicht aus noch ungebildeteren Familien kommen und spüren dass mit ihnen etwas nicht stimmt, nicht wissen, dass Homosexualität normal ist und dann von Familie und Verwandte in eine Hetero-Beziehung gedrängt werden. Ich glaube, das wird in niederen Bildungsschichten durchaus die Regel sein.