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- 18. Februar 2004 2 Min.
Überraschung in der queer.de-Redaktion: erstmals ist ein schwuler CDU-Bürgermeister vor dem Angriff eines heterosexuellen SPD-Politikers zu schützen. Hamburg, Wahlkampf. Die SPD hat kaum Chancen, den amtierenden Bürgermeister Ole von Beust (CDU) aus dem Amt zu jagen. Trotz des Koalierens mit Schill, etlicher Regierungspannen und der eigenen Zögerlichkeit im öffentlichen Umgang mit seiner sexuellen Orientierung: der Mann ist bei den Hamburgern beliebt.
Der SPD-Kandidat Thomas Mirow dagegen reißt niemanden vom Hocker. Da muss der schon ein wenig rumtösen: bei einem SPD-"Familienfest" in Ottensen sagte Mirow zum Wahlkampfklassiker Familienpolitik, es sei "kein Zufall, dass sich Ole von Beust in Wahrheit nie wirklich für Kinder interessiert hat." Ein Satz, den man nicht nur vor Ort als Anspielung auf die Homosexualität des Konkurrenten verstanden hat (der dpa-Korrespondent sprach von einem "Schuss unter die Gürtellinie"); ein Gedanke, der an den homophoben Stammtisch appellieren soll und zudem die Vereinbarkeit der Begriffe Familie und Homosexualität ausschließt. Vor allem ist ein solcher Spruch eine inakzeptable und hohle Verquickung aus Privatleben und Politik eines Politikers.
Gerade wenige Tage nach dem Messerangriff auf den schwulen CDU-Justizsenator Roger Kusch unter "Schwule Sau"-Rufen, ebenfalls in Hamburg, ist eine solche Äußerung nicht nur unüberlegt, sondern völlig daneben. Auch wenn Brandenburgs CDU-Innenminister Jörg Schönbohm erst kürzlich noch Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vorhielt, dieser solle weniger auf CSDs rumtanzen und stattdessen mehr für Familien tun: solche Sprüche sind in der Union kaum noch zu vernehmen. Umso ärgerlicher, wenn die SPD nun die nächste Runde eröffnet.
Mirow sagte später: "Wäre von Beust verheiratet und kinderlos, hätte ich das Gleiche gesagt. Ich werfe ihm nicht seine Kinderlosigkeit vor, sondern sein Desinteresse an Familienpolitik". Anspielungen zur Homosexualität habe er nicht gemacht. Während der Autor noch diese Zeilen schreibt, macht sich der offen schwule Szene-Liebling Klaus Wowereit nach Hamburg auf. Am Abend will er zusammen mit Mirow und dem Hamburger Schwusos-Chef Thomas Kretschmann eine Werbetour durch die Szene in St. Georg machen. Lutz Kretschmann: "Die Weltoffenheit und die Toleranz von Thomas Mirow wird es wieder leichter machen, lesbisch-schwule Themen in der Hansestadt anzupacken und die entsprechenden Vereine und Projekte zu fördern!" Wir sind gespannt, verleihen Mirow aber trotzdem vorsorglich unsere Homogurke. (nb)
18. Februar 2004, 16 Uhr










zwei Bemerkung möchte ich doch zu euren Artikel machen. Wenn der Schreiber des Artikels in E-Lounge bei der Diskussionsveránstaltung war?
Erstens: Dann hätte er gehört das Thomas Mirow sich für das Adoptionsreccht für Lesben und Schwule ausgesprochen hat.
Zweitens: Das er sich auf meine Bitte hin die hamburgische Flaggenverordnung noch einmal wohlwollent überprüfen läßt, um die Regenbogenflagge am Rathaus wehen zulassen zum Euro Pride.
Kleine Anmerkung am Rande: Die Regenbogenfahne hat vor der Wirtschaftsbehörde und den Senatamt vfür die Gleichstellung in den Jahren 1997-2001 geweht. Bekanntlich war da Thomas Mirow Wirtschaftssenator.
Vielleicht solltet ihr das mit der Gurke euch noch einmal überlegen!
Von Ole von Beust habe ich nichts zu diesen Thema gehört.
Alles Liebe für die Liebe
Lutz Kretschmann
Landesvorsitzender der Lesben und Schwulen (SCHWUSOS) Hamburg