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- 15. Januar 2007 3 Min.
Auf Pro Sieben startet die dritte Staffel der amerikanischen Homo-Soap.
Von Dennis Klein
In den USA ging die dritte Staffel der schwulen Pay-TV-Serie "Queer as Folk" bereits vor knapp vier Jahren über den Äther. Bei uns ist sie erst jetzt zu sehen, zwar im Free-TV-Kanal, aber zu nachtschlafender Stunde. Pro Sieben strahlt die Geschichten um ein schwulen Freundeskreis in Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania) jeweils montags kurz nach Mitternacht aus.
Echte Fans werden die jetzt ausgestrahlten Folgen wohl schon kennen, immerhin gibt es schon seit 2004 einen DVD-Box (mit Regionalcode 1) zu kaufen. Für alle anderen wird es aber spannend: Der hübsche und erfolgreiche Brian (Gale Harold) bekommt eine ernste Sinnkrise, als ihn sein junger Freund Justin (Rand Harrison) verlässt. Er muss sich dafür so einiges an Kritik von seinen Freunden anhören lassen. Doch der Haupthandlungsstreifen in dieser Staffel ist die Aussicht auf die Wahl eines homophoben Bürgermeisters, der das Leben unserer Helden zur Hölle machen will. In dieser Staffel geht es teilweise recht düster zu. Viele der Charaktere brechen unter großem Druck zusammen – aber raffen sich auch wieder auf, teilweise dank etwas unglaubwürdiger Zufälle. Die inzwischen lieb gewonnenen Regeln der Seifenoper bleiben also auch hier bestehen. Dennoch versucht die Serie auch weiterhin, ein glauwürdiges Bild von Großstadtschwulen zu vermitteln. Da macht es nicht viel aus, dass die meisten Figuren in einer halben Staffel mehr schwule Klischees erfüllen als einer Kölner Szene-Schlampe.
"Queer as Folk", das inzwischen in den USA nach fünf Staffeln das Zeitliche segnete, brachte dem Pay-TV-Sender Showtime viel Renommee gerade unter Schwulen ein. Eine derartig unmaskierte Darstellung Szene-Lebens hat es im US-Fernsehen noch nie gegeben – und da für den Sender nicht wie beim Free-TV strikte Jugendschutzbeschränkungen gelten, konnte Showtime auch bewusst provozieren. Einen Boykottaufruf konservativer Christen musste und muss der Sender nicht fürchten, da sein sonstiges Programm ohnehin nicht dem Weltbild der Fundis entspricht. So hat Showtime auch eine hervorragende Serie über eine Hausfrau im Programm, die sich nach dem Tod ihres Mannes als Vorstadtdealerin durchschlagen muss – und dabei auch noch positiv dargestellt wird ("Weeds").
Im US-Pay-TV sind so in den vergangenen Jahren viele innovative Serien entstanden – und das gerade auch mit schwulen und lesbischen Figuren. Der finanzstarke Showtime-Konkurrent HBO gab die Richtung Ende der 90er Jahre "Sex and the City" vor, in der auch ganz selbstverständlich die Datingprobleme von Großstadtschwulen dargestellt wurden. In "Six Feet Under" erzählte der Sender von 2001 bis 2005 die Geschichte eines Bestattungs-Familienbetriebs – und auch vom Auf und Ab der Beziehung des schwulen Mitinhabers David. Showtime konzentrierte sich mit zwei Serien auf die Homo-Zielgruppe und kopierte zuerst die englische Serie "Queer as Folk" - während es die Briten allerdings bei zehn Folgen beließen, produzierten die Amerikaner 83. Im Zuge des Erfolges kam 2004 noch die lesbische Hochglanzserie "The L Word" hinzu, die derzeit in der vierten Staffel läuft. Pro Sieben zeigte vergangenes Jahr die erste Staffel im späten Abendprogramm.
1. Folge der 3. Staffel: Nacht vom 15. auf den 16. Januar, 0:05 Uhr, Pro Sieben.
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