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- 21. Januar 2007 2 Min.
Hamburg (queer.de) Der schwule Filmemacher Rosa von Praunheim wirft den heutigen Studenten vor, "prüde" und langweilig zu sein. "Ich hätte jedes Mal kotzen können, wenn ich am Anfang eines Semesters in die satten Gesichter der Studenten geschaut habe", sagte der Ex-Professor an der Potsdamer Filmhochschule gegenüber dem Magazin "Zeit Campus": "Die kommen alle aus bequemen, bürgerlichen Elternhäusern und haben keine Notwendigkeit, kreativ zu sein."
Weiter pöbelte der Filmemacher gegen Studenten: "Die meisten langweilen sich in irgendwelchen längeren Beziehungen und träumen davon, eine spießige Familie zu haben. Sie haben so wenig Leidenschaft."
Anlass des Interviews mit "Zeit Campus" war Praunheims neuer Film "Sechs tote Studenten", in dem er seine Uni-Erfahrungen satirisch verarbeitet: "Die Professorin schickt ihre Studenten auf eine Reise nach Kalkutta, damit die das richtige Leben kennen lernen. Aber die verarschen sie und bauen Kalkutta im Studio nach. Dort inszenieren sie den Tod von sechs Teilnehmern, um die Professorin zu schockieren und sich an ihr zu rächen", umreißt der Regie-Autodidakt selbst die Handlung seines neuen Werks, das im Februar in die Kinos kommen soll.
Rosa von Praunheim wurde 1942 als Holger Mischwitzky geboren. In den vergangenen 30 Jahren hat er über 50 Filme gedreht – viele davon zum Thema Homosexualität wie den Klassiker "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt". Praunheim hatte als junger Mann sein Studium der Malerei abgebrochen, um sich ganz dem Filmemachen zu widmen. (cw)
Links zum Thema:
» Das Interview mit Zeit Campus
» Homepage des Filmemachers














