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Kommentare zu:
Praunheim lästert über Studenten


#1 madridEUAnonym
  • 21.01.2007, 09:57h
  • Schon möglich, dass Rosa teilweise recht hat. Dazu muss man sagen, dass wir Kriegs- und Nachkriegskinder eine zerstörte Welt vorfanden, die es uns während des allgemeinen Neubeginns automatisch erleichterte, kreativ zu sein.
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#2 antosAnonym
#3 PrinzesschenAnonym
  • 21.01.2007, 18:34h
  • Als die alte Generation die junge anmeckerte, fragte die junge: "Wer hat mich bloß erzogen, dass ich so geworden bin?"
    Darauf antwortete die alte mit jammrigem Vibrato: "Irgendwas hab ich wohl falsch gemacht!"
    "Genau", antwortete die junge. "Da hast du wohl was falsch gemacht."
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#4 www0815Anonym
  • 21.01.2007, 19:26h
  • Der Mann irrt sich leider.
    Die Kreativität lebt sich einfach viel anders aus.
    Wenn ich so beobachte, was meine Kommilitonen so alles im Web machen, das ist der Wahnsinn. Die meisten Websites sind doch mittlerweile von Studenten oder Schülern gemacht (Ausnahme bilden die großen Firmenwebsites).
    Aber auch viele Web-Anwendungen oder die Entwicklungen von Spielen. Das Leben wird sich vom realen schon teilweise auf eine virtuelle Realität verschieben. Und das ist auch nicht verwunderlich, wenn der Mensch sich eben weiterentwickeln möchte.
    Ob das für jeden Einzelnen auch gut, ist die andere Frage!
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#5 joshAnonym
#6 SaschaAnonym
  • 22.01.2007, 02:04h
  • Eigentlich hat er doch vollkommen Recht!

    Das erkennt man allein schon an der Tatsache, dass gewisse konservativ-neoliberale Landesregierungen ohne nennenswerten Widerstand ihre asozialen, allgemeinen Studiengebühren durchsetzen konnten.

    Im krassen Gegensatz dazu gab es mal Ende der 60er Jahre eine Studentengeneration, die sich noch für gesellschaftlichen Fortschritt eingesetzt hat und ihre Hauptaufgabe nicht allein darin sah, sich schön brav in das bestehende System zu fügen und den Status quo zu reproduzieren.

    Ein Blick in dieses Forum spricht ja ebenfalls Bände...
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#7 ChrisAnonym
  • 22.01.2007, 09:16h
  • Ich denke, dass die gute Rosa und viele andere Mitschreiber hier verkennen, dass die heutige Studentenschaft viel mehr damit beschäftigt ist, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die gesellschaftliche Verelendung und Verarmung hat selbst bei angehenden Akademikern keinen Halt gemacht...
    Ich verbringe satte sechs Stunden am Tag mit Geld verdienen, mindestens weitere sechs mit der Uni und eine mit dem Saufen ;-)...mal im Ernst, wann soll ich dann noch auf die Straße gehen??
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#8 joshAnonym
  • 22.01.2007, 11:58h
  • @chris:
    sorry, aber das ist ne ausrede. das war doch niemals anders. ich jedenfalls komme aus einem armen arbeiterhaushalt, meine family war eher dagegen mich noch weiter durchzufüttern. im gegensatz zu den leuten heute vielfach hat das damals unseren sozialkritischen blick geschärft und nicht verschwimmen lassen. und klar musst ich arbeiten nebenbei, da blieb für privatleben kaum zeit. da habt ihr heut mehr, wenn ich die studis so nehme die ich kenn.
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#9 hwAnonym
  • 22.01.2007, 15:51h
  • @ josh

    Die Rückkehr des Tumults
    Von Franz Walter in spiegel-online:

    "..In ökonomischen Krisen sind die davon hauptsächlich betroffenen Menschen meist ermattet, ohne Hoffnung, dadurch passiv, resigniert. In Zeiten wirtschaftlicher Dürre und Entbehrung hissen die Menschen nicht die Fahnen des Umsturzes. In solchen Zeiten fehlt ihnen dazu einfach die Energie, gewissermaßen die Kraft für eine andere Zukunft. Erst müssen sich die strangulierenden Fesseln der ökonomischen Pressionen zu lösen beginnen. Erst muss sich das soziale Elend in bewusste Unzufriedenheit übersetzen können. Erst dann ist langfristig angelegte Auflehnung und Gegenwehr ernsthaft zu erwarten.....
    Wenn im wirtschaftlichen Aufschwung die Inhaber des "Normalerwerbsverhältnisses" und die Repräsentanten der alten "Bürgerlichkeit" sie noch weiter abhängen sollten, dann wird die Frustration sich entladen.
    Die Orte gemeinsamer Erfahrungen und Verständigungsprozesse über kollektive Arbeit, Organisationen und Handlungen sind im Vergleich zur originären Industriegesellschaft minimal geworden.
    Für ressourcenschwache Einzelne bedeutet das oft Isolation, Marginalisierung, auch Apathie. Doch die organisatorische Bindungslosigkeit und sozialkulturelle Entwurzelung können ebenfalls zu einer vergleichsweise raschen Mobilisierung für neue Massenbewegungen führen, die dann mit der Parole der unmittelbaren Aktion Sinn in die Leere des organisatorisch obdachlosen Individuums bringen mögen. "
    hw: derweil sollte man tee trinken und gezielt nett plaudern.
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#10 seb1983
  • 22.01.2007, 15:51h
  • satt gefüttert war eher die 68er Generation. Nach den Aufbaujahren der 50er brummte Die Republik bei Vollbeschäftigung. Wem sein Studium zu spießig war der hat sich eben flott woanders zum arbeiten beworben. War alles kein Problem.

    Heute sieht es nicht alles so rosig aus. Wer rumtrödelt, schlechte Klausuren bringt oder gar das Studium abbrechen muss wird echte Probleme haben. Außerdem kenne ich genug Studenten die sich kreativ in genug Projekten engagieren.

    Herr Praunheim scheint auch einer von den vielen Schwulen hier zu sein die einen schwulen "Master-Lebensplan" vorgeben wollen. Zum Glück lasse ich mir aber weder vom Papst von von Herrn Praunheim sagen wie ich zu leben habe!!
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#11 Sascha N.Anonym
  • 22.01.2007, 18:52h
  • @ sascha
    Vielleicht ist das derzeitige bestehende System ja einfach so toll, dass kein Grund besteht etwas zu verändern.
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#12 joshAnonym
  • 22.01.2007, 19:03h
  • @seb1983:
    bei uns war niemand satt gefüttert, wo habt ihr diesen mist her? soll diese ausrede rechtfertigen, dass ihr heute doppelt so lange braucht?
    ich wünschte mir mal einen studenten zu hören der zugibt, dass er heute weniger stress hat als die leute früher. dafür har er mehr privatleben, früher familie oder beziehung etc. das ist doch auch was gutes.
    satt gefüttert - mensch schliess bitte nicht immer von deiner umgebung auf alle.
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#13 hwAnonym
#14 antosAnonym
  • 22.01.2007, 20:38h
  • Och bitte, jetzt bricht hier wieder so eine unnütze 68er-Diskussion los. Können wir noch mal kurz umschwenken auf RvPs Kernaussage:

    "Die kommen alle aus bequemen, bürgerlichen Elternhäusern und haben keine Notwendigkeit, kreativ zu sein." Und das sieht der offensichtlich bissel alterszickige Seher auch noch an den 'satten Gesichtern'.

    Ja was denn nun: Ist 'bürgerliche Saturiertheit' [was für ein 20er-Jahre-Scheiß aus dem letzten Jahrhundert] jetzt Kreativitätskiller oder Kreavitätstrigger [von wegen 'Ausbrechenwollen' usw.]?

    Überhaupt: das ist doch das typische Gesenfe Älterer über die verrottete Jugend. Im Zweifelsfall versteht RvP einfach nicht, wie sich Kreativität heute abseits abseitiger Off-Filme verwirklicht.

    Was ist denn eigentlich mit Herrn Professor Praunheims eigener Kreativleistung? 50 Filme in 30 Jahren? Fließband, ahoi? Ein Vorbild, dem man nacheifern muss?

    Eine Spontanumfrage bei drei sehr repräsentativen künstlerisch und gesellschaftspolitisch interessierten Freunden ergab soeben: außer zwei in Homokreisen [und WIRKLICH NUR dort!] halbwegs bekannten Filmen ["Nicht der Schwule...", "Bettwurst"], seinem von den Amis adaptierten Outingspektakel in den 80ern sowie dem ein oder anderen Medienwirbel durch hingeraunzte Rundumverdammungen - blieb nichts hängen. Ist das viel für einen Künstler, der sich mit dem Massenmedium Film beschäftigt?

    Egal, Kreativität hin oder her - wenn man schon - wie RvP es zuweilen tut - den kämpferischen Gesellschaftveränderer raushängen lässt, dann zählt am Ende des Tages eines - die Wirkung. Und da wage ich zu behaupten: ein Kitschroman wie "Onkel Toms Hütte" oder die US-Familienunterhaltungsserie "Holocaust" haben mehr Veränderung angestoßen als...[abgebrochen wegen Höflichkeit]
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#15 PrinzesschenAnonym
  • 23.01.2007, 01:12h
  • Danke antos, klare Worte.

    So läuft das nun mal, wenn Menschen vergreisen: Sie greinen rum, weil ihnen Lebensstil einer jüngeren Generation nicht passt. Merkwürdig, dass RvP das nicht bekannt vorkommt.

    Armer alter Mann. Er ist zu einem jener Menschen geworden, vor denen er uns immer gewarnt hat.
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#16 SaschaAnonym
  • 23.01.2007, 01:30h
  • @hw, @SaschaN:

    Ja, und die breite Masse der Globalisierungsverlierer, der alten und neuen Armen spricht in der Regel auch nicht, weil die Bezeichneten sich nicht so schön geschliffen wie manch verwöhnter Schnösel in diesem Forum artikulieren können, sich sowieso niemand für sie interessiert und sie ausschließlich mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt sind.

    Die Strategie der Mächtigen funktioniert eigentlich ziemlich gut...
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#17 dantonblnAnonym
  • 23.01.2007, 15:50h
  • Wer RvP näher kennt, weiß dass er eine schwierige
    Persönlichkeit ist. Das waren und sind andere Künstler auch.
    Er ist darüberhinaus aber auch eine bienenfleissige Person.
    Und 50 Film in 30 Jahren zu produzieren ist eine Leistung,
    vor der man erst einmal auch Respekt haben sollte. Manche
    seiner Filme wirken auf uns heute zum Teil amateurhaft, zum
    Teil unfreiwillig komisch. Ob es Werke für die Ewigkeit sind,
    wird die Zeit weisen. RvP ist zu einer Zeit auf den Mark
    gekommen, als vieles noch möglich war in den Sendern, was
    heute nicht mehr geht. Dass er heute immer noch Gelder für
    seine Projekte zusammen bekommt, liegt an seinem Status,
    den er sich erarbeitet hat. Mit richtiger , harter Arbeit. Und das
    soll ihm erst einmal jemand nachmachen. Alles andere ist
    Sozialneid und - sorry- inkompetentes Tuntengetratsche.
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#18 antosAnonym
  • 24.01.2007, 20:49h
  • @ dantonbln

    "Und das soll ihm erst einmal jemand nachmachen.""

    Die Frage ist, ob ihm das - in dieser Art und Weise - einer nachmachen will.

    "Alles andere ist Sozialneid und - sorry- inkompetentes Tuntengetratsche."

    Hier wird klar, dass Du keinen Wert auf kritische Diskussionen legst - sie stattdessen autoritär abbügelst. Mit einer solchen Haltung sollte man - sorry - besser zu Themen rund um Kunst und Kritik schweigen. "
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#19 dantonblnAnonym
  • 26.01.2007, 18:14h
  • @athos: wusste bis nicht dass du hier der lordsiegebewahrer der kritischen vernunft bist. liess noch nal dein erstes posting. diese feinsinnige geschliffene argumetation darin ist wirklich beeindruckend.
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#20 tux2006Anonym
  • 26.01.2007, 23:54h
  • ... "Die kommen alle aus bequemen, bürgerlichen Elternhäusern und haben keine Notwendigkeit, kreativ zu sein."...

    Hm, kommt mir irgendwie bekannt vor ^^grinzzz^^

    Andererseits: Warum werden in dem Beitrag worte wie "pöbelte" verwendet? Sind das nicht eher die "Wortschätze" von ganz bestimmten Primitiv-Schmierblättern??
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