https://queer.de/?6322
- 30. Januar 2007 2 Min.
Berlin (queer.de) - Jugendliche machen immer mehr gleichgeschlechtliche Erfahrungen. Dieses ist eines der Ergebnisse der Jugendsexualitäts-Befragung 2006, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Anfang des Jahres veröffentlicht worden ist.
Nach der repräsentativen Wiederholungsbefragung von 14- bis 17-Jährigen und ihren Eltern haben 13% der Mädchen und 6% der Jungen nach eigenen Angaben schon einmal engen körperlichen Kontakt mit einem gleichgeschlechtlichen Partner gehabt. Während 1994 nur 6% der Mädchen homosexuelle Kontakte angaben, so hat sich diese Zahl in 2006 mehr als verdoppelt. Bei den Jungen ist die Anzahl der Homo-Kontakte hingegen in etwa konstant.
Wenn es nach der subjektiven Einschätzung der Jugendlichen selbst geht, so fühlen sich allerdings nur 77% der Mädchen und 72% der Jungen ausreichend über Sexualität aufgeklärt. Das ist die niedrigste Selbsteinschätzung zum Aufklärungsstand, seit diese Befragung durchgeführt wird. 24% der Mädchen und etwas weniger als ein Fünftel der Jungen sieht insbesondere Informationsbedarf beim Thema Homosexualität.
"Vor diesem Hintergrund wird eine professionelle Aufklärungsarbeit zu gleichgeschlechtlichen Lebensweisen immer wichtiger", kommentierte Dominic Frohn vom schwul-lesbischen Aufklärungsprojekt SchLAu NRW die Studie. "Damit sind die Jugendlichen in einer Zwickmühle: In ihrer Lebensrealität sind sie mit Kontakten zum gleichen Geschlecht konfrontiert, während die Aufklärung auf dem niedrigsten Stand seit Jahren ist." Die ehrenamtlichen Aufklärer von SchLAU NRW arbeiten seit Jahren kompetent in der Aufklärungsarbeit zu schwul-lesbischen Lebensweisen. (cw)
Links zum Thema:
» www.schlau-nrw.de














