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  • 31. Januar 2007 8 2 Min.

London (queer.de) - Die katholische Kirche in Großbritannien hat in ihrem Kampf gegen ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz eine Niederlage hinnehmen müssen. Premierminister Tony Blair erklärte gestern, dass es bei den "Sexual Orientation Regulations" keine Ausnahmeregelung für religiöse Einrichtungen geben werde. "Es ist meine Überzeugung, dass es in unserer Gesellschaft keine Diskriminierung geben darf", so Blair in einer Pressemitteilung. "Darum unterstütze ich auch das Recht von schwulen und lesbischen Paaren, Kinder zu adoptieren." Allerdings soll das Gesetz in England und Wales nicht wie ursprünglich vorgesehen im April, sondern Ende 2008 in Kraft treten. Die katholische Kirche zeigte sich "höchst enttäuscht" von der Entscheidung. Man müsse nun schnell analysieren, was mit den kirchlichen Adoptionsagenturen geschehen soll. Die Kirche wehrt sich dagegen, Homo-Paare in ihren Einrichtungen gleich zu behandeln. Das Gesetz besagt, dass Schwule und Lesben bei Dienstleistungen nicht wegen ihrer Sexualität benachteiligt werden dürfen. Es ist in Nordirland bereits in Kraft getreten. Zuletzt hatte sich die katholische Kommunalverwaltungsministerin Ruth Kelly für kirchliche Ausnahmeregelungen eingesetzt (queer.de berichtete). Der gläubige Anglikaner Blair soll Zeitungsberichten zufolge Kelly zunächst unterstützt haben, hatte aber das Kabinett gegen sich.
Chef der Konservativen spricht sich gegen Kirche aus
Überraschend hat auch der Chef der oppositionellen Konservativen, David Cameron, eine Ausnahmeregelung für kirchliche Einrichtungen abgelehnt. "Ich denke, es ist falsch, der katholischen Kirche eine Ausnahmeregelung zu geben", so Cameron im BBC-Radio. "Sonst kommen am Ende viele andere Gruppen und verlangen weitere Ausnahmen." Damit stellt er sich gegen viele Mitglieder seines Schattenkabinetts. Er gab die Abstimmung in seiner Partei frei. (dk)

-w-

#1 GazelleAnonym
  • 31.01.2007, 15:28h
  • sehr schön!!!!!
    Ein echter Erfolg gegen die Kirche.
    Sogar der Chef der Konservativen sprach sich gegen eine Ausnahmeregelung für die Kirchen aus!
    Gruß Chris
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#2 TimAnonym
  • 31.01.2007, 16:50h
  • Bravo!

    Hier in Deutschland haben Union und SPD ja leider die Kirchen aus dem AGG rausgenommen. Offenbar ist man anderswo fortschrittlicher als in Deutschland, aber das ist ja nichts neues...

    Hier in Deutschland dürfen Kirchen weiterhin Homos nach Belieben diskriminieren, aber die Kirche darf wegen des deutschen Religionsschutzes nicht mal kritisiert werden...

    Es sind in Deutschland echt nur die Grünen wählbar.
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#3 Diz!Anonym