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- 06. Februar 2007 2 Min.
Im Staat Washington will ein Homo-Aktivist die Institution Ehe ans Kinderkriegen koppeln. Wir finden das toll!
Von Dennis Klein
Da stellen sich schwule Aktivisten auf die Straße und fordern, dass nur Paare mit Kindern das Recht auf Ehe haben dürfen. Das ist weder der 1. April noch der Kölsche Karneval: Das ist amerikanische Lokal-Politik. Da es konservative Politiker in den letzten Jahren bestens verstanden, mit Volksabstimmungen über das Verbot von Homo-Ehen fundamentalistische Wähler an die Urnen zu locken, äußert nun der Homo-Aktivist Gregory Gadow aus Seattle eine revolutionäre Idee: Warum nicht die Konservativen beim Wort nehmen?
"Der Staat muss die Ehe bewahren, die traditionelle Ehe, weil Kinder aus dieser Verbindung entstehen", so beschreibt es beispielsweise der republikanische Senator Jeff Sessions bei einer Debatte, in der er unter Parteifreunden nur Zustimmung erhielt. Das ist das derzeit einzige Totschlagargument der Ehe-Gegner. Ansonsten weichen sie lediglich auf religiöse Folklore aus oder motzen am Stammtisch darüber, wie eklig sie doch zwei sich küssende Männer finden.
Die Initiative fordert, dass nur das Paar heiraten darf, das binnen drei Jahren Nachwuchs produziert. Sollte sie erfolgreich sein, müssen die Bewahrer der "traditionellen Ehe" Farbe bekennen: Wenn sie die Ehe nun als Gemeinschaft von Menschen, die füreinander sorgen, uminterpretieren, müssten natürlich auch gleichgeschlechtliche Paare eingeschlossen werden. Denn eine homosexuelle Ehe läuft genauso langweilig oder spannend ab wie die Hetero-Ehe, wie Paare in Massachusetts und Kanada bereits bewiesen haben – einzige Ausnahme: Sie können nicht ohne fremde Hilfe Kinder zeugen.
Gadow hat bereits zu Spenden aufgerufen, um diesen neuen Ehe-Kampf zu gewinnen. 300.000 Dollar hat er als Zielrichtung vorgegeben. Rund 225.000 Unterschriften von eingetragenen Wählern müssen die Aktivisten in einem halben Jahr im Sechs-Millionen-Einwohner-Staat gesammelt haben. Sollte sie das schaffen, wäre die Initiative auf den Wahlzetteln im November – und eine Debatte würde ausbrechen, warum Kinderlose eigentlich heiraten dürfen, gleichgeschlechtliche Paare aber nicht.
Doch nicht nur in Amerika, auch in Deutschland stellt sich die Frage, warum das kinderlose schwule Paar sich nur schmucklos in irgend einem Amt verpartnern darf und dann dem Staat dank Steuerklasse I für diese Diskriminierung noch einen kräftigen Extra-Obulus zahlen muss. Dem heterosexuellen Nachbarspaar, das dank Anti-Baby-Pille das schöne kinderlose Leben genießt, zahlt das Finanzamt dagegen fröhlich das Geld für den nächsten Mallorca-Trip zurück. Ein bisschen mehr Basisdemokratie würde auch hierzulande zeigen, wie absurd die gegenwärtige Regelung ist.
2. Februar 2007
Links zum Thema:
» Washington Defense of Marriage Alliance
Mehr zum Thema:
» Volksinitiative: Kinderlose Ehen ungültig? (queer.de-News vom 6.2.07)















Die haben keine echten Argumente und müssen deshalb immer mit abstrusen und hanebüchenen Argumenten aufwarten. Gut, dass das jemand satirisch auf die Schippe nimmt und damit deren Dummheit entlarvt.