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- 09. Februar 2007 1 Min.
Bogota (queer.de) - Das höchste Gericht Kolumbiens hat entschieden, dass gleichgeschlechtliche Paare die selben Rechte haben sollten wie nicht verheiratete Hetero-Paare. Die Homo-Gruppe Colombia Diversa hatte gegen ein Gesetz aus dem Jahre 1990 geklagt, das bei Eigentumsrechten von Paaren den Begriff "Mann und Frau" verwendet - das sei verfassungswidrig, urteilten die Richter. Weitere Klagen gegen andere Gesetze könnten nun folgen. Mit der Entscheidung des Corte Constitucional erkennt das südamerikanische Land erstmals die Rechte Schwuler und Lesben in einer Beziehung an. Trennt sich ein Homo-Paar nach einer mindestens zweijährigen Beziehung, wird von nun an der gemeinsam angehäufte Besitz jeweils zur Hälfte aufgeteilt. Sollte ein Partner sterben, erhält der andere dessen gesamten Besitz. Bislang ging der Überlebende leer aus. Colombia Diversa sagte, die Entscheidung betreffe mindestens 100.000 Paare im Land. Das sei ein wichtiger Schritt, jetzt müsse aber um Akzeptanz geworben werden, da Homosexualität gerade auf dem Land nach wie vor ein Tabuthema sei. Die katholische Kirche kritisierte die Entscheidung, da sie "gegen Familie und Ehe" gerichtet sei. (dk)















Nach Meldungen aus einigen Bundesstaaten in Argentinien, Brasilien, Mexiko und aus Uruguay jetzt also aus Kolumbien. Damit scheint das Thema endlich in den spanisch-portugiesischsprachigen Ländern Amerikas anzukommen. Die gesellschaftlich Macht der katholischen Bischöfe scheint da doch nicht mehr so stark zu sein, wie sie es in früheren Jahrzehnten war.