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- 15. Februar 2007 1 Min.
Abuja (queer.de) - Ein Parlamentsausschuss in Nigeria führte gestern eine öffentliche Anhörung über eine Verschärfung von Anti-Homo-Gesetzen durch. In dem Gesetzentwurf, der in Kürze beschlossen werden soll, wird unter anderem der Kontakt zwischen Homosexuellen verboten (z.B. ein gemeinsamer Restaurantbesuch). Auch das Ansehen von Filmen oder Internetseiten mit Homo-Inhalt soll strafrechtlich verfolgt werden (queer.de berichtete). Der Ausschuss gab bekannt, dass 100 Petitionen gegen das neue Gesetz eingegangen sind. Beobachtern zufolge wird es trotzdem mit großer Wahrscheinlichkeit Ende März verabschiedet werden. Das Gesetz steht vor allem wegen den im April anstehenden Wahlen auf der Tagesordnung. Nigeria ist geteilt in einen muslimischen und einen christlichen Teil, die sich oft feindlich gegenübner stehen. Allerdings stimmen die Religionsführer in der Ablehnung der Homosexualität überein. Es gibt jedoch auch einige Abgeordnete, die zur Vorsicht mahnen, aber trotzdem nicht als "Schwulenfrende" gelten wollen, berichtet die BBC: "Wir sollten nicht heuchlerisch sein und das Thema ohne Leidenschaft angehen", sagte etwa Abdul Oroh, der stellvertrende Vorsitzende im Ausschuss für Menschenrechte. "Während wir versuchen, die Moral und unsere Werte zu schützen, müssen wir uns daran erinnern, dass die Rechte von Menschen geschützt werden müssen, auch wenn sie in der Minderheit sind." (dk)















„Sie legten mir Handschellen an und fesselten mich, so dass meine Händen hinter meinen Knien waren. Dann hängten sie mich an einen Haken in der Wand“, erzählte ein 23jähriger, der im Juni 2004 in Enugu verhaftet wurde. „Dann schlugen sie mich und steckten einen Besenborste in meinen Penis bis das Blut hervorquoll. Danach streuten sie Tränengaspulver in ein Tuch und banden es um meine Augen. Sie sagten, dass sie mich erschießen würden, wenn ich nicht gestehe, dass ich der Räuber sei. Das ganze dauerte Stunden.“
“Die USA und Großbritannien haben Millionen in die nigerianischen Sicherheitsbehörden investiert. Doch die Polizeimethoden haben sich seit dem Ende der Militärherrschaft kaum geändert“
hrw.org/german/docs/2005/07/26/nigeri11455.htm