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Von Micha Schulze

Alle paar Monate wird es Jochen zuviel, dann muss er einfach raus und kauft sich ein Bootticket nach Ko Lanta. Nach zwei, drei Tagen in einem einsamen Bungalow bei Vollmond am Strand spürt er es dann wieder, sein altes Thailand-Feeling, das ihm Kraft für die nächsten Monate gibt. Jochen, der Ex-Kölner, hat sich zwar mit einer schwulen Bar im thailändischen Touristenort Patong Beach einen Lebenstraum erfüllt, doch jede Nacht Hit-Mix, Boys und Singha Beer zehren dann doch an seinen Nerven.

Urlaub von Thailand in Thailand – dafür ist die Insel im südöstlichsten Zipfel der Provinz Krabi ideal. Weil Ko Lanta nur über Umwegen mit Fähre oder Boot zu erreichen ist, hat der Ort seinen eigenen Charakter bewahrt. 20.000 Menschen leben auf dem 27 Kilometer langen und im Schnitt 5 Kilometer breiten Eiland. Ban Lanta, die Inselhauptstadt an der Ostküste, bietet als Verwaltungszentrum touristisch eher wenig, so dass es die meisten nach Ban Saladan im Norden zieht.

Es ist der Anblick der alten, hölzernen Boots-Anlegestellen, der einem schnell das Gefühl von Geborgenheit und Ruhe vermittelt. In dem kleinen Fischerdörfchen Ban Saladan läuft man nicht Gefahr, auf Hotelbunker und Gogo-Bars zu stoßen. Die meisten Touristen treffen hier mit dem Schiff von Phuket über Phi Phi Island ein – der schönsten Anreisemöglichkeit. Es lohnt sich, auf Phi Phi einen Zwischenstopp einzulegen und die Maya Bay zu besichtigen, wo der Film "The Beach" gedreht worden ist.

Der Sand ist fein, weiß und heiß. Oft tummeln sich hier nur ein paar herumstreunende Hunde oder jagen einheimische Kinder Krebse fürs Abendessen. Klangdao Beach, nur eine Viertelstunde Fußweg vom Bootsanleger entfernt, gehört zu den schönsten Stränden von Ko Lanta. Selbst in der Hauptsaison im Dezember und Januar kann man hier sein Badetuch 50 Meter vom nächsten Touristen entfernt platzieren. In der Bucht liegen mehrere der inseltypischen Bungalowanlagen, wo eine einfache Bambushütte ab 300 Baht (6,48 Euro) pro Nacht gemietet werden kann – eine kleine grüne Schlange unterm Bett teilweise inklusive.

"Noch einen King Kong?" Jeder, der die Sanuk Bar am Klangdao Beach besucht, muss Turis leckeren Haus-Cocktail aus Thai-Whiskey und Ananassaft probieren. Die Bar gehört zum Bungalowkomplex "Sun, Fun & Sea", der von dem Schweizer Turi zusammen mit seinem thailändischen Freund betrieben wird, und gleichzeitig der schwule Treffpunkt auf der Insel ist. Was man spätestens dann merkt, wenn Turi zu einer seiner legendären Travestieshows lädt und das halbe Dorf vorbeischaut, um den beleibten Besitzer im Dirndl die Heidi mimen zu sehen.

Die Insulaner sind zwar zu 90 Prozent moslemischen Glaubens, aber weit entfernt von radikal-islamistischer Sicht. Hier schwule Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen, ist ausgesprochen easy: Man muss sich abends nur in einen der Karaokeläden in Ban Saladan trauen, mit einem Lächeln ergibt sich alles Weitere von selbst. Wer dafür zu schüchtern ist, kein Problem, der wendet sich an Turi.

Die touristische Entwicklung auf Ko Lanta geht unweigerlich voran. Seit 1995 gibt es eine Stromleitung vom Festland und mittlerweile auch ein reichhaltiges touristisches Angebot von Tauch- und Schnorcheltouren über Kochkursen und Höhlentouren bis zu Elefantensafaris. Zwar sind rund zwei Drittel der Bungalowanlagen nach wie vor nicht klimatisiertet, doch wurden im Sommer gleich zwei Luxus-Resorts und kürzlich die ersten Sterne-Hotels eröffnet. Jochen aus Patong Beach mag gar nicht daran denken, wie "sein" Ko Lanta vielleicht in paar Jahren aussehen wird. Doch als Insider weiß er, dass es im Süden Thailands ja noch andere, auch unberührte Inseln gibt, wo er sich künftig seinen Kick holen kann.

Und wo erholt sich eigentlich der Schweizer Turi, wenn er mal relaxen will? "Ich sitze an meiner Bar und schaue mir den Sonnenuntergang an", sagt er. Sein letztes Rückflugticket nach Zürich hat er verfallen lassen.



#1 RalfAnonym
  • 11.03.2004, 21:19h
  • Habe den Bericht gelesen und da ich selber schon 40 mal in Thailand war, muß ich sagen das es auf Phukret immer noch schöne einsame Strände gibt.
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#2 HansAnonym
  • 03.05.2004, 22:46h
  • Mutig, daß jetzt so einen Bericht angesichts der Unruhen im Süden Thailands bringt. Aber es muss auch gesagt werden, daß Koh Lanta, Phuket, Krabi wirklich nicht gefährlich sind
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#3 PatongAnonym
  • 31.08.2014, 14:22h
  • Also wer Jochen auch nur flüchtig kennt, weiß, daß er gerne zu tief in's Glas schaut. Und seine Geschäftsideen sich als Flops erwiesen haben, jedenfalls für seine Gäste!
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