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- 25. Februar 2007 3 Min.
Promi-Statements von Georgette Dee und anderen zu Treue und Fremdgehen unter Schwulen
Von Jan Gebauer
Georgette Dee, Sängerin:
Fremdgehen ist Nährboden für die Kreativität. Man kommt sonst in Teufels Küche, erstarrt in Routine. Dann steht man auf der Bühne und hat am Schluss das Gefühl: Jetzt habe ich zwei Stunden lang gelogen. Ein Albtraum, der größte, viel schlimmer noch, als wenn man den Text vergisst, falsch singt, hinter der Bühne fällt oder der Wodka alle ist.
Stephan Runge, Sänger:
"Fremdgehen" ist ein seltsamer Begriff. Bezeichnet er nur, dass ich, obwohl ich einen Partner habe, mit einem "Fremden" ins Bett gehe? Oder unterstellt er nicht auch, dass ich mich damit von meinen eigenen Bedürfnissen und denen meines Partners "entfremde" und "untreu" werde? Ich persönlich jedenfalls mache den Begriff "Treue" nicht ausschließlich an Sexualität fest. Im Endeffekt gehören zu diesem Thema aber immer zwei Menschen, die sich mit ihren Gefühlen, Wünschen und Vorstellungen gemeinsam finden sollten. Und wenn die Kommunikation in der Beziehung stimmt, dann besteht die Chance, dass sich der negativ besetzte Begriff "Fremdgehen" zum positiven Begriff des "Vertrautgehens" wandelt.
Patrick Lindner, Volksmusiker:
Man kann immer jemanden treffen, der einem mal den Kopf verdreht. Man macht diese Erfahrung – und kann dadurch einiges lernen. Aber man darf wegen solcher relativer Kleinigkeiten nicht gleich alles hinschmeißen.
Christoph Marti (Ursli Pfister), Sänger:
Fremdgehen macht glücklich, aber eigentlich noch glücklicher macht mich das Nach- Hause-Kommen zu meinem Mann
Tobias Bonn (Toni Pfister), Sänger und Lebenspartner von Christoph Marti:
Ich find’s auch immer wieder schön, wenn mein Mann nach dem Fremdgehen wieder nach Hause kommt…
Désirée Nick, Kabarettistin:
Wie sich Schwule am besten fit halten? Mit dem Alter lügen, wenig essen und die Partner wechseln. Der einzige Jungbrunnen, den es gibt, ist unser Hormonhaushalt, das heißt, man sollte die körpereigenen Sekrete auf Trab halten.
Claus Vincon, Schauspieler (Lindenstraße):
Fremdgehen macht Spaß. Glücklich macht es nicht. Nach vielen Beziehungsjahren, in denen ich nicht monogam war, glaube ich, dass eine treue Beziehung doch mal eine neue schwule Lebens- und Liebesform wäre. Aber hätten wir Männer auch den Mut dazu?
Harvey Fierstein, Schauspieler und Bühnenautor:
Was mich betrifft, glaube ich nicht an Monogamie. Nur weil ich eine dauerhafte Beziehung will, heißt das nicht, dass ich nie wieder mit jemanden essen gehen kann. Es ist, wie ich in "Kuckucksei" gesagt habe: Ich will kein Abklatsch der Heterosexualität sein.
Michael Sollorz, Schriftsteller:
Meine Freund und ich haben von Anfang an versucht, unsere Beziehung auf Werte wie Geborgenheit, Kreativität, Zuverlässigkeit und Achtung zu bauen, nicht auf das Siegel sexueller Treue. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die sexuellen Interessen sich kaum für längere Zeit ausschließlich auf ein und denselben Menschen fixieren lassen. Diese Erfahrung kennen auch andere, zum Beispiel sind wir befreundet mit einem alten Paar, das seit 40 Jahren zusammenlebt, die beiden Männer halten es ebenso wie wir. Ich hasse Lüge und Heuchelei. Jeder ist frei, mit anderen zu schlafen, vorausgesetzt, er belügt den Partner nicht und achtet beim Sex mit anderen auf die Ansteckungsgefahr mit sexuell übertragbaren Krankheiten.
26. Februar 2007
Links zum Thema:
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Wenn andere das anders sehen und lieber eine offene Beziehung führen: bittesehr! Aber dann sollte der Partner auch davon wissen. Nicht nur wegen dem höheren Geschlechtskrankheit-Risiko, sondern auch weil es dem Partner zusteht, das zu wissen. Wenn jemand gerne fremdgeht, sollte er wenigstens den Mumm haben, das zuzugeben und sollte dann auch akzeptieren, wenn der Partner das anders sieht.
Eine Partnerschaft heißt nun mal, nicht nur den eigenen Willen auszuleben, sondern auch an den Partner zu denken. Also: wer eine offene Beziehung will, muss auch dazu stehen und evtl. die Konsequenzen tragen.