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Kommentare zu:
Hesse von Kirche geoutet


#11 DavidAnonym
  • 01.03.2007, 20:40h
  • @ Sebi:
    Aber trotzdem... fairerweise gehört dann auch die Kirchengemeinde "geoutet", die sollten genauso in der Öffentlichkeit angeprangert werden, mal sehen was die Institution dann dazu sagt... von wegen "in Würde und Respekt entgegentreten"...
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#12 DannyAnonym
  • 01.03.2007, 22:48h
  • Ich hätte solche Reaktionen im Jahre 2007 in Deutschland nicht mehr für möglich gehalten! *shocking*
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#13 tuxAnonym
#14 bajazzolli
  • 02.03.2007, 07:40h
  • Jeder muss selbst entscheiden können, wem und ob er mitteilt, dass er in einer ELP lebt. Verwaltungen (Standesamt, Personalbüros) haben auch nicht das Recht, ohne weiteres die Info an Dritte weiterzugeben, da nicht jeder, der eine ELP eingegangen ist, offen schwul lebt. Eine ELP kann auch andere Gründe haben, außerdem können auch Heteros eine ELP eingehen, sexuelle Beziehung und Orientierung sind keine Entscheidungskriterien einer ELP. Soweit dazu. Ich selbst lebe auf dem Land, lange ungeoutet, jetzt offen in einer Beziehung, seit 3 Jahren. Ich bin mit meinen Partner ein halbes Jahr nach dem Kennenlernen eine ELP eingegangen, da sich herausstellte, dass mein Partner hiv+ ist und es (auch) um Versorgungssicherheit ging. Das habe ich auch nicht öffentlich gemacht. D.h. Eltern und Geschwister sowie Freunde wissen, bis auf wenige Ausnahmen nix von der ELP, wohl aber von der Existenz meines Freundes. Man kann das also durchaus trennen. Ich wollte halt damals nicht in Erklärungsnot kommen, da wir auch nicht überall ausposaunen, dass hiv im Spiel ist, um auch hier einer Diskriminierung vorzubeugen. Darüber hinaus bin ich an meinem Arbeitsplatz größtenteils ungeoutet - das hat sich auch durch die ELP nicht geändert. Und dazu habe ich auch ein Recht.
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#15 martinAnonym
  • 02.03.2007, 14:33h
  • ich bin mit meinem mann seit dem 01.08.2001 als eintragene lebenspartner registriert.

    meines erachtens gibt es kaum (noch) einen nachvollziehbaren grund, eine eingetragene lebenspartnerschaft einzugehen.

    dies "heimlich" zu tun ist in meinen augen das verlogenste überhaupt - denn was sonst, als ein ZEICHEN FÜR DIE GESELLSCHAFT ist dieses rechtsinstitut?

    welche gründe könnte der "arme" geoutete hesse dafür gehabt haben?

    wenn er sowieso mit seiner heimatgemeinde gebrochen hat, kann es ihm doch egal sein, was die leute dort von ihm denken.

    die seltsamen formulare, die es in vielen bereichen gibt gehören endlich auf den müll und quer-meldungen von irrelevanten informationen über bürger endlich und wirksam gestoppt!

    finanziell gesehen muss man schon sehr masochistisch veranlagt sein, denn es gibt ausser dem ERBrecht (nicht ERBSCHAFTSSTEUERrecht) und der familienversicherung in der gesetzlichen krankenkasse keinerlei finanzielle vorteile. nur nachteile, wenns um unterhalt, steuern aller art etc. geht.

    im gegenteil: der staat nutzt die eingetragenen lebenspartner als zusätzliche melkkuh um sich zu bereichern.

    für mich ist die eingetragene lebenspartnerschaft nach wie vor ein symbol nach aussen - auch durch unseren gemeinsamen "familien"-namen. wenn ich die monatlichen finanziellen nachteile, die wir haben und noch auf uns zukommen, aufrechne, ist das jedoch ein teures vergnügen.

    erst wenn mal unsere verfassungsrichter selbst eine eingetragene lebenspartnerschaft eingehen (wollen), werden sie im sinne einer vollkommenen gleichstellung argumentieren...
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#16 SaschaAnonym
  • 03.03.2007, 01:20h
  • Es ist wieder einmal bezeichnend und erschreckend zugleich, wie nicht gerade wenige Schwule den gesellschaftlichen Status quo und offensichtliches Unrecht gegenüber ihresgleichen auch noch zu rechtfertigen versuchen!

    Da macht man lieber noch das Opfer zum Täter als zu erkennen, dass hier ein absolut skandalöser Vorgang des Datenmissbrauchs und der Verletzung des Rechts auf Privatsphäre stattgefunden hat.

    Es geht überhaupt niemanden (weder die Kirche noch einige geistig minderbemittelte Leute in diesem Forum) irgend etwas an, ob und warum der Betroffene sein persönliches Umfeld nicht über die Eingetragene Partnerschaft informiert hat. Und schon gar nicht dürfen solche Daten in der hier praktizierten Form veröffentlicht oder Dritten zugänglich gemacht werden!

    Daher ist es ein Skandal, dass der Kirche wieder einmal Sonderrechte eines Staates im Staate eingeräumt werden!
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#17 IxusAnonym
  • 03.03.2007, 11:42h
  • Die Frage, die ich mir gerade beim lesen des Aritkels gestellt habe lautet: Was wollen wir eigentlich? Wir wollen mit unseren "Anderssein" akzeptiert werden! Zum Kampf um Gleichstellung mit allen Konsequenzen gehört aber auch, sich aufzustellen und dafür zu kämpfen. Das kann mann aber nicht, wenn er sich im Schrank versteckt. Ich habe mehr als 20 Jahre im "Schrank" gelebt, meine Erfahrung war: Ist der Ruf erst ruiniert, lebts sich vollkommen ungeniert. Sicherlich haben sich auch Leute an denen ich sehr hing von mir gewendet, aber ich habe auch neue Freunde hinzugewonnen.
    Wenn wir akzeptiert und als "normal" angesehen werden wollen, dann müssen wir selbst endlich mal anfangen "normal" damit umgehen.
    Datenschutz hin und Datenschutz her, die Heteros regen sich schließlich auch nicht darüber auf, dass ihr Familienstand allen möglichen Instutionen mitgeteilt wird.
    Desweiteren möchte ich noch beitragen, dass ich die Klage auf Schadensersatz als puren Nonsens ansehe.
    Eine Klage beim Verfassungsgericht, ob die Kirche wirklich das Recht hat überhaupt "Austritte" zu veröffentlichen und mit "Stalking-Methoden" ihren entlaufenen Mitgliedern nachzustellen, wäre m.E. sinnvoller gewesen. Ein solcher Klageinhalt wäre eher dazu angetan gewesen, eine Verbesserung und eine Prüfung über die kirchlichen Mächte anzustreben.
    Das wäre eine Kampfansage gewesen, mit derer sich auch die "Normalos" hätten identifizieren können.
    Aber offenbar ging es im Kern mal wieder nur um das liebe Geld und (leider) nicht darum, diese Kuttenpinkler zu stoppen ...
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#18 SaschaAnonym
  • 03.03.2007, 18:19h
  • @lxus:

    Mein Gott, darum geht es aber nicht, sondern darum, dass JEDER ein Recht auf Schutz der Privatsphäre und Datenschutz hat!!!
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#19 tuxAnonym
  • 03.03.2007, 18:52h
  • @sascha: Genau das ist es! Der Schutz der Pivatsphäre eines jeden Bürgers sollte oberste Priorität haben, auch dann, wenn einige Politiker(Schäuble, beckstein, etc) permanent versuchen, diese Grundrechte zu beschneiden und auszuhebeln.

    Daher fand ich auch den ersten Satz von @hw so gut: DAS LEBEN DER ANDEREN
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#20 IxusAnonym
  • 04.03.2007, 18:26h
  • @Sascha:
    Zitat: "Mein Gott, darum geht es aber nicht, sondern darum, dass JEDER ein Recht auf Schutz der Privatsphäre und Datenschutz hat!!!"
    Ich gebe Dir vollkommen Recht!!! Mein Nachdenk-Ansatz ist aber ein anderer: Wenn wir alle als "normal" gelten, dann bräuchten wir um das Thema "Kirche outet" nicht zu diskutieren, denn dann wäre niemand von uns erpressbar mit seinem "Nichtouting". Wir bräuchten uns nicht mal über das Wort "Outing" zu unterhalten, oder?

    Je öfter die Gesellschaft mit andersartigen Dingen konfrontiert wird, um so eher stumpft sie ab und sieht es als "normal" an.
    Überleg mal, vor 20 Jahren "nackte" in der Fernsehwerbung, das war fast undenkbar. Und heute ist das vollkommen normal, oder?

    Aber ich schweife vom Thema ab, Datenschutz ist wichtig und in unserem Land, wird m.E. viel zu wenig dafür getan. Ich denke dabei an Kunden- Rabattkarten, auslesen IPNrn. im Internet, Tollkollekt-Daten, Handydaten und dergleichen ...
    Aber die Frage des Familienstandes ist für mich nichts, was als bes. schützenwürdig zu gelten hätte. Wenn ich eine ELP eingehe, dann dokumentiere ich damit auch nach außen (oder gerade damit nach außen), dass mein Partner zu mir gehört
    PUNKT
    Wenn ich weiter im Schrank leben möchte, dann bleibe ich im Schrank und gehe dann auch keine ELP ein. Wir möchten gerne mit der ELP steuerlich Vorteile und alles mögliche haben, aber sind im Umkehrschluss nicht bereit öffentlich zu unserem Partner zu stehen? Wie soll das bitteschön gehen!
    Ich finde es schon witzig was schließlich aus dem "Kirchenaustrittsformular" geworden ist. Die Bediensteten haben für für den Familienstand ELP ein anderes Formular bekommen. Bei den Heteros wird der Familienstand weiter mitgeteilt. Also wieder eine "Sonderlocke" für Schwule und Lesben, die doch so gerne als "normal" angesehen werden wollen. Das ist eine Lachnummer!!!
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