https://queer.de/?6565
- 13. März 2007 1 Min.
Warschau (queer.de) - Der polnische Bildungsminister und Vize-Regierungschef Roman Giertych will "homosexuelle Propaganda" an Schulen verbieten. Das gab heute laut dpa Miroslaw Orzechowski, der Stellvertreter des Politikers der nationalkatholische Partei Liga Polnischer Familien, in einer Pressekonferenz bekannt. "Wir müssen Einfluss ausüben, wenn wir noch können, und nicht erst, wenn es zu spät ist", sagte Orzechowski. Ein Gesetzentwurf soll binnen einen Monats ins polnische Parlament eingebracht werden. Als Grund für die Initiative nannte er angebliche Bestrebungen von Homo-Gruppen zur Rekrutierung unter Schülern. Er nannte als Beispiel ein Anti-Aids-Projekt der Stadt Krakau. Hier seien in Schulen Broschüren über Safer-Sex verteilt worden, in denen auch küssende Männer abgebildet waren. Laut der Tageszeitung "Dziennik" stünde ein solcher Gesetzentwurf nicht mit EU-Antidiskriminierungsrichtlinien in Einklang. Giertych war bereits Mitte letzten Jahres in die Schlagzeilen gekommen, als er den Chef der Behörde für Lehrerfortbildung feuerte. Dieser hatte eine Broschüre des Europarats übersetzt, in der es unter anderem um Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben ging (queer.de berichtete). Letzte Woche sorgte der Minister bei einem Treffen von EU-Bildungspolitikern in Heidelberg für einen Eklat, als er ein europaweites CSD-Verbot forderte (queer.de berichtete). (dk)














