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  • 30. März 2007 20 1 Min.

Brüssel (queer.de) - Ein wallonisches Schulbuch, in dem Kemal Atatürk als schwul bezeichnet wird, hat zu Verstimmungen zwischen Belgien und der Türkei geführt. Marie Arena, die Bildungsministerin für den französischsprachigen Teil des Landes, hat den Einbeziehung des Gründers der modernen Türkei in das 144-seitige Buch "Kampf gegen Homophobie" bereits als "Fehler" bezeichnet. Darin ist eine Liste von historischen Schwulen abgedruckt, unter ihnen auch mehrere Päpste, Leonardo da Vinci und Johann Wolfgang von Goethe. "Quelle für diese Liste war eine Website aus Kalifornien. Leider haben die Macher des Buches die Informationen nicht gegengecheckt. Es war ein 'Copy and Paste'-Unfall", so die Ministerin zur Zeitung "Zaman". Ein Sprecher der türkischen Botschaft in Brüssel erklärte die Sache damit als erledigt: "Diese Angelegenheit ist sehr heikel, aber die belgischen Behörden haben ihren Fehler schließlich eingestanden." Das Buch war noch nicht an die Schulen ausgeliefert worden. Erst Anfang des Monats sorgten griechische Internet-Videos für Unruhe, in denen Atatürk als schwul bezeichnet wurde. Im Land wurde sogar für kurze Zeit "YouTube" gesperrt, auf denen diese Videos zu finden waren (queer.de berichtete). Die Verunglimpfung Atatürks oder des Türkentums ist in dem EU-Anwärterland illegal und kann mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden. (dk)

#1 rudolfAnonym
  • 30.03.2007, 15:08h
  • Nicht jeder große Denker oder Staatsmann, der tolerant und fortschrittlich über Homosexualität denkt, muß selbst schwul sein. In Atatürks Geheimdienstakten aus seiner Offizierszeit steht , daß er sich eher zuviel als zuwenig für Frauen interessierte. Aber dennoch (oder gerade deswegen) hat er als erster Staatsmann der islam. Welt 1935 die Strafbarkeit der Homosexualität abgeschafft. Goethe, der sich in einem Aufsatz über den Kunstgelehrten Winckelmann sehr tolerant über dessen schwule Veranlagung äußerte, war erwiesenermaßen selbst den Frauen zuneigt.
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#2 SaschaAnonym
  • 30.03.2007, 15:49h
  • In keinem Falle ist aber die versehentliche "Unterstellung" von Homosexualität eine "Verunglimpfung" - zumindest nicht nach den Maßstäben, die in einer freiheitlich-demokratischen und auf Menschrechten fußenden Gesellschaftsordnung zu gelten haben.

    Und an eben solche Maßstäbe sollte sich (auch!) die Türkei dringend halten, wenn sie in die EU Aufnahme finden möchte.

    Allerdings geht es - wie man am Beispiel Polens und der Duldung der dortigen neofaschistischen Regierung und Politik ganz klar sieht - den EU-Staaten ganz bestimmt zuletzt um die Diskriminierung der armen Homosexuellen oder anderer so genannter Minderheiten, wenn sie mehrheitlich den EU-Beitritt der Türkei sabotieren, sondern um pure Islamophobie und jeweilige innenpolitische Stimmungsmache gegen Menschen türkischer Herkunft (siehe hierzulande: CDU/CSU).
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#3 goateeAnonym
  • 31.03.2007, 10:51h
  • Atatürks sexuelle Kontakte zu Männern sind in diversen Biografien über ihn zumindest angedeutet und erwähnt. Er war vielleicht ncht klassisch schwul /homosexuell, aber dem männlichen Geschlecht keineswegs abgeneigt.
    Zitat aus "Out! 800 berühmte Lesben, Schwule und Bisexuelle" (Querverlag):

    "Atatürk hat zeitlebens keine Beziehungen zu Frauen, besucht aber hin und wieder Prostituierte. Gleichzeitig aber hat er auch intime Beziehungen vor allem zu jungen Männern, die weit über die beim Militär übliche Kameraderie hinausgeht. "
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