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Halbnackte Männer dreschen aufeinander ein: Zack Snyders Verfilmung eines Comics steht in der Kritik und strotzt vor Homoerotik.

Von Carsten Weidemann

"300" ist die unerbittliche Filmversion der historischen Schlacht an den Thermopylen: Im antiken Griechenland starb König Leonidas mit 300 Spartanern im Kampf gegen Xerxes und sein gigantisches persisches Heer. Ihr Mut und ihre Opferbereitschaft angesichts der ausweglosen Situation inspirierte die griechischen Stämme zum Bündnis gegen die Perser – so entstand eine Urzelle der Demokratie.

"300" beruft sich auf den gleichnamigen Comic-Roman von "Sin City"-Autor Frank Miller. In seinem Abenteuerepos geht es um Leidenschaft, Mut, Freiheitsdrang und Opferbereitschaft – verkörpert durch die Spartaner, die sich hier in einer der berühmtesten Schlachten der Geschichte bewährten. Unter der Regie von Co-Autor Zack Snyder ("Dawn of the Dead") kombiniert die Verfilmung von Millers berühmtem Comic-Roman real gefilmte Handlungselemente mit virtuellen Szenerien, die dem antiken Zeitgemälde eine unverwechselbare Optik verleihen.

So unverwechselbar, das die Kritiker staunen über die Perfektion der Effekte, die der digitale Trick hergibt. Aber auch über die politische Naivität und Gefährlichkeit. Faschistische Tendenzen wurden dem Epos vorgeworfen, in der eine kleine skrupellose Elite über das Schicksal eines Volkes entscheidet. Sogar Vergleiche mit Leni Riefenstahls Olympiafilmen wurden herangezogen. Hier wie da wird die Schönheit des männlichen Körpers betont und dadurch die politische Herrenmenschen-Botschaft in ein schönes wie falsches Licht gerückt. In der Tat strotzt die Comicverfilmung vor männerbündlerischer Homoerotik.

05.04.2007



25 Kommentare

#1 hwAnonym
  • 05.04.2007, 16:54h
  • ...ich liebe engpässe, zwar nicht grad die
    antiken...aber um mache lohnt sich schon auch ein kampf.....atemübungen kann man ja danach machen, so als buddihst, mein ich...
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#2 hwAnonym
#3 seb1983
  • 05.04.2007, 17:19h
  • gestern schon gesehen

    Der Film an sich, story, Unterhaltungswert: schelcht schlecht schlecht, grottenlangweilig. Dazu Kommentare im Nazi Stil (du musst tapfer sein das zählt für einen Mann, Blut vergießen für Sparta, er ist zu jung um die Wärme einer Frau gespürt zu haben, ich opfere meinen Sohn etc)

    klar, massenhaft gut gebaute Typen die in Unterhose aufs Schlachtfeld ziehen, monumentale Choreographien, perfekte Bilder. Nach einer halben Stunde wird das jedoch ziemlich langatmig. Auf Dauer wirkt es so als hätte man Ben Hur mit Matrix vermischt.

    Der völlig sinnlose tod im Krieg wird als erstrebenswertes Ende angesehen, immerhin heißt es statt gutdeutsch "Blut und Ehre" für Deutschland nur noch "Tapferkeit und Ehre" für Sparta.

    Fazit: beeindruckende Bilder, grottenschlchte story, sinnentleerte kriegsverherrlichende Dialoge.
    Sin City: Top, 300: Flop
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#4 hwAnonym
#5 seb1983
  • 05.04.2007, 18:32h
  • @Hw

    Da das Ganze an die tatsächlich stattgefundenen Ereignisse angelehnt sein soll: Er hat die Schlacht gewonnen aber den Krieg gegen die verbündeten Grichen später verloren.
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#6 antosAnonym
  • 05.04.2007, 19:55h
  • Es fällt schwer zu glauben, dass der Launch dieses Films keine ideologischen Gründe hat ("ahmadixerxes").

    Hier demonstrieren mittlerweile rund 50.700 (Exil-) Iraner und andere gegen die verzerrende und 'unethische' Darstellung der - unserem eurozentrischen Blick eh völlig entrückten - persischen Hochkultur und der Krieger als tierische Kampfmaschinen:

    www.petitiononline.com/wpci96c/petition.html
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#7 ÜwchenAnonym
  • 05.04.2007, 20:21h
  • Nö der AhmedineXerxes gewinnt am ende weil alle spartaner abkratzen. ist halt geschichte kann man nicht ändern. oder zumindest sehr schwer
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#8 antosAnonym
  • 05.04.2007, 20:25h
  • Listen and repeat:

    "[...] The story is easy to buy into: 300 brave Spartans saved Western democracy from 2.7 million evil Persians. But aside from the fanciful numbers which need decimal-point adjustments, this whimsical tale has far graver consequences than a mere biased account of history.

    The 'Battle Of Thermopylae' has been the single most powerful wedge, which has divided East and West for over 2 millennia. In a time when East and West should be reconciling their differences, along comes the movie '300' to drive that wedge even deeper.

    What is most disturbing about this movie is not that it lacks historical accuracy. It is not that Xerxes, the Grandson of Cyrus The Great and loving husband of Esther, is shown as an oversized drag queen. It is not even the outdated racist cliché of casting the Persians as Africans and the Spartans as white, blue-eyed 'Chippendale dancers,' when in reality the roles may well have been reversed.

    What is so distressing about this movie is the realization of the tremendous power Hollywood wields in determining a people's identity. It is the same nightmare Native Americans endured during the whole 'cowboy-movie' genre [...]"

    Alles hier:

    www.spentaproductions.com/300themovie_the_truth_behind_300.h
    tm
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#9 antosAnonym
  • 05.04.2007, 20:34h
  • Zum 3.:

    "[...] Das Menschenbild, welches in diesem Film vermittelt wird, ist einfach: auf der einen Seite stehen die tapferen Spartiaten, die für ihr Land und ihr Volk ihr Leben lassen würden, die für die Verteidigung der Freiheit jedes Opfer auf sich nehmen würden und auf der anderen Seite steht die gesichtslose Masse der Feinde aus dem Orient, angeführt von androgynen, teils transsexuellen Freaks, die das Kriegsmaterial Mensch rücksichtslos ins Getümmel schickt. Dass die von den Spartiaten propagierte Freiheit nur einer kleinen Elite vorbehalten war, es auf ihrer Seite genauso Sklaven gab, das Staatssystem Spartas weit von einer Demokratie entfernt war, das wird hier nicht erwähnt und genauso wenig wird auf Fragen der zu Beginn gezeigten Kindstötung eingegangen. [...]

    Alles hier:

    www.cinecaptain.de/?flap=3&file=film.php&id=178
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#10 rudolfAnonym
  • 06.04.2007, 12:11h
  • @sebi83

    Hochjooo.... Deutsche Konservative sind auch nicht mehr das, was sie früher mal waren. Also: wenn ich Dich jetzt mal von links kommend rechts überholen darf: manchmal lohnt sich das Kämpfen schon. Man muß sich vorher nur dreimal überlegen wofür und in wessen Interesse! In diesem Sinne: Frohe Ostern!
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