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Köln (queer.de) - Schwule und Lesben werden in Deutschland nach wie vor in hohem Maße am Arbeitsplatz diskriminiert. Das ist das Ergebnis der Studie "Out im Office" vom Psychologischen Institut der Uni Köln. Dazu haben im September und Oktober 2006 über 2.700 Schwule und Lesben einen Fragebogen online ausgefüllt. Demnach geben 52 Prozent an, am Arbeitsplatz verschlossen mit ihrer sexuellen Ausrichtung umzugehen. Weniger als ein Viertel hat keine Diskriminierungserfahrungen gemacht. Im Vergleich mit einer Studie von 1997 haben sich die Zahlen etwas verbessert. "Allerdings ist der aktuelle Stand wesentlich schlechter als unter den veränderten Bedingungen zu erwarten gewesen wäre", erklärt Studienleiter Dominic Frohn. Er hatte erwartet, dass wegen der erhöhten gesellschaftlichen Präsenz, der Diversity-Programme in Firmen und der besseren rechtlichen Situation von Schwulen und Lesben das Ergebnis positiver ausfallen würde. 56 Prozent der homosexuellen Männer erklärten, über sie sei wegen ihres Schwulseins getuschelt oder es seien Gerüchte in die Welt gesetzt worden. 27 fühlten sich nicht mehr ernstgenommen, 22 Prozent seien Opfer von Mobbing oder Psychoterror geworden und acht Prozent sogar körperlicher Gewalt oder Aggressionen ausgesetzt gewesen. Acht Prozent gaben zudem an, nach eigenem Empfinden wegen ihrer sexuellen Orientierung eine Stelle nicht erhalten zu haben; vier Prozent sei deswegen die Kündigung ausgesprochen worden. (dk)



15 Kommentare

#1 hwAnonym
  • 10.04.2007, 17:10h
  • mir gefällt der bericht, weil realistisch.
    es wäre auch schwer erklärbar gewesen,
    wenn im mikroökonomischen bereich,
    bei all den veränderungen seit 1997, etwas
    anderes stattfinden würde als auf der makro- oder mega-makroebene.
    wenn´s vorteile bringt ausgrenzen, stigmatisieren, niedermachen, ressentiments aufwärmen, vorurteile
    pflegen. neue unterschichten schaffen,
    "alte" randgruppen quälen.
    um den bogen gleich mal wieder zu überspannen: die freiheiten und die toleranz für die bürger des alten roms, bedurften der gestaffelten knechtung bis
    hin zum gegenteil in den sphären aussenrum. in deutschland wurde oft
    chic übernommen, reeducation, weniger erkämpft weil wirklich gewollt. das kommt meiner meinung auch hier wieder zum ausdruck. da soll man nicht weinen.
    mit schwuler kinderlosigkeit, geht halt auch
    eine gewisse traditionslosigkeit einher.
    emanzipatorischer kampf kann hier halt
    vom ansatz her schon nicht mit der "muttermilch" weitergegeben werden.
    in meinen augen ist es schon viel, wenn standards gehalten werden können und selbst das ist oft lohnender krampf.
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#2 joshAnonym
  • 10.04.2007, 18:21h
  • der bericht ist meiner meinung nach noch nicht realisitisch.
    wie viele haben sich wohl gar nicht erst beteiltigt. ich bin grad aus dem job gegangen worden, trotz AGG etc. ich finde es ist in den letzten jahren schlimmer geworden und nicht besser. da sitzen auf der einen seite ein paar intellektuelle und machen ein gesetz (ohne restriktionen - deshalb sinnlos) und träumen sich die wirklichkeit so wie sie sie wollen, auf der anderen seite werden die zeiten schlechter und die leute dann weniger tolerant, von akzeptanz ganz zu schweigen.
    polen hat uns schon fast erreicht!
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#3 tuxAnonym
  • 10.04.2007, 19:25h
  • In Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit, Niedrig- & Niedrigstlöhnen und imenser Angst vor Entlassung ist Denunziation, Ausgrenzung & Mobbing das Ergebniss von Neoliberalen, um nicht zu sagen neofeudalen ansätzen auf dem arbeitsmarkt.

    das sich die neoliberale politik eines tzages rächen wird, steht ausser frage, denn es geht nicht nur bergauf. vor allem leider nicht im geldbeutel der arbeitenden bevölkerung..
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#4 hwAnonym
  • 10.04.2007, 19:42h
  • @ josh

    die zeiten werden schlechter ? meinst du
    das klima ?
    oder bezog sich das auf von menschenhand verabschiedete gesetze
    und von menschenhand demoralisierte ?
    ....wehren beim würgen ?
    wenn der notwehr paragraph wegschaut,
    sollte man zumindest anders wählen...
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#5 cole12Anonym
  • 10.04.2007, 20:17h
  • Ich finde diese Studie etwas schwammig. Also Mobbing-Opfer wird man nicht nur, wenn man lesbisch oder schwul ist, sondern es könnte ein Grund sein. Ich habe schon erlebt, dass jemand Mobbing Opfer wurde, weil er sich nicht so kleidete, wie der Rest der Belegschaft es gern gehabt hätte.
    Interessant wäre vielleicht herauszufinden, in welchen Sparten Schwule und Lesben ganz offensichtlich wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden und ob es so etwas wie schwarze Schafe gibt..

    Doch trotzdem, bei aller Sichtbarkeitsforderung, aber ich würde mir auch keine Regenbogenflagge ins Büro hängen. Nicht weil ich mich nicht trauen würde, sondern weil ich es einfach unpassend finde. Trotzdem verschweige oder verstecke ich meine sexuelle Orientierung nicht, ich gehe halt offen damit um. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich langsam an das Thema herantastet, bei Kollegen, Kunden, Klienten, whatever. Überhaupt habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass je offener ich selbst mit mir umgehe, desto einfacher fällt es meiner Umwelt (privat und beruflich) mit mir umzugehen.

    Aber bitte, dass ist nur meine persönliche Erfahrung und ich will auf keinen Fall das Ergebnis der Studie pauschalisieren oder herunterspielen. Es ist schlichtweg traurig, dass die sexuelle Orientierung anscheinend wichtiger ist, als die Qualität der erbrachten Leistung.Ich finde diese Studie etwas schwammig. Also Mobbing-Opfer wird man nicht nur, wenn man lesbisch oder schwul ist, sondern es könnte ein Grund sein. Ich habe schon erlebt, dass jemand Mobbing Opfer wurde, weil er sich nicht so kleidete, wie der Rest der Belegschaft es gern gehabt hätte.

    Interessant wäre vielleicht herauszufinden, in welchen Sparten Schwule und Lesben ganz offensichtlich wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Bei aller Sichtbarkeitsforderung, aber ich würde mir auch keine Regenbogenflagge ins Büro hängen. Nicht weil ich mich nicht trauen würde, sondern weil ich es einfach unpassend finde. Trotzdem verschweige oder verstecke ich meine sexuelle Orientierung nicht, ich gehe halt offen damit um. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich langsam an das Thema herantastet, bei Kollegen, Kunden, Klienten, whatever. Überhaupt habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass je offener ich selbst mit mir umgehe, desto einfacher fällt es meiner Umwelt (privat und beruflich) mit mir umzugehen.

    Aber bitte, dass ist nur meine persönliche Erfahrung und ich will auf keinen Fall das Ergebnis der Studie pauschalisieren oder herunterspielen. Es ist schlichtweg traurig, dass die sexuelle Orientierung anscheinend wichtiger ist, als die Qualität der erbrachten Leistung.
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#6 cole12Anonym
#7 Georg FalkenhagenAnonym
  • 10.04.2007, 21:22h
  • Mir kommt diese Studie sehr gelegen. Denn ich bin nicht nur schwul, sondern auch noch arbeitslos geworden, eben genau aufgrund dieser Tatsache, dass traurigerweise Homos im Job diskriminiert werden.

    Den Gewerkschaften geht dieser Umstand leider immer noch am Arsch vorbei: der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske hat auf der Tagung des Bundesarbeitskreises Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender am 17.2.07 in Berlin einräumen müssen, dass die "heterosexuellen Kollegen" damals noch nicht "problembewusst" gewesen seien und an die Notwendigkeit der Gleichstellung von Lebenspartnern mit Ehegatten gedacht hätten. Bekanntlich hatte das dann zur Folge, dass der BGH die Gleichbehandlung im Rentenrecht des Öffentlichen Dienstes verwarf.

    Als mir neulich vom Jobcenter eine ABM-Stelle bei der gewerkschaftseigenen DAA (Deutsche Angestellten-Akademie) vermittelt wurde, nahm man mich dort nicht an. Begründung: Den (ausnahmslos jüngeren und alleinstehenden) Mitbewerbern sei der Vorzug bei dieser "Maßnahme" zu geben gewesen, da sie besser in ihre "Lebensplanung" passe.

    Als ich es wagte, Widerspruch zu erheben, behauptete man dann auch noch, ich hätte bei der Bewerbung meine Homosexualität "offensiv" in den Vordergrund gestellt; dabei hatte ich doch nur wahrheitsgemäß angegeben, in eingetragener Lebenspartnerschaft zu leben.

    So habe ich dann also eine Klage beim Arbeitsgericht wegen Verletzung des AGG eingereicht. Schauen wir mal, was es taugt...
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#8 joshAnonym
  • 10.04.2007, 23:07h
  • @georg:
    was die klage taugt? nichts. das agg enthält keine strafen für die täter und die beweislast ist so gestrickt, dass die opfer im prinzip eine versicherung an eides statt ihrer täter brauchen, das sie auch wirklich wegen der homosexualität und nicht etwa wegen anderer dinge (kleisung etc. siehe oben) gemobbt haben. und wer ist schon so blöd??
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#9 SaschaAnonym
  • 11.04.2007, 00:15h
  • @josh:

    Volle Zustimmung!

    Im Vergleich zur Antidiskriminierungspolitik anderer west- und nordeuropäischer Länder ist das so genannte AGG ein absoluter Witz und Skandal, insbesondere im Arbeitsrecht, aber auch wenn es um die Beleidigung und Verunglimpfung von Homosexuellen im Alltag geht.

    SO erreicht man weder einen effektiven Rechtsschutz noch irgendeine Art von Bewusstseinswandel - und offenbar ist das auch nicht gewollt.

    Dieses zentrale Menschenrechtsthema rangiert nämlich im Land des Holocaust, dem bekanntermaßen auch Zehntausende Homosexuelle zum Opfer gefallen sind, weiterhin unter "ferner liefen"!
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#10 Georg FalkenhagenAnonym
  • 11.04.2007, 00:23h
  • @josh:
    Wer wird denn da so schnell die Flinte ins Korn werfen. Also erstens: Das AGG sieht sehr wohl (§ 15) eine Strafe (Entschädigung) vor, und zwar in Höhe von 3 Bruttomonatsgehältern. Und im übrigen brauche nicht ich das Vorliegen des Diskriminierungstatbestands beweisen, sondern vielmehr die Gegenseite dessen Gegenteil, wenn genügend Indizien vorliegen (§ 22), dafür muss ich mich keineswegs als Tunte verkleiden.
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