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- 11. April 2007 2 Min.
Schwule und Lesben erobern Hetero-Bars und -Clubs. Ein neuer Trend in den USA wird immer beliebter.
Von Christian Scheuß
Da staunte das heterosexuelle Publikum im hippen Black Cat Club in Washington nicht schlecht. Plötzlich mischten sich an dem Freitagabend zwischen all den Hipsters und Indie-Rockern mehrere hundert Schwule und Lesben. Wo kamen die plötzlich her? Und warum nur heute? Wer die Überraschungsgäste fragte, erhielt eine erstaunliche Antwort: Sie sind Teil der "Guerrilla Queer Bar"-Bewegung, die sich über das Internet formiert.
Die Medien in den USA, wie zuletzt das Newsportal "abc news" berichten erstaunt über den neuen Trend, der immer mehr Anhänger findet. Die schwul-lesbischen Bars sind den Spaß-Guerillas nicht genug. Sie wollen auch andere trendige Orte besuchen, das aber nicht allein. Deshalb haben sie sich über Portale wie MySpace, Friendster und Yahoo vernetzt und verabreden sich für jeden dritten Freitag im Monat, um gemeinsam eine neue Lokalität mit ihrem überraschenden Besuch zu beehren. Die Gruppe in Washington hat vor drei Jahren angefangen mit rund 200 Leuten in der Mailingliste. Inzwischen sind es 2.000 Personen.
Die erste Guerilla Queer Bar-Gruppe entstand im Jahr 2000 in San Francisco, inzwischen gibt es US-weit ein Dutzend Gruppen von Austin in Texas bis hin zu Salt Lake City. Auch in Heidelberg ist das Konzept eine Weile lang probiert worden. Inzwischen ist die dazugehörige Website aber nicht mehr erreichbar.
Die Anhänger der neuen sozialen Bewegung freuen sich diebisch, wenn sie einem heterodominierten Ort ihren Stempel aufdrücken können. Der Spaß steht im Vordergrund, und die Atmosphäre ist in der großen Gruppe eine deutlich angenehmere. "Wenn du allein auf so eine Party gehst, führst du ständig Gespräche mit Leuten, die dir erzählen, das sie auch Schwule kennen", berichtet einer der Teilnehmer gegenüber "abc news". In der Gruppe werde man aber plötzlich als ganzer Mensch wahrgenommen, und nicht mehr nur über die Sexualität definiert.
11.04.2007
Links zum Thema:
» Flickr-Fotos von Guerilla-Partys












