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- 13. April 2007 2 Min.
Die TV-Serie "Life on Mars" (lief hier vor kurzem bei Kabel 1) macht schwulen Schülern das Leben schwerer, meint die britische Lehrergewerkschaft.
Von Dennis Klein
"Life on Mars" gehört derzeit zu den Top-Serien beim britischen TV-Marktführer BBC One. Rund acht Millionen Briten verfolgten diese Woche die letzte Folge der zweiten Staffel. Auch in Deutschland sahen sich in der Spitze über eine Millionen Menschen die Krimiserie mit Mystery-Elementen an, in der der Polizist Sam Taylor (dargestellt von John Simm) plötzlich von der Gegenwart ins Jahr 1973 zurückgeworfen wird – und dann mit neuen Methoden Kriminalfälle der Vergangenheit löst. In der Serie benutzt vor allem Sams neuer Chef, der abgebrühte Kommissar Gene Hunt (Philip Glenister), sexistische, rassistische und homophobe Bemerkungen.
Die Lehrergewerkschaft (NASUWT) kritisiert, dass die Serie auch ein Weltbild der Vergangenheit propagiert, in dem Schwule, ethnische Minderheiten und Frauen diskriminiert werden. "Wenn beleidigende Wörter wie 'Fairy Boy' (eine abwertende Bezeichnung für einen Schwulen) verwendet werden, ist das sehr besorgniserregend. Denn wir wissen, dass das einer der Faktoren ist, warum junge Menschen an Selbstmord denken und warum sie auf dem Schulhof von Mitschülern schikaniert werden", erklärte NASUWT-Generalsekretärin Chris Keates während der jährlichen Konferenz der Gewerkschaft in Belfast. "Homosexuelle werden an unseren Schulen immer noch terrorisiert, ebenso wie andere Minderheiten", so Keates weiter. Sie sagte, die Serie solle nicht abgesetzt werden. Es sollte aber klargestellt werden, dass die Handlungen der Figuren keine Vorbildcharakter haben. Insbesondere Lehrer und Eltern hätten die Aufgabe aufzuzeigen, dass die "gute alte Zeit" für Minderheiten oft eine Tortur war.
Die BBC weist die Vorwürfe zurück: "Die kritisierte Figur ist ein extremer, stereotyper 70er-Jahre-Kerl und die Zuschauer verstehen und mögen seine direkte Art", so einer Sprecherin des Senders. Nicht alle Handlungen von fiktionalen Figuren könnten perfekt sein. "'Life on Mars' ist außerdem eine Serie, die nach 21 Uhr im Programm läuft und sich an erwachsene Zuschauer richtet." Ab dieser Zeit dürfen die frei empfangbaren Sender in Großbritannien auch Filme und Serien ausstrahlen, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind, sofern am Anfang der Sendung ein Warnhinweis erfolgt.
Die Fernsehkritiker sind überwiegend begeistert von der innovativen Erzählform von "Life on Mars". Die Serie wurde vor kurzem erst für zwei BAFTA-Awards nominiert, den höchsten Fernsehpreis auf der Insel. Außerdem ist derzeit eine US-Fassung geplant, die im Sender ABC laufen soll.
13. April 2007
Links zum Thema:
» Life on Mars (Kabel 1)
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» auf sissymag.de
23:15h, BR:
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