https://queer.de/?6765
- 16. April 2007 2 Min.
Berlin (queer.de) - Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, hat die homophoben Aussagen der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde verurteilt. Die hatte in ihrem Jugendmagazin erklärt, dass der Genuss von Schweinefleisch Krankheiten verursache und schwul mache (queer.de berichtete). "Die absurde Aussage, dass Homosexualität mit dem Schweinefleischverzehr im Zusammenhang steht, ist genauso als menschenverachtend zu verurteilen, wie die Lehre der katholischen Kirche, Homosexualität sei 'objektiv ungeordnet'", erklärte Beck gegenüber "Welt Online". "Solche menschenverachtenden Ideen und Lehren müssen von allen Demokraten als menschenrechtswidrig verurteilt werden." Sie motivierten "jugendliche Gewalttäter" zu "menschenverachtendem Handeln", warnte Beck. Die Ahmadiyya-Gemeinde steht nach wie vor hinter dem Text.
Grüne in Berlin verteidigen Moschee-Neubau
Der Berliner Landesverband der Grünen unterstützt weiter den umstrittenen Neubau einer Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde im Stadtteil Heinersdorf. In einem heute veröffentlichten offenen Brief an die Gemeinde schreibt Thomas Birk, Sprecher für Lesben- und Schwulenpolitik: "In dieser Frage haben Sie unsere Solidarität". Allerdings werde diese "stark strapaziert, wenn wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass in einer Jugendpublikation der Ahmadiyya-Gemeinde gegen Schwule gehetzt wird." Er wies die Gläubigen darauf hin, dass es auch in islamischen Ländern Schwule gebe, obwohl dort oft hohe Strafen drohten. "Wir wissen wenig über die Ursachen von Homosexualität, aber dass sie vom Verzehr von Schweinefleisch kommt, halte ich für die absurdeste Behauptung, die ich je gehört habe", erklärte Birk.
LSVD: "Geistige Brandstiftung"
Auch der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) verurteilt die Behauptungen der Gemeinde scharf und spricht von "geistiger Brandstiftung". Außerdem sei die Diskussion "Wasser auf die Mühlen der Moscheegegner", so LSVD-Sprecher Alexander Zinn.
Moscheegegner sehen sich bestätigt
Die Bürgerinitiative "Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger" (ipahb), die sich gegen den Moscheebau wendet, sieht sich durch die Homo-Debatte bestätigt: "Dieses Gedankengut der Ahmadiyyas steht im Gegensatz zum Grundgesetz. Wir wollen nicht, dass es nach Heinersdorf getragen wird", sagte ipahb-Vorsitzender Joachim Swietlik der "Berliner Zeitung". (dk)














